Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 42 (7.10.1915)
- Date
- 1915-10-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Sette VNr. 42 _ in Rußland ausgesetzt ist, und zwar in einem Maße und in einer Art, die alles übersteigen, was den Judenseit dem Mittelalter und seit der spanischen Jnquisitton an Verfolgungen zuteil geworden ist. Diese Greueltaten wurden der Welt durch die Interpellation der Reichsdumafraktion?enthüllt, durch die.Reden von Arbeiterdeputierten, von Liberalen und anderen. Die organisierte jüdische Arbeiterschaft hegt die feste Ueberzeugung, daß die rechtliche Gleichstellung der Juden in den Ländern, in denen sie Ausnahmegesetzen unterworfen sind, eine Frage' von internation-ler^Bedeutung7'ist2und als besondere Forderung beimFriedensschluß ausgestellt werden muß. Wir hoffen, daß hinter dieser Forderung die organisiejrt^e englische Arbeitjersschaft stehen wird." Amerika. Sür Sie Juden in Rußland. Weiv-VorK, 7. Septbr. Die organisierten jüdischen Arbeiter, die im April das „Nationale Arbeiterkomitee für jüdische Rechte" gründeten, hielten am 4., 5. und 6. September in New-Uork ihren ersten Kongreß ab, auf dem mehr als 300 Delegierte von den verschiedenen dem Komitee angeschlossenen jüdischen Organisationen anwesend waren. Die Verhandlungen drehten sich meist um zwei Punkte: Erstens handelte es sich um die Gleichberechtigung der europäischen Juden nach dem Kriegeder zweite Punkt betraf die Unterstützung der vom Kriege so schwer heimgesuchten jüdischen Bevölkerung Ofteurapäs. Um die Gleichberechtigung der Juden in Europa durchzusetzen, wurde von den Rednern vorgeschlagen, die Regierung der Bereinigten Staaten zu ersuchen, auf dem nach dem Kriege stattfindenden Friedenskongreß darauf zu bestehen, daß den Juden in den kriegführenden Ländern die Gleichberechtigung zuerkannt wird. Man verwies insbesondere auch auf den Berliner Kongreß des Jahres 1878, auf dem Rumänien nur unter der Bedingung als unabhängiger Staat anerkannt wurde, daß allen in Rumänien lebenden Völkern gleiche politische, bürgerliche und nationale Rechte gegeben würden. Es wurde beschlossen, Aufrufe an die Arbeiter der ganzen Welt zu schicken und die Frage dem nächsten internattonalen Sozialistenkongreß zu unterbreiten. Ein weiterer Beschluß empfiehlt den Juden Amerikas, beim Zusammentritt der Friedenskonferenz der Mächte einen eintägigen Streik zu proklamieren, um der Welt die Solidarität der jüdischen Bevölkerung in ihrem Verlangen nach der Gleichberechtigung ihrer Glaubensgenossen darzutun. Zur Erklärung wird htnzugesügt, daß -te jüdische Bevölkerung Amerikas fast durchweg dem Proletariat angehört, wie ja auch diese Bewegung eine Bewegung der sozialistisch und teilweise auch jüdisck-nattonaliftisch gesinnten oder beeinflußten Arbeiter ist. Jnbezug auf die Hilfe, die der vom Kriege heim gesuchten jüdischen Bevölkerung gewährt werden muß, beschloß man, eine in den nächsten Monaten in Washington oder New-Aork abzuhaltende Konferenz aller jüdischen Vereinigungen Amerikas anzuregen, auf der der Gegenstand beraten werden soll. Die vertretenen Arbeiteror- __ Der JSraeltt ganisattonen beschlossen, Unterstützungsgelder zu sammeln und zum Nutzen der Kriegsopfer Marken