Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 45 (28.10.1915)
- Date
- 1915-10-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 78% known words query
- IRI
…/2446951-2448506-2448550--67782-2488692- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
in ii in i rr i—r iimnimnuTriB Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum Begründet non Or Lehmann in fflainz 56. Jahrgang. SranMurf a- M . den 28. Oktober 19lS 20. Marcheschwmi 5676. M 45. &*o*um**t pro «iertelt.vrr «ewöhnlichr «vSgave Rl.r.so. maaSaabe (KwrstLrrrck) «?. »uSlanLSprerse: Gewöhnlich e «uSgaSr: Oesterrerch-Unoarn, Kr., «ußland l Bnb., «nelanh S »Ja., Xnttxila BO ct»., MeserlaoLe 1.80 fl., Krankreich Fr». 1.60, «bonnemenlS Set allen »ollanstalten, Buchhanhlsnsm. fowh MuH Bei hem Sttlfin, DefttutflcaBe mir direkt. Dcc Jsre-klit erscheint jeden Donnerstag. Inserate: 30 Pfennig für dir sechSgespaltenr Eolonrl-Zeile; Rabatt nach Tarif. Jnseratenan« ahme durch den Verlag deS JSraelit <K. m. b. H., Frankfurt S.M., Gr- Gschmheimerftr. 23 Lel.S84S,Amt Hansa, sowie sämtl. UnnoueemErprd. d:S Inand Auslands, plahvorschriften ohne JverüiNdtrchkett. Zahluuge» können antzer direkt an den Verlag ersolgm ver Lonto »et dr» «. «. Gsstsya»?»»« WUt* 9t0. 79 «M». »ei de» «. yo»sP«rr»Ue»«-tt »«dapeW Mo. 184*4. To«Lo S»4 dr» Migoe» Lo«»e»r»«er i* Mkfl« und deren Filialen. uer KflOiörudi der flrfihel u/i9 Correfpon9ßn?en des „Israelit if! nur unter Genauer Quellenangabe, und, soweit es kick um größere fluffäbe handelt? nur nach uorheriger öenehmigunQ gestattet I«Horltsüve»stcht .1 Letta rtikel: SprachenKampf in Polen. — 2. A ufscitze: Neue Lrrregeilleratur. — Die Stimme der $ßt$eni)i — 3. rpo jji i J ct i t: Nnbb.ner T'r. W Venmu Wrcschen : AbraHant. : l. StWine§ ft c uilU t o n: HeiiuutH Richter; Der Tod. — Fon tz hnilmn Der Mer-Gedeck" von 'PSitna. — Aus einem Feldpostbrief. — Ü Korresv vn öen.;en und Nachrichten: ^-mnkfuvt a. ')?'(. {Sotjdjaftev 'Savon Wangonheim.) — Frankfurt n. Ri. (A. ft. I uqen borg an isati'an. - — Rettin (jüdisches Hilsskamitee „Roter Halbmond". — Berlin (Die Allianee JsräeUte Uninerselle med der ettieg.) — Berlin t'Die Juden und der ßriee].) — Adnrschau, boez lAuS den okkucherten Gebieten.) — Budapest (Dr. Jatob Schächter ^"Lr.l — A n s d e u st) e m e i n d e n : Prenburg, Budapest, Budapest, Nu.avar, Budapest, Szegscup. — Pcterslmrg (Die Armee der HeiniAlosen.j — Kopenhagen (Eine Million für jüdische Heimatlose.) — Kopenhagen (Hinter der russischen Front.)' — Kopenhagen (Das Bekenntnis des neuen russischen Ministern in der judenlrage.) Petersburg (Der russische (tzeheimbescht zur ltnterdrüüNng der jüdischen Zeitungen.! — A'eio short (Der Papst und?'die Juden. — 6. Personalien: Frankfurt a. M. (Rabbi Lievinan Philip Prins b'L7.) — Gerol;boten. — Neichensachsen. — Wien. — 7. V e r - niischtes: Frankfurt a. M — Vtülhausen. — Bühl. — 8. Feuilleton-Beilage: — Der wstka als KeNer. — Die große Lukkos-GffevstttL. Sprachenkampf in polen. während bcm nicht lan;)o vor Sii'ica,v’^'g:iut hr Palästina entbrannten