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Der Israelit · 1915-07-22 · Heft 31 (22.7.1915) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 31 (22.7.1915)
Date
1915-07-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 14. No. 31. FMiliennachrichten. Geburten. Zwtüiugstöchter: Nathan Efchwege, (Goldschmidt), Hegelstrntze 1V. Oeöetzetten. flnnrri riIV- Freitag Abend 7.50. Samstag Morgen 7.30. Samstag Nachmittag 5.00. „ Abend 9.15. Wochentags morgens 6.00. nachmittags 7.15. Marienbader Brief. Mit welchen Gefühlen trat ich dieses Jahr die Reise nach meinem lieben Marienbad an. So viel halte man mir erzählt, von Unannehmlichkeiten, Patzgeschichten, Schutzimpfungen und Epidemien, datz ich wirklich schon ganz kleinlaut wurde. Meinem Arzte verdanke ich nun, datz ich mir doch ein Herz fatzte und hierher fuhr. Bon all den Unannehmlichkeiten keine Spur. Meinen Patz mit Photographie hatte ich mir ordmmgsmätzig besorgt. In Eger sofort Anschluß, kam ich pünktlich, wie sonst immer, hier an und nahm in meinem alten StaMmquartier Wohnung. Von meiner Wirtin, Dienerschaft wurde ich herzlichst, wie der verlorene Sohn, ausgenommen. Dies Jahr gilt man hier etwas, ist nicht blos eine Nummer, sondern ist wirklich Jemand. Cafe, Restaurants, Theater, Konzerte, alles geöffnet wie sonst und wenn auch der Betrieb nicht ist wie sonst immer, mutz man sich doch wundern, wie sich das Völkchen hier mit den veränderten Verhältnissen abgefunden hat. In vielen Restaurants ist in Ermangelung des Zählkellners, der natürlich eingezogen wurde, das Revtersystem, wie es bei uns ist, eingeführt, -och wirman überall gut unrasch bedient. So ist es auch mit den Bädern. Hätte ich nicht Mitgefühl mit meinen braven Marienbadern, als Kurgast kann ich es mir gar nicht schöner wünschen. Diese angenehme Reise, diese Aufmerksamkeit tut wohl. Ich habe mich auch in der kurzen Zeit glänzend erholt. Die Verpflegung ist wie sonst. Nichts zeigt in -er Speisenkarte, datz wir mitten im Kriege, oder wie dies unsere Feinde so gerne möchten, in der Aushungerung find. Bor allem die Kursemmel, ein Stück österreichischer Bäckerkunst. Sie ist nicht so weiß wie bei uns, aber tadellos. Die Auswahl der Speisen ist dieselbe, wie sie stets war, dabei die Preise nicht wesentlich teurer. Kurz und gut, ich bin sehr zufrieden, datz ich dem Rate meines Arztes folgte und herfuhr. Vom Krieg sieht man, wie gesagt, nicht viel. Außer den Verwundeten, die sich beim Kreuzbrunnen bescheiden im Hintergründe halten, dabei selbstverständlich der Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit find. Sonst sieht män sie gar nicht, sind in ihren guten Unterkunstsstätten und kommen nur während bef Trinkstunden heraus. Unsere Offiziere gehen verbrