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Der Israelit · 1915-09-21 · Heft 40-41 (21.9.1915) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 40-41 (21.9.1915)
Date
1915-09-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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SS. lakroang. Sranftfurf a. M-. Ben —~^ Tis^rig«?'«— Jfl »- 4i.< IvvDerlsraeiirJ WSE^t. Ein Centralornan IQr das orthodoxe JiidentBin I(f&li ilMBI) r^aggSigrfiodef ooa Dr.Lehmanninfflainz llaV/| » H «flomoncn« p*o flMcrteitnfl* > GewSdni.« v- $eftait8eaft' (ffmtfthtmft Mk 8.— UvLlanüSvV^ Etewöbv TnSgaLr: Orsterreich-Unoorn » Kr., Dkutzlaad i Bnb„ LnatanL » * Amerika 60 st»., Meßetlaabe l.SO fl., Kronkrrtck Pr» r.Sv UomtunmtS bei allen ViRonftidtoi flhutbanbUntoui '•>**" >■• tfcfl X«**» De, ,rsrael« rtfd»rtm tr&fii I>oii»rrHag Inserate: 3» Pfennig für dir secbSqrfvatten» Lolonel-Zeile; Aaban na» Tarif. Jnferatenannadme durch den Verlag deS Israelit G. m. b H., sikranefurt a.M.« Er. Efchenbeimerftr. 83 Tel.S«4S.Ami Hania. sowie sömtl. Annoncen-Exped. deS In- und Auslands. yidnitTrdffiftn obttt D/rlmiMtdjhrtt. 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Gebieten ) - Warschau (Die Leiden der Juden in Polen.) — Warschau (Die Schulfrage in Warfchau.) - Warschau (Die jüdische Presse in Polen.) — Petersburg (Christliche Teilnahme.) — Petersburg (Die russische Industrie und dreJudenftage.)— Petersburg (Der Wechsel mi Generalstade.) -Kopenhagen (Einschränkung der Hoch'chulsperre für Juden.) — London (Die verschleppten galizischen Juden in Kiew.) — Gens (Französische Liga für die russischen Juden.) — Zürich (Die jüdischen Freiwilligen in Frankreich.) - Kopenhagen (Entgegenkommen in Dänemark ) — London (Der letzte Sieg ) — New-Aork (Rückgang drr Ein- und Ausw nderung in Amerika.) — 5. Personal ien: Frankfurt a. M. ---6. Vermischtes: rtin. — Berlin. — WtthelmZ- Haven-Rüstrmgen. — Wien. — 8. Briefkasten. — 9. Beklagen Litera, ische Warte: Ratb ner Dr. M. L. Bamberger, Schönlanke: Gin bedeutendes Midraschwort — Bücherschau. - Feuilleton : Wenn Moschiach kommt... — Der heiltge Dassterschcia. - Aus drr Gzernowitzer Kussenreit. Im Frieden der Hütte. In einer Zeit, da fast täglich, der Ruf des Vaterlandes Tausenden das rn’Ha sz ■jrn rnHj vzv das Vertauschen der warmen häuslichen Behaglichkeit mit dem Ungewohnten und Ungewissen des Kasernen- und Feldlebens gebieterisch diktiert, da die Sturmflut über die Erde braust und noch kein friedenkündendes Oelblatt in hohen Lüften grüßt, da aus unzähligm schmachtenden Herzen tausendfaches Menjchcnieid AUM Himmel weint, in einer solchen unsteten, fried- und freudelosen Zeit könnte unser Fest s mil seiner trauten Laubdachhütte, seiner Friedensi palme und seinen höchsten Tönen der Freude I etwas weltfremd und wirklichkeitsfern anmuten.! Vielleicht aber erfassen wir heute seine sinnige j Sprache mehr denn sonst zu einer anderen Zeit,! da in der stillen Ebene selbstsicheren Wohllebens s unser Horizont beengt und Auge und Ohr Jüi; die höheren und feineren Regungen des historischen Geschehens verschlossen blieben. j Nicht alle Weisen waren sich darüber einig, was es mit dem göttlichen Schutzdache in der Wüste, ans das in der Schrift mit dem Satze . '121 Taten jvcoa '2 bn gewiss.