Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 32 (29.7.1915)
- Date
- 1915-07-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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20 Juli 1915. Der JSraelit. No. 32 Seite 7 M et. >e, en tte rrrieche cht aon hat dsort us inchvie mheon 22. mlen lrnnm agt Md in wn des its es um hen lNg loche inder adtrd heeroreli-;en »ht. ren rte zu len sen zuaft tele wirken sollsie sollen dafür sorgen, daß in dieser zentralen Körperschaft die zionistische Organisation in angemessener Weise vertreten ist. Personalien. Rabbiner Dr. Isaak Stein y^r- Memel, 18. Juli. Bon einem furchtbaren Schlage ist unsere Gemeinde, die ganze gefetzestreue Judenheit Deutschlands betroffen worden. Unser Rabbiner, Dr. Isaak Stein, ist in der Blüte seiner Jahre, noch bevor er das vierzigste Lebensjahr erreicht hatte, einer schweren Krankheit zum Opfer gefallen. Ueber ein Jahrzehnt lang war Dr. Stein bei uns tätig und hat es verstanden, in de. Nordstecke unseres Vaterlandes vor den Toren des großen ostjüdischen Ghettos in vornehmer und liebevoller Gesinnuug eine reiche Tätigkeit zu entfalten. Er war Freund und Berater aller seiner Gemeindemitglieder, als Mitglied des Kuratoriums unseres Krankenhauses, ein Barer der armen Kranken und in Wort und Schrift allezeit bemüht, auf der Kanzel wie in Vereinen die Lehren des Judentums zur Anerkennung zu bringen. Ein begeisterter Patriot, hat er auch während des Krieges innerhalb und außerhalb seiner Gemeinde zur Stärkung der Gemüter viel beigetragen. Die Aufregung, die ihm die kurze Zeit der Ruffeninvafion brachte, hat zweifellos dazu beigetragen, daß die heimtückische Krankheit, die an ihm nagte, rasch zum Ausbruch kam. — Sein Andenken wird in der ganzen Gemeinde und bei all denen, die ihm näher getreten, ein gesegnetes bleiben. JvaJün. Hersfeld, IS. Juli. Unsägliches Leid hat feinen Einzug in das Haus unseres verehrten Lehrers, Herrn Rutzbaum hier, gehalten. Mit ihm trauert die gange Gemeinde ob des Verlustes des hoffnungsvollen Sohnes, des Oberlehrers Beni Nutzbaum, der im blühenden Aller von 28 Jahren den Heldentod für das Vaterland auf den blutgetränkten Schlachtfeldern Rußlands gefunden. Die Tugenden drefeS frommen Helden zu schildern, soll einer andern Jeder Vorbehalten bleiben. Möge der Allbarmherzige die trauernden Eltern und Geschwister trösten, rrajün Nördlingen. 25. Juli. Am 16. Juni erlitt den Heldentod fürs Vaterland ein Jüngling, der es verdient hat, ehrenvoll hier erwähnt zu werden. Josef Hamburger aus Nördlingen rückte im Dezember voll Gottvertrauen und Zuversicht nach dem westlichen Kriegsschauplatz ab und hat sich hier in den sechs Monaten des Ringens nicht nur als tapferer Kämpfer für das Vaterland ausgezeichnet, sondern auch als Kämpfer für die heilige jüdische Sache,- so übertrat er das Speisegesetz in keiner Weife, trotz der schwersten Hindernisse, die sich ihm manchmal entgegenstellten, seinen Vorgesetzten und christlichen Kameraden mutzte er durch sein Festhatten an der Religion, wie aber auch durch sein liebevolles Wesen die vollste Anerkennung abzugewinnen. Am verfloffenen Peffach versorgte der herzensgute und hilfsbereite Mensch noch verschiedene jüdische Kameraden mit Mazzot. Welche Freude war es für ihn, wenn er an einem Feldgottesdienst teilnehmen konnte, um sein Gebet mit Minjan zum Allgütigeu emporsteigen zu laffen. So ist denn der Körper dieses seltenen Jehudi in fremde Erde gebettet, sein Geist aber wird bei allen, die ihn konnten, fortleben. rra*» Hohensalza, 22, Juli. In tiefe Trauer ist die hiesige jüdische Gemeinde durch das Hinscheiden des Herrn Bankier Isidor Levy, des langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden der Synagogengemeinde, versetzt worden. Der Verblichene, der hier eine hervorragende Stellung einnahm, hat viele Jahre in uneigennützigster Weise seine Kraft dem Gemeinwohl, namentlich aber der jüdischen Gemeinde gewidmet. Der Synagoge ijat er als Tempelvorsteher sehr schätzenswerte Dienste geleistet. Ein überaus bescheidener Charakter, setzte er in vielen Fällen seinen Einfluß