Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 36 (26.8.1915)
- Date
- 1915-08-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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38. August 1915 *_ _ _ $ubi kennen, den die herrlichsten Charaktereigenschaften zierten, und der Liebe und Verehrung aller' empfohlen. In den Futztapfen seines großen Vaters wandelnd, gab es keine nute, die er nicht mit inniger Begeisterung ausübte, kein Lernen in seinem Kreise, welches er versäumte, soweit es seine Zeit erlaubte, und tiefe Frömmigkeit spiegelte sich in all seinem Tun und Lassen. Wie er schon auf der Schule in Mannheim sich durch ganz besonderen Eifer und Fleiß auszeichnete, so war er dann in Mainz in feiner geschäftlichen Tätigkeit der Liebling seiner Ehefs und Mitarbeiter. Am vergangenen min rna®> folgte er mit Begeisterung dem Ruf des Vaterlandes und wußte sich durch seinen Pflichteifer und sein bescheidenes Wesen die Zufriedenheit seiner Vorgesetzten, wie auch die Verehrung der Kameraden zu erringen. Es zeugen hiervon die aner. kennenden Worte seiner Vorgesetzten und die geradezu rührenden Beileidsbriefe seiner christlichen Kameraden aus dem Felde, in welchen fie ihn als den guten Geist der ganzen Kompagnie bezeichneten. Welche Freude war es für ihn, durch reichliche Sendungen seiner Freunde und Angehörigen in der Lage zu sein, NV2 zu leben und im Felde bie v'v' nach Vorschrift des Gesetzes zu halten. Bei all den übermenschlichen Anstrengungen, welche die furchtbaren Karpathenkämpfe während des ganzen Winters und die Verfolgungs, kämpfe in Galizien im Sommer an die Truppen steütenversäuntte er keine und nahm sich, so oft er nur Irgend konnte, sein ->sv vor, um ein wenig zu lernen. Seine Briefe aus dem Felde, die stets in humorvoller Weise geschrieben waren, zeugen von dem unerschütterlichen Gottvertrauen, das sich immer in dem Satze äußerte: „Bis heute hat Gott seine schützende Hand über mich gehalten, er wird mich auch weiter schützen." So wird nun Kallner, in den ewigen Schutz Gottes eingezogen, in unserem treuen Gedenken fortleben. rvMün Günzenhausen, 10. August. Der Londoner „Jewish-Chronicle" veröffentlicht aus dem Brief eines englischen Majors Rathbene an seinen Bruder folgende Stelle: „Ich war 24 Stunden lang im Schützengraben mit einer Stunde Ruhepause. Wir fingen einen deutschen Offizier, Leutnant Max Seller, von einem bayerischen Infanterie-Regiment. Er und zirka so Mann griffen uns mit Handbomben an und der Offizier wurde mit dem Bajonett getötet. Ich half ihn mit unseren eigenen Mannschaften begraben. Er war ein Jude, so daß ich den Gottesdienst durch den Kaplan ändern ließ. Vielleicht werden seine Angehörigen sich freuen, dies zu hören und Du kannst den „Jewish Chronicle" und die „Jewish-World" ersuchen, es zu erwähnen, damit jene davon in Kenntnis gefetzt werden. Er war ein tollkühner Bursche und meine Leute konnten nicht umhin, seinen Versuchen, uns zu bombardieren, Bewunderung zu zollen." — Der tapfere Offizier war Vertreter der Firma Jakob Kutz Nachf. in Bayreuth und der älteste Sohn der in Gunzen Hausen wohnhaften Handeksmannswitwe Maria Seller. Er war ein eminent tüchtiger und gebildeter Mann, der überall durch sein bescheidenes und höfliches Auftreten beliebt und für feine hervorragende Tapferkeit bereits mit dem Eisernen Kreuz dekoriert war. Ko sch min, 22/ Aug. Am 1. September begeht Herr Rabbiner Dr. Heppner sein 2öjähriges Amts« und Ortsjubiläum. Herr Dr. Heppner ist weiten jüdischen Kreisen als Herausgeber der jüdischen literarischen Abreißkalender und als Bearbeiter der „Geschichte der Juden in der Provinz Posen" bekannt. Veremsnachrichten. Heidelberg, den 1. August. Im verflossenen Sommersemester suchten einige Bundesbrüder Heidelberg auf. Hierdurch konnte die „Bereinigung jüdischer Akademiker, wenn auch in beschränktem Maße, ihre Tätigkeit ausnehmen, nachdem im ersten Kriegssemester die Vereinstätigkeit geruht hatte. Durch Einberufung und Wegzug verringerte sich jedoch unsere an sich kleine Zahl während des Semesters. Aus diesem Grunde beschränkten wir entgegen sonstigem Gebrauch die Zahl der wissenschaftlichen Abende auf zwei. Bbr. Dr. Marcus Cohn referierte über Wesen und Bedeutung deS jüdischen Völkerrechts und Bbr. Rabbiner Dr. Schiffer, Karlsruhe, setzte seine Vortragsreihe über jüdische Weltanschauung fort. Den Hauptwert legten wir aus das Lernen, das in kleinem Kreis unter der bewährten Leitung des Herrn S. B. Rabinkow eifrig gepflegt wurde. Wir lernten sechsstündig nwsrr jddb möJ und einstündig nun npm r> mb*i. Außerdem fanden noch onipnv der Bundesbrüder unter einander statt. Zahlreiche Ausflüge führten fast jeden Sonntag nach den Mimen der Woche die Bundesbrüder in die herrliche Umgebung Heidelbergs. Wir konnten zweimal Gaste der Frankfurter und Würzburger Bundesvereinigung begrüßen. t m a Der Vorstand setzte sich zusammen aus den Bundesbrüdern stud. med. Raphael Möller, Präsident, sind, ehern. Seligmann B. Bamberger, Schriftführer, eand. phii. Abraham Wolff, Kassenwart. Der Fuxenunterricht wurde von Bbr. Dr. Marcus Cohn erteilt. Im Laufe des Semesters trat zu unserer Freude Herr Rabbiner Dr. I. Unna-Mannheim der Bereinigung bei. Leider hat auch in unseren Reihen der Krieg schwere Lücken gerissen. Möge der Bund künftighin vor jedem Verluste bewahrt bleiben. Wir hoffen, daß das nächste Semester mit Sicht auf einen baldigen Frieden beginnen wird, wodurch denn auch unser BeretnSleben sich voll entfalten kann. Der Israeli! No. SS Sette 6 Vermischtes. Hamburg, 10. Aug: Auf dem Begräbnisplatz der deutsch-israelitischen Gemeinde in Ohlsdorf wird für g efallene jüdische Krieger ein Ehrensriedhos eingerichtet und von der Gemeinde in Pflege genommen werden. Die Namen der in Feindesland bestatteten israelitischen Soldaten sollen auf einem Gedenkstein verewigt werden. Mannheim, 20. August. Im Gegensatz zu manchen anderen ähnlichen Instituten hat die hiesige Peah im Kriegsjahre ihre Tore nicht geschloffen, sie hat vielmehr gerade in diesem Jahre eine besonders intensive Tätigkeit entfaltet. Die Peah ist auf derselben Grundlage wie in anderen Orten errichtet; sie sammelt entbehrlich gewordenen Hausrat aller Art und will durch die Abholung, Sortierung und Ausbesserung der ihr geschenkten Gegenstände für bedürftige Glaubensgenoffen Arbeitsgelegenheit schaffen. Der Reinertrag aus dem Verkauf der Gegenstände, die zu minimalen. Preisen an Bedürftige aller Konfessionen abgegeben werden, fließt wohltätigen Zwecken zu. Bemerkenswert ist, daß die Peah bisher ihre Tätigkeit ausübte, ohne Geldunterstützung von der Gemeinde oder von Privatpersonen zu beanspruchen. Auch in diesem Jahre, wo erhöhte Anforderungen an sie gestellt wurden, ist sie ohne solche Unterstützungen ausgekommen. Die durch den Krieg entstandenen Leiden gaben der Peah Veranlassung, ihre Hilftstätigkeit den verschiedensten Gebieten zuzuwenden. Wie bisher wurden zahlreiche bedürftige Familien unterstützt; einzelnen wurde eine Beihilfe zur Gewinnung einer selbständigen Existenz gewährt. Als bei der Maffenflucht der Juden aus Galizien an alle jüdischen Gemeinden die Aufforderung erging, die Not der Unglücklichen, die in Böhmen und Mähren ein vorläufiges Unterkommen gefunden hatten, zu lindern, beteiligte sich auch die hiesige Peah an dem Hilsswerk. Außer einer namhaften Geldspende gingen von hier aus eine große Anzahl Kisten mit Wäsche und Kleidungsstücken an die verschiedenen Sammelstellen ab. Auch für die durch Hungersnot und Heuschreckenplage schwer bedrängten Glaubensgenosien in Proben und aufkJärende Broschüre F. 60 gratis durch die Pharmakon BoseUschaft ehern. Fabrik, Frukfart a. Hain jSaxittfäs&t regelt den Stuhlgang bei Erwachsenen und Kindern. Für de» ftdlsmefctl if» die »edakttoa »Ult der»«tt»»rttich; insbesondere Ist e» Sache der Leser, die im UeklaWtteil e«Gstte»ea Empfehlunge* ritueller «are» »der souWaer A«, gäbe» religleuSgesetzliche» »Aaratterh a»s Ure Zuverlässigkeit z« prüfe«. Kabar Friedrich Quell» — Offenbaeh a. M.- Gegen Gieht und Rheumatismus bewährt. Alleiniger General - Vertreter: Friedrieh' Stahl, Frankfurt a. M., GftnthersboFgallee 87. Tel.259 n. 714 Das Berliner Reichsbank-Direktorium gibt bekannt, daß der Rest der Stücke der 5% Reichsschatzanwetsunaen der zweiten Kriegsanleihe wegen oer mit der Herstellung und AuSferttgung von annähernd 7 Millionen Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen und ebenso vielen Zinsscheinbogen verbundenen übergnotzen Arbeit nicht früher als im September und Oktober geliefert werden kann. ES richtet daher an die Zeichner die Bitte, auf bie durch die gegenwärtigen Zeitverhältuiffe geschaffene Lage Rücksicht zu nehmen und sich vorläufig mit der Mitteilung ihrer Vermittlungsstelle, daß die Zeichnung für fie getätigt und der Gegenwert gezahlt ist, z« begnügen. Labbat--Anfang u. Ausgang. man *a naw OBTi Anfang Datum AuSgang lubrlMm. ISIS! 5675 Uhr |8Rm. 27. 17. Srimkfmkt a. M. 6 45 August eini 8 05 Berlin ... — — — — Müuche» . . . 6 46 7 45 Strasburg . . 6 30 8 05 Stuttgart. . . — — — — Pose« .... — — — — Nürnberg. - 6 45 7 49 Hamburg . - - > — — — — N.JSRAEL Spandauer Str. 16 C3 CP I I Gegenüber Königstrasse 11 - 14 D Lw 1 \. Lw I I * dem Rathaus GEGRÜNDET 1815 Ltr. ■UST4 \ Kaufhaus für Leinen nnd Wäsche, Konfektion, Mannfaktnrwaren, Gardinen, Teppiche, M5beL r Wäsche^ Ausstattungen Die Anfertigung erfolgt in eigenen Zuschneiderei- und Näherei-Sälen Wohnungs- Einrichtungen Übernahme vollständ. 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