Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 40-41 (21.9.1915)
- Date
- 1915-09-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sette 14. No. 40 u. 41. ».Der Gramkprrter 8»vaeNt. 21. September 1915. Unter dem Gesichtspunkt aber, daß zur Zeit das erste Anrecht auf verfügbares Geld dem Vaterlands zusteht, wird doch jeder ernsthaft sich zu fragen haben ob er mit leinen Gründen vor Pflicht und Gewissen bestehen kann. Wo die Gründe in Erzielung von Spekulationsgewinnen liegen, würde schon ein nur normales Gewissen ein entschiedenes Nein zu sagen haben. 2. Viele meinen auch: Auf uns kann leicht verzichtet werden. Ani unsere Groschen kommt es nicht an! Ihnen sei gesagt, daß die kleinen Zeichner, bei den ersten Anleihen iv2 Milliarden erbracht haben haben. Wenn jeder seine Schuldigkeit täte, würde sich diese gewiss beachtenswerte Summe noch recht beträchtlich erhöhen. Und gerade die kleinen Zeichner leisten besonderen Dienst! Ihre Massenzeichnungen geben den Feinden ,\u denken und legen Zeugnis ab von dem hingehenden und einheitlichen Willen aller Schichten des Volkes. Das ganze Deutschland soll es sein! 3. Eine dritte Klasse hat vielleicht den Willen, kommt aber nicht zum Vollbringen. Man stolpert über kleine Schwierigkeiten, *. B. den Entschluß, zur Darlehenskasse zu gehen, um dort die Verpfändung der Wertpapiere vorzunchmen. Manche stört es auch, daß sie mit dem Geschäftsgänge der Darlehenskasse nicht recht Bescheid wissen und Ernstere meinen überdies: Borgen macht Snrgen. Von Kindheit auf sind wir vor oem Borgen gewarnt worden. Die Beteiligung derjenigen, die sich das zur Zeichnung erforderliche Geld durch Verpfändung erst beschaffen müssen, ist von größter Wichtigkeit. Denn lediglich durch Zeichner, die gerade Bargeld flüssig haben, lassen sich Milliardenbeträge nicht erbringen. Im Frieden verkauft man Wertpapiere, um sich für Anleihezeichnungen Geld zu beschaffen. In Kriegszeiten ist ein Verkauf ausgeschlossen. Hier treten die Darlehenskassen ein und helfen dem Mangel ab. Die Entnahme der Vorschüsse bei den Darlehenskassen trjtt LN Stelle des Verkaufs von Wertpapieren. Ein Borggeschäst, vor dem zu warnen wäre, liegt nicht vor. Man borgt, abgesehen von dem eigenen Vorteil, der im Erwerb der hochverzinslichen Anleihe liegt, zur Förderung des vaterländischen Erfolges und tut damit Nicht viel mehr als seine Pflicht und Schuldigkeit. Freilich empfiehlt sich dieses Borgen bei den Darlehenskassen im allgemeinen nur. wo und soweit der Borger sich sagen kann, daß er das Darlehen aus seinen sonstigen Einnahmen in absehbarer Zeit wird abstoßen können. Der Geschästsgang der Darlehenskasse ist klar und durchsichtig. In den meisten Fällen brauchen die Zeichner keinen Finger zu rühren. Ihr Bankier besorgt kostenlos alles. Im übrigen sendet die Reichsbank oder kpe Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank) auf Erfordern bereitwilligst ein Flugblatt: „Wie helfen uns bei der Zeichnung auf die Kriegsanleihe die Darlshnskassen?", aus der mühelos vollständige Klarheit gewonnen werden kann. Was hat es mit der Opfer fr eudigkeit der Zeichner für eine Bewandtnis? Wenn sich unter dem Gedanken der Opferfreudtgkort recht viele zur Zeichnung entschließen, so hat dies sein Gutes. Unter uns gesagt aber, kann von Opserfreudigkeit wohl nur die Rede sein, wenn wirklich Opfer in Frage stehen. Und wo liegt ein Opfer, wenv dem Zeichner ein Papier angeboten wird, das ihm statt geringerer Zinsen mehr als 5 Prozent erbringt, das außerdem berechttgte Aussicht auf Kursgewinn eröffnet und neben diesen Vorzügen die denkbar größte Sicherheit gewährt? Empfiehlt es sich, Schuldbuchforderungen zu zeichnen, oder aber An l ei y.e-Stücke? Schuldbuchforderungen find sehr beliebt. Entfallen doch von den 14 Mlliarderr der beiden ersten Kriegsanleihen nicht weniger ckls rund 3 Milliarden auf Schuldbuchforderungen. Der Anteil würde noch mu vieles größer sein, wenn die Vorteile bekannter wären, die die Eintragung in das Schuldbuch gegenüber dem Besitz von Anleihe-Stücken bietet. Diese Vorteile bestehen in Sicherstellung gegen Verlust. Diebstahl, Feuersgefahr und in allerhand' Bequemlichkeiten: kostenlosem Bezug der Zinsen, gebührenfreier Verwaltung, Ueberweisung der Zinsen an Sparkasse, Bank, Kreditgenossenschaft u.s.w. (Wer Näheres wissen wilr, kann von der Königlichen Seehandlun- (Preußischen Staatsbank) ein kurzgefaßtes Flugblatt über das Schulbbuch kostenlos erbitten.) Schuldbuchforderungen sind außerdem 20 Pfg. billiger als Anleihestücke. Es werden deshalb jedenfalls alle diejenigen, die die gezeichnete Anleihe dauernd oder doch längere Zeit zu behalten beabsichtigen, den Schulbbuchsorderungen den Vorzug zu geben haben. VereinSlalender. Verein Mekor Chajim. Samstag, v'vnn, 3l/t Uhr: Mikrovortrag; Herr Rabbiner Rottenberg. Sonntag, 9'U Uhr vorm, im Bereinslokale: Gemoro; Herr R. A. Posen. 0 Uhr abends: Bortrag des Herrn Rabbiner H o r o v i c z, Jerusalem: Der Schluß der Thoraschrift. Montag, abends 83/4 Uhr im Vereinslokale: Gemoro; Herr Dr. Joseph Breuer. Dienstag, 71/« Uhr morgens: Gemoro; Herr R. A. Posen. Jeden Morgen nach Schluß des Gottesdienstes: Mtfchna. Agudas JiSroel Jugendgrupve. Freitag, 24. Sept., '/n5 Uhr. Vortrag über Sukkaus; Herr B. Rachelsohn. S a m st a g, 25. Sept., 10 Uhr: Doroth Horischauntm; Herr Direktor Dr. G. 8 a n g e. 10 Uhr: Gemoroh; Herr Rabbiner Schüler. 10 Uhr: Gemoroh; Herr Dr. M. Lange. 11 Uhr: Tauroh; Herr A- Hirschberg. Freitag, 1. Okt., 6 Uhr abends: Srdrahvortrag; Herr Direktor Dr. G. Lange. Samstag, 2. Okt., IO1/* Uhr: Gemoroh; Herr Rabbiner Schüler. 10V, Uhr: Gemoroh; Herr Dr. M. Lange. IO1/» Uhr: Doroth Horischaunim: Herr Direktor Dr. Lange. 