und seine Mittel gern für andere ein. Zur Beerdigungsfeier, die mit allen militärischen Ehren stattfand, hatten sich die Spitzen der städtischen Behörden, sowie viele Mitglieder des Magistrats und der Hohensalzaer Stadtverordnetenversanrmlung eingefunden, während der hiesige Landwehrverein mit umflorter Fahne auf dem Friedhofe von der Leichenhalle mit der Militärkapelle Aufftellung nahmen In der Halle des neuen Friedhofes ergriff Herr Gemeiuderabbmer Dr. Kohn das Wort, um der Traueroerfammlung in beredten Worten noch einmal das Lebensbild des Verstorbenen vor Augen zu führen. nvMün Frankershausen, 25. Juli. Herr Perez Plaut, der das hohe Alter von 84 Jahren erreichte, hat am 3. Aw feine reine Seele ausgehaucht. Einer jüdischen Gelehrtenfamilie entstammend, hat er min 'vo'b sein Lebenlang gepflegt. Seine gelegentlichen Borträge in den hiesigen ChewrauS sanden aufmerksame Zuhörer. Seinen Worten entsprach sein Handeln sowohl in der Familie, in der Gemeinde und in feinem kaufmännischen Beruf. Ueber drei Jahrzehnte war er Gemeindeältester. Bor einigen Jahren feierte er an der Seite seiner gleichgearteten Gattin das goldene Ehejubiläuur, das ein wahres Freuden- und Ehrenfest für die ganze Gemeinde war. In Abwesenheit des Herrn Lehrers Mannsbach, der seit Kriegsbeginn im Felde steht, sprach an der Bahre Herr Lehrer Bachrach aus Abterode. .Tsx;r Boskotvitz, 23. Juli. Am 11. Juli hatte sich die Gemeinde im hiesigen Schulgebäude versammelt, um von dem allseits beliebten Rabbiner Dr. F. Funk, welcher nach 21 jähriger Wirksamkeit nach Wien übersiedelte, Abschied zu nehmen. Bereits früher hat die Chewra Kadischa, wie auch der Unterstützungsverein „Selbsthilfe", dessen Gründer und erstes Ehrenmitglied Dr. Funk war, eine Feier veranstaltet, später haben die Flüchtlinge, für welche Dr. S. Funk sehr viel wirkte, ihm ein Dankschreiben überreicht. In Vertretung der politischen Gemeinde hat der Bürgermeister und für die Kultusgemeinde ihr erster Vorsteher, sowie ferner die Präsidentin des Frauenvereins Rabbiner Dr. Funk's edles Wirken in Ansprachen hervorgvhobe». Die Schuljugend, wie auch andere Korporationen haben durch Gesänge die Feier verschönert. Vermischtes. Gailing n, 30. Juni. Auf dem nicht tueit von hier gelegenen großen Truppenübungsplatz H e u b e r g befinden sich unter den dort untergebrachten Gefangenen viele jüdische Russen. Auf Anregung des hiesigen Land sturmmanns, Herrn Siegfried Baach, welcher der Wachmannschaft des Gefangenenlagers zugeteilt ist, wurde durch die Präsidentin des israelitischen Frauenvereins, Frau Dr. Heilbronn, eine Sammlung von Tefillos, Machsorim, Tefilim und Talessim veranstaltet, das Resultat war ein so gutes, daß eine reichhaltige Sendung nach Heuberg abgeschickt werden konnte. Die Freude der jüdischen Gefangenen ist unbeschreiblich und der schon lange gehegte Wunsch nach Abhaltung eines Gottesdienstes wird dadurch erfüllt, wozu der hiesige Synagogenrat in bereitwilliger Weise gewiß gerne eine Thora-Rolle zur Verfügung stellen wird. München. 23.Juli. Für den jüdischen Religionsunterricht an den Volksschulen leistete die Stadtgemeinde bisher einen jährlichen Zuschuß von 2000 M. Aus Ersuchen der Kultusgemeinde beschloß das Gemeindekollegium einstimmig aus Billigkeitsgründen diesen Zuschuß auf 3000 M. zu drhöhen. Fürth i. B., 23. Juli. Mit dem 'Eisernen Kreuz wurde der Unteroffizier der Landwehr, Kaufmann Max Frank dahier, ausgezeichnet. Tilsit, 3. Juli. Bereits im vorigen Jahre beschloß die hiesige Gemeindebcrlvaltung ,uuit Andenren an ihren Heimgegangenen Blitzenden des Vvrnniides. Herrn Dr. Max sJi v f c n t ra n 3 lgesr. am _*0. September 1913» in Anerkennung feiner hervorragenden Verdienste um die hiesige Krris-Lyuagogengemrindr. eine Max Ristenkranz'sche Stiftung ,;u gründen, deren Zinsen am Jahrzcitstage des Verschiedenen an Arme verteilt werden sollten. Am Sonntag, 30. Mai d. Js. überreichte eine Abordnung des Vorstandes rmd des Kuratoriums der Max Rosenkranz'schen Stiftung der Wlve. Frau Rosenkranz die Urkunde dieses würdigen, echt jüdischen Andenkens, das dem teuern. leider >'n dem besten Manncsalter Helmgcgangcneir U>te der löblichen Gcmcindcberwaltung nur zur Ehre und ',h»i Segen gereichen kann. Eydtkuhneu, 24. Juli. Auch die jüdische Gemeinde hat durch die Ruffeninvasion viel Schaden erlitten. So beträgt der Wert für gestohlene lind unbrauchbar gemachte Schmuckgegenständo ans der Sonagoge zirka 15,000 M. Wie«, 2. Juli. Der „I s r a e l i t i sch e T e Nt p e l- und Schulverein", Stumperg. 42, veranstaltete am 17. Tamus eine Seelenseier für das Thronfolgerpaar Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Gemcchlin. Nach dem Minchagebet hielt Herr Rabbiner Flesch eine formvollendete Gedächtnisrede für das dahingeschiedene Thronfolgerpaar und für die im j ngste», Siege gefallenen jüdischen Baterlandssöhnen. Mit der Rezitation des „El more Rachamim" mib „Hannußen Teschno" darch Herrn Oberkantor Fischmann wurde die erhebende Feier beschlossen. Wien, 27). Juni. Im Bcthause des Vereins „Agudas-Achim" wurde S. Neuwirth feierlich als Rabbiner eingeführt. Das Gotteshaus war vis auf den letzten Platz besetzt. Der Obmann des Vereins, Herr W. Broda, begrüßte den Rabbiner. Nach dem Mariw-Gebet hielt er seine Antrittsrede, in der er die Wichtigkeit des Thoralernens gerade in unserer ernsten Zeit mit schönen Worten betonte. Sein Ziel urrd Streben sei die Verbreitung von Thorakenntnis. Die Rede machte einen sichttichen Eindruck. Timmendorfer Strand, 18. Juli. Dank der Fürsorge des Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser, der trotz des Krieges sich überall segensreich betätigt, ist am hiesigen wunderschönen Strande dieses Jahr zum ersten Male ein rituelles Restaurant eröffnet worden. Verschiedene Familien haben sich dadurch veranlaßt gesehen, den Platz als Sommeraufenthalt aufzusuchen. Kolberg, 3. Juli. Das jüdische Kurhospital zu K'olberg hat seit Kriegsausbruch als Reserve-Lazarett gedient, ist nunmehsr aber feiner eigentlichen Bestimmung zurückgegeben worden. In den Monaten Juli und August lverden im wesentlichen Kinder unter 1.7 Jahren ausgenommen werden, von Mitte August bis Mitte Oktober dagegen auch Erwachsene Anmeldungen für Juli sind bis zum 1.7. d. Alts, mit ärztlichen Zeugnissen bei dein Vorstand einzt'.reichen. l5aaq, 22. Juli. Am vorigenMittwoch fand hnZ die Gründung einer I ugendgruppe der „A g n d a Iisroe l" statt Die Anregung ging von einem Teck der Antwerpener Mitglieder der Ägndas Jisroel aus, die ihren Wohnsitz zur Zeit in Scheveningen haben. An der Eröffnungssitzung nahnren die beiden z. Zt. für die Kenesioh Gedauloh gewählten Delegierten der Ant werpener Ortsgruppe teil. Die Arbeit der Jugend gruppe, die sich im niesentlichen der Arbeit der deutschen Gruppen anpassen dürste, hat mit der Einrichtung von Lerukursen bereits ui erfreulicher Weite begonnen. London, 4. Juli. Die Jargon-Zeitung „I e w i i h T imes" ist durch die Behörde bis auf weiteres verboten worden. Anlaß zu diesem Verbot sollen an geblich die Veröffentlichungen gewesen sein, in welcher der Flug des Zeppelins nach England be schrieben lvurde. In Wirklichkeit erklärt sich das Verbot in der Empörung, die die jüdischen Blätter über die Jllderinerfolgungen in Rußland zeigen. Für een ReklameteU ist vie Redaktion »ich» r,cr.r«rwortlich: insbesondere Ist es ansschliestlia» Lache der Leser, viim Reklameteil enthaltene« Lmpkehlungen ritueller Ware« oder sonstiger «ng.bcn religionSgesctzlichen Charakter« anf ihre »ave.lässigkeit -« prüfen. Kaiser Friedrich Quelle ———. Offenbaeh a. M. ——— Gegen Gicht and Rhenmatismus bewährt. Alleiniger General-Vertreter; Frleörleli Statik, Frankfurt a. M., Gftnthersburg&llee 37. Tel. 250 u. 714 Zamiliennachrichten. (Geburten Einen Sohn: Dr. Leopold Rothschild (Birkenruth), Dinslaken. Telegramm-Adresse: Nesop Fraakfartmain. Telephon: Nr. 83. Amt Hansa. Spezialhans für Siiberwaren Modelliern. Ciselierwerkstätte Lazarus Posen Wwe. Hoflieferant Frankfurt a. M. Berlin W. Steinweg 12. Unter den Linden 5. Kiin.stluruch .'ins^öfiihrtü Kaltuströgon.stiiniin. Ez Chajim, Tass, Jad, Ner-Tomid, Chanukalampen etc. om? 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