und Abzeichen zu verkauft«. Der Jüdische Arbeiterbund (Jewish Workmens Circle), der 50000 Mitglieder hat, wird von jedem Mitgliede einen Sonderbeitrag für den Unterstützungsfonds in der Höhe von 60 Cents (nach dem heutigen Geldwerte etwa 3 M.) erheben. Personalien. München, 26. Sept. Dr. Josef Marschütz in München, Assistenzarzt oer Reserve im bayrischen Landwehr-Feldlazarett Nr. 2 wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Köln a. Rh., 1. Okt. Herr Dr. Julius Rüben aus Bruttig a. Mosel, Sohn des verstorbenen A. Rüben, ist zum Leutnant befördert worden. Burgpreppach, 29. Sept. Das Eiserne Kreuz erhielten der Unteroffizier Heinrich Hirsch mann und der Gefreite Lehrer Max Goldman» dahier, die Tapferkeitsmedatlle der Feldwebel Max Neumann von hier. Memmingen i. Bayer«. Am 29. August verstarb eines der angesehensten und beliebtesten hiesigen Persönlichkeiten, Herr Ludwig Heilbronner, Mitinhaber der bekannten Tuchfirma M. L. Heilbronner. Er war der letzte der hiesigen Inhaber des Eisernen Kreuzes von 1870 und der erste bayerische jüdische Soldat, welcher damals mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde, wofür er seinerzeit eine von privater Seite ausgesetzte Ehrengabe von 100 Gulden erhielt. Das Ehrenzeichen, welches er sich für sein tapferes, mutiges und entschlossenes Vorgehen in der Schlacht bei Sedan erwarb, trug er stets mit berechtigtem Stolz, ebenso wie er sein ganzes Leben hindurch ein lebhaftes Jnteresie für Militär- und vaterländische Angelegenhoiten bewahrte. Aber auch für alle sonstigen öffentlichen, sozialen und insbesondere jüdischen Angelegenheiten war der Verblichene in gewissen Hafter und unermüdlicher Weise tätig. Der Hiesigen Kultusverwaltung gehörte er seit 16 Jahren an und war er stets mit dem ihm eigenen Temperament am Platze, wo es galt, für die Interessen des Judentums einzutreten. Die Leichenhalle versammelte eine große Schar von Teilnehmern aus allen Kreisen der Bevölkerung. Herr Lehrer Rosenblail rühmte in einem vortrefflichen Nachrufe den biederen Charakter, die einfache, schlichte und ehrliche Sinnesart und die peinlichste Gewissenhaftigkeit des Dahingeschiedenen. Der Krieger, und Beteranenoerein war nahezu vollzählig mit umflorter Fahne erschienen, um dem scheidenden Kameraden das letzte Gele'te zu geben. Am Grabe sprachen die Vorstände der Veteranenvereine von Memmingen und von Jellheim. Im Aufträge, des z. Zt. hier garnisonierenden Bataillons war eine Abordnung zum Begräbnis erschienen. Man wird dem Verstorbenen hier ein ehrendes Andenken bewahren. rrasttri. Wo Ibag -ii, 5. Okt. Herr Lehrer A. Flörsheim dahier, der am in ungewöhnlicher körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag feiern konnte, blickt in diesen Tagen auf eine von Erfolgen reich gesegnete Tätigkeit tm öffentlichen Schuldienste, nachdem er vorher % Jahr als Hauslehrer tätig gewesen war Da der größte Teil der Gemeindemitglieder — u. a. auch die beiden Gemeindeältesten — gegenwärttg im Felde steht und sich ein Sohn des Jubilars — er wirkte als Mittelfchuüehrer in Frankfurt a. M. — in französischer Gefangenschaft in Algier befindet, wurde vorerst von einer größeren Feier abgesehenman beschränkte sich auf persönliche Beglückwünschungen. Die „Israelitische Lehrerkonferenz Hessens" ließ ihrem Senior durch die beiden Vorsitzenden Oppenheim-Treysa und Rosenstein-Rotenburg ^wei stimmungsvolle Gemälde überreichen- Herr Neuhaus-Fritzlar sandte namens der „Freien Bereinigung" eine gehaltvolle Adresse. Außerdem waren noch eine größere Anzahl von schriftlichen und telegraphischen Beglückwünschungen eingegangen. Auf ausdrücklichen Wunsch der Schulaufsichtsbehörde wird der verdiente Lehrer erst nach beendigtem Kriege tn den Ruhestand treten. _ 7. Oktober ISIS Briefkasten. B. Lt. F. Wir bringen keine Berichte über derartige rein familiäre Anläfle. P. M. Für uns unverwendbar. jSaxl •Konfekt regelt den Stuhlgang Erwachsenen und Kindern. Proben und anfklärende Broschüre F. 60 gratis durch die Pharmakon Soaellaehail ehern. Fabrik, Frankfurt a. Main Kaiser Friedrich Qualle - — Offenbaeh a. M. — Gegen Gleht und Rheumatismus bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Friedrich’Stalin, Frankfurt a. M., Gftnthersbnrgaliee 37. Tel. 259 u. 714 Iamiliennachrichlen. Geburten. Einen Sohn: Sigmund Hirsch (Sender) z. Zt. Zürich, Utoquai 31. Julius Holländer (Gutmann), Altona, Königstr. 230. Distriktsrabb. Dr. Jos. Wohlgemuth (Jchenhäuser), Kitzigen a. M. Jakob Weill (Halff), Zürich. — Eine Tochter: Louis Aschkenasy (Rothschild), Cöln a. Rh. Barmizwoh-Keier. Jonas, Sohn des Herrn Lazarus Wolf, Cöln a. Rh., Hohenstaustnring 14. Emanuel, Sohn des Herrn Herm. Rieder, Mannheim, in der Klaussynagoge. . Verlobte. Irma Olkowiez, Striegau i. Schles. Eugen Adler, Bremgarten (Schweiz.) Telegramm-Adresse: Nesop Frankftrtmain. Telephon: Nr. 83. Amt Hansa. Spezialhaus für Silberwaren Modelliern. Ciselierwerkstätte Lazarus Posen vm. Hoflieferant Frankfurt a. n. Berlin V. Steinweg 12. Unter den Linden 5. Künstlerisch .ansgeführte Knltnsgegenstftnde. Ez Chajim, Tass, Jad, Ner-Tomid, Channkalampen etc. ©an Man verlange gratis und franco Zusendung meines neuen Musterheftes, das eine reichhaltige Auswahl in allen Preislagen enthält. Sabbat' Anfang u. Ausgang. w rctp O R Ti Anfang Datum Ausgang Ubr!Min. 1915 5«76 Uhr Min. 8. 30. Frankfurt a. M. 5 15 Okt. 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Klavierbegleitung 3 Mk. Komponiert von. Aron Friedmann, Kgl. Musikdirektor. ZmIEelbstverlage, Srrlin,KrauSn!lkfir.1Z. Witwer, Israelit, Rentier, Anfang 70er, noch sehr rüstig, Deutscher, bisher in Paris wohnhaft, würde jedoch in Deutschl. bleiben, wünscht Behufs Wiederverheirat, mit älterer, religiös. Dame in Correspondenz zu treten. Näheres s,rt> H. M. 11048 an die Exp. ds. Blattes. Herzliche Bitte! Durch d. Krieg in sehr große Not geratene Familie bittet edle Glaubensgenoffcn um gütige Hirse. Amt/. Attest ans Wunsch zur Verfügung. Gütige Gaben erbeten an K.'.Stranfi, Bereinslazarett, Brtekoaan (Stadt), Bayern. (11079) Talare für fRabbinez u, ßantoxen fertigt in allen Qualitäten u. versendet nach allen Staaten 9795 Emanuel Kober Jan. Brest««, Agnesstraße 1. Herzliche Bitte! Kansnmnn, infolge langer Krankheit in Moment, Notlage, bittet edelgesinnte Glaubensgenoff. um ein Darlehen von M. 300.—, bei monatlich. Rückzahlg. n. 5°lo Zins. Gefl, Off. sub B 21MB an d. Exp. 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