Stump) um dir Sprnrijc De» jüdischen Schnkwzscns bnvdj bic >r,tlastraphl' Df» ^Cltfnt'nocein vorläufiges Ende brr rittst wurde, ist ans einem anderen Schauplatz jüdischen Volkslebens, im oeenvier.en E)ediel. Russisch Polend, mitten im St liege ein Prinzivienkampf tut Werden, der eine Betrachtung vonl Standpunkte der deutich-em Drsthodorio foy^ dert. Tie Verordnung des Oberbefehlshabers Ost vom 21. August diesem Za h reu über da» Schulkveffn in Polen besagt kurz, das; U n t e r r i ch t» s p r a ch e für die p o l n i - ) lch c n Schulen das P o l n i s che, für die d e u t - s ch e n und j ü d i s ch e u das T e u t s ch e sei.. Bei dem gänzlich aufs P r akti s ch e gerich leten, aller staatsrechtlichem Theorie baren Charakter der Verordnungen, die jetzt von den militärischen Behörden im besetzten Gebiete erlassen werden, konnte für den Kenner der Verhältnisse eigentlich kein Zweifel darüber bestehen, daß mit dieser Verordnung für die jüdischen Schulen nur eines gesagt fei: sie brauchen keineswegs g l e i ch d e n p o i n i j ch e n 'S chu l c n b i e polnische Unterrichtssprache statt der bi»berigen ofsi'ieli russischen ein^njübren, sondern bleibell bei dem ibreu Dehrern und Kindern verständlicher! Z a r g o n. an mag tiefsinnig.' >v i i s c it s cb aft! i ch c Erörterungen darüber anstellen, ob das Ziddifche i ein deutscher Dialekt oder eine selbständige I Sprache fei: für die Praris der deutschen Ver waltiingsbeamten ertcheint der Zaraon jeden-- falls als ein dentiches Zdioin, und es scheint! UNS sicher, das; Mil' in diesem Sinne.,.Deutsch" j als Umceeichmchrache der südlichen schulen festj adln! '.verden sollte. Eine andere Auslegung j der Vtrordltnng rnütde ja mangels geeigneter > Lehrkräfte zu ganz nurnöglichen Ronfeanenzen . geführt hatnn. und konnte nicht aervollt ststn. : Fragt murr, lvarnm bei diesem- Stande der ' Dinge die Verordnung nicht tnr-weg das Zid-! dlichc zur Unterrichtssprache der indischen Schulen ■ erhetn, so liegt die Anstvttst - anch abgesehen! voll der für die deutsche Verwaltung srlbstverstünd- : liehen Elcichsetzuttg des Zaraons und des Den!- scheu für den billigen Beurteiler recht nahe, j Die ofsizieLlc u. s e i e r l i d) e Aiierkennn-tg > des Zargons als f e t b st ä n di a e r indischer | Volkssprache n e b e n dem Polnischen n. Deutschen i würde die deutsche Votitik aus ein Prinzip fest- \ gelea! haben, für oder gegen das sie sich be i nrcijliflu i B'ei'e int , e tz i ei e n Ennnicktungsda dinm der Ding.' noch nicht entscheiden mitt und ’ bravd-t, nämlich aus die völlig gleichberechtigte \ Sielliina de» jücndicn Volksr n m s in - Polen neben denn Polertrutn, ans die jndiich-aiatio> . nale Autonomie. ' Als deutsche Zuden rönnen nur für diet'e l Znrnclhaltuna volles Verständnis haben, ohne j hu» gegen unsere Pflichten als Znden zn perfündigen. Es wäre also unseres Erachtens das t vernn'.Engste gewesen, sieb bei denn Sprachen- , erlas; .Binderrburg», der in praxi einen sehr kln-! gen AllSglncb schafft nitd mancherlei Ennvickjungen offen lässt, zu beruhigen, beider scheint aber in Polen bereit» eine kräftige Agitation pro und cant.ru einzuseuen, die viel verderben . kam,, ^vir leien z.B. in der von poale-ziolnstiicher! Seite beransgegebenen „Züd ii ch en Ar beii t c r - E o r r e s p ü n d e n z" : : „Die jüdi'cheu tsielveckveunne (in Warschau! begnüi gen sich nicht mit oer Wnhri'.elnnung ihre.- Berussange- > legcnhciten. Sie iiud der Mittelpunkt auch der -'o'itisch geseltschmtlichen Wirksamkeit. Das Harrpkinterege tonzentriert sich gegenwärtig aus. die L ch u t f r n g e. Die AMmilanten sammeln energisch. Unterschriften für eine Petition, die die Einführung der polnischen Pehrr spräche auch in den jüdischen Sehnten verlangt. Tie jüdischen nationalen und zrerbeiterorganisirtlonen bereiten hingegen eine ähntiche .Kundgebung für die Eiufnhrilng der jüdischen Nurerrrchlsipr-ache vor. Tie Unlerschriiten siie dir Petitionen werden zumeist vrm jungen Mädchen im Aufträge der verschiedenen Lrganisgtionen gejaminelt. Tie jüdische Presfe in Lodz klagt das; die eleganten und su.r'ngewandken Vertreter de» schönen itzr-sch'.echt» der ossi.nitatorischen kreisegegenüber den oeich'idenen und schüchternen Mädchen des Mistt'lsiandes und der gtroeiterschaft im Vorteil sind. \ Tie Schulfrage führte bereit» zu einer ürrse im l p'vp.'-chrvchen Vorftand der jüdischeir (Gemeinde. Zwei Mirglieder und aoar ein Vertreter der Polen mosaischer XimtfcncLtit uno drr ehasi.difehen Lrthodorie verlangten eine Stellungnahme des Vorstandes für die polnische Lehrsprache. Ter Vorstand lehnte dies erb, Ui tuend die zwei Herren demtpionierten. Neuer das metkmürdigr Biindllis der asiimitierren Plutokratie und der Ehassiden braneht man siech nicht zu uwn denn. Die Wunderrabbi» tvarerr stets die politischen Werkzeuge der Aisimilation." Dast ePp Assiwilanten, die lewer in Warschau een Vt rlvaitllngsapMrnt der lPemeinde beherrfechen, mit .Hochbvnck gegen die Hindenburg'sche Verordnttlttg arbeiten, ist vollkommen verständlich. Sie erblicken in der Einfuhrnng der polnisch c n klnterrichtsiprachv in den jüC'vdjat Schulen das t'anbermittel, das allmählich den polnischen Ankiieminsnen» überrvindeu und die bürgerliche geicklichaitliche Emanzipation des einzelnen Zuden herbeisühreu wird, während kein-' religiöse oder nationale Rücksicht jene Kreise an den Zargon knüpft, der» Symbol des Äoiuu und der Bedrückung, oder an das Deutsche, denen Pflege nur ihren polnischen Patriotismus ve'nlidjent Verdacht ansfetzen würde. Selbst diele Sireife nan trösten sieb neuerdings, wie au» eincr Erklärung des galt,zischen Reichsratsabgeordneten Dr. Steinhaus in der Wiener „Züdiscken Korre'sponbenz" hervorgeht, damit, daß die .Hindtiibnrg'icht' Spracheiiverordnung den untot der Rubrik „Dentseh" rangierenden Zargon rau als klebergattasstereotstun zum - Polnische n ongestheil wissen wolle. Der deutsche Schnl- Rcserent Dr. s? a a » , -- so behauptet Dr. Steinhaus soll erklärt haben, das; die Miiiöei nur erst soviel Polnisch gelernt haben müssten, bis sie den gattzen Unterricht in dieser Sprache genießen könnten