11'/, Uhr: Tauroh; Herr A. H irschberg. Dienstag, 5. Okt., 0 Uhr N.: Gemoroh; Herr Dr. M. Lange. Mittwoch, 0. Okt., 9 Uhr N.: Nwijim; Herr S. Unna. Donnerstag, 7. Okt., V,9 Uhr N.: Gemoroh. Herr Direktor Lange. Agudas Jisroel Mädchengruppe. Samstag, 2. Okt. 3 Uhr N.: Pirke OwauS; Herr A. H i r fch b e r g. Sonntag, 3. Okt.: 7 Uhr R.: Tefilloh; Herr S. Schachnowitz. Montag, 4. Okt., 0 Uhr abends: Turnen; Frl. L e y h. Dienstag, 5. Oft., 9 Uhr abends - Französischer Sprachkursus; Frl. R. Jeidel. H/49 Uhr abends: Dinim: Herr Rabbiner S. Bamberger. Mittwoch, 0. Okt., 8'j, Uhr abends: Handarbeitsabend. Donnerstag, 7. Okt., 9 Uhr abends: Jeschv» johu; Herr Rabbiner S. Bamberger. Zacharias Wertheimber sche Stiftung (Klaus) Herr Rabbiner Dr. Lorsch: Samstag, 10BU Uhr vorm.: Die Sidra mit Rafchi 11*U Uhr vorm, (für Schüler)n^JD 'DJ 4l/, Uhr nachm.: xop x-n 'oa. Sonntag, 7 Uhr vorm.: xop X22 'öj. Montag, eine Stunde vor NNJV(für Schüler): mvo. Dienstag, 7 Uhr vorm.: xop X32 m Eine Stunde. vor nrao (für Schüler): nb’JD 'oj. Mittwo ch, vor nnjv: 1. (für Schüler) eine Stunde rtJPö; 2. ff fix: Schüler) eine Stunde n^ao DJ. Freitag, vorm. 7 Uhr: X2p X22 'DJ. Herr Rabbinatsaff. Posen: SamStag, vormittags nach Schluß der Synagoge Friedb. Anlage: cix "n, Frankfurter Weinlese. Bon allen Fronten aus Ost und West kommen immer ivieder Villen nach leichtem Rot- und Weißwein. Immer dringender wird dieser Ruf, insbesondere aütz dein Osten, wo der leichte Rot- und Weißwein als Borbeuge-Mittel gegen .Krankheiten dienen soll. Wir beabsichtigen deshalb eine Weinwoche vom 20. bis 2S.Sept. zu veranstelten, in welcher die Nriegsfürsvrge, ^.heaterplatz 14, Abnahmestelle I, Hohenzollernstraste 2, Abnahmestelle II, Hedderichstraße 59 und Hansa-Haus, Jett 90/94, leichten Rot- und Wetßwein entgegennehmen. Es ergeht an Alle, die so glücklich sind, spenden zu können, die herzliche Bitte, in der angegebenen Zelt Flaschenwein — auch Aepfelwem ist willlommen — an eine der obigen Stellen abzuliefern. (3187) Hanpttag d. Weinwoche soll Donnerstag, d. 23. Sept. sein. Lin Arankfutter Herbsttag imKriegsjahrisis Auf 12 großen öffentlichen Plätzen der Stadt — die noch bekannt gegeben werden — werden Tische ansgestellt, an denen jlknge Mitbürgerinnen Wein, ober Geld zur Beschaffung von Wein, ober Gutscheine in Empfang nehncen. Möge Frankfurts Herbst für unsere Tapferen im Felde ein reicher fein. Pie Jeutrat-Kriegsfürforge: Theaterplatz 14 Adnaßwestesse I ASnaßmestelle II Hohenzollernstraße 2 Hedderichstraße 59 Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters ar*f ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. 3 ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ Zur „Weinwoche" der Kriegsförsorge bringen wir unser au-erorbentlich reichhaltiges Lager bestgepflegier Meinem empfehlende Erinnerung Weißweine von M. 0.85, Rotweine von M.1.10 SUfö Da neben Weinspenden auch Gutscheine angenommen werden, bitten wir den angesügten für gütige Spenden freundlichst zu benutzen, d. h. ausgefüllt an die Abnahmeftelle der Zentral-Kriegsfürsorge geben zu wollen. SiiukelHWinckler ZumBesuche derKeüereien wirb höst.eingeiadrn » SchSstrgaffe2i rei.Sansai«88 Gutschein. An die Firma Sinckel & Wimkler SchäferMe 21 Hier Hierdurch ersuche ich Sie für meine Rechnung an die Zentral-Kriegsfürsorge Fl. zuMk. zu senden. Frankfurt a. M., den.September 1915 (Name) .(Mresie) ntfllv»7i '~a Ti» rVrfiiWriV^- --- iütiUaäii