« w rd, in ’ Wirklichkeit auf sich hatte. Es konnten sichtbar geformte Hütten, troo niSlöf gewesen sein,; es konnte aber damit auch die Israel guf seiner Wüstenwanderung begleitende Ehrenwache der Wolken, "n22^r gemeint sein. Tie erstere Auffassung lenkt unseren Bllck nach unten, nach dem schwanken Boden des Erdendaseins und läßt in uns die Wüste mit all den Mühsalen unt- Ilnbild-en, die sie den Vätern in leidvollen Marrder- und Werdejahren gebracht, als Symbol unseres Erdenwallcns in all seiner grauen Kleinheit und glerßnerisch trügerischen Größe ausleben! Die zweite Version zwingt aber das Auge zum A,ufb licke, führt es von der kleinm, j kalten Flüchtigkeit des Seins zu dem Großen uno Ewigen über den Wolken hinaus.—TT! D2TTHT daßes die Generationenwisi f c n! Unsere Generation ist sich aber dessen be-! mußt, '22 n« Tann '2, a n nm ' einst und immer Israel des Schutzdaches der .Hütte im e r st e n wie im z w e i t e n Sinne erfreuen durfte! Immer stand die Suckah in seinem Leben als graues Sinnbild der Wüste, der Gefährdung kurzbemessener Ruhe und Sicherheit, es wankte beständig der Boden unter seinen Füßen und . selten kam der Wanderstab für eine Weile aus seiner Hand. Allein, hoch über dem Jammer des mobilen Hüttenlebens winkte die göttliche Ehrenwolke bergend und leitend. „N i ch t wich die Wolkensäule am Tage und die FeuersäulebciNachtvordemBolk e." Darum vermochte Israel, den ungetrübten Blick-nach oben gerichtet, in Leid und Nacht seines ruhelosen Suckahlebcns die F r i e d e n s p a l m e voll Lebensmut und Wclwerlrauen zu schwingen und Freude zu empfinden, Freude um sich M vtrbreitcn, den Gottcsfunken der Freude in herrlichen Festen spätesten Generationen zu vererben. Wieviele Tage der Freude wären unseren Vorfahren überhaupt noch übrig geblieben, .hätten sie sich von Cäsarenlauncn im alten Rom oder Ghet.onot des Mittelalters in ihrem Glauben und Hoffen und Frohsein beirren lassen! Und dennoch wissen wir es, daß innerhalb der trennenden Mauern Feste gefeiert wurden, wie sie die offne, strahlende Welt inniger und gemütswärmer nicht mehr erlebt! Wahrlich, hatte Israel die Welt weiter nichts gelehrt, als mitten in der Zeiten schwerster Not Feste desVertrauens,desFriedeusundder F r e u d e z u f c i e r n, es hätte einer nach Glück lechzenden Menschheit reichlich genug gegeben! So möge denn die Predigt des Tages von uns und all den Völkern, die nach dem' Worte des Haftora-Propheten mit uns die Glücksverheißung des Hüttenfestes teilen sollen, voll begriffen werden: Daß wir, im' Bilde der Zeit gesprochen, in unserer unsicheren, notbedrängten Suckahgcgenwart uns nicht den Blick zu deir Wolken des Schutzes trüben, nicht die friedenkündende Palme aus der Hand geleiten imd nichtbic Freude aus dem Herzen reißen lassen. Ssrogi'm mit HmOerm'ffen. 'pSt 'n 'jsS cnneirv "D'v' nwrc //Freude vor Gottes Angesicht" — das ist d e Blüte der ernstei Glut« und Tischrt- Toge, die diesmal m t doppeltem Ernste zur st llen Einkehr einluden und darum mit gesteigerter Inbrunst das Sehnen weckten nach dem läng lnibehrten Glücke: sich freuen zu können. Unv doch schien es, als ob die deutsche Judenh-it auf das vm Gott gehe liqte Symbol der ewigen Freude, aus den Feststrauß des Lulow uns Esrog, gerade in diesem Jahre f eu^eleeren Kummers mit schwerem Herzen werde vrrzich cen müff n! ^chon war der erste Tag der Teschuwo- Woche herangenahr, und noch eröffnete sich keine Aussicht aus die E nfuhr von Esrogimmit Ausnahme von vielleicht tausend Stück zu fabelhaften Pre.jen war kein Transport hereingekommen. U'i;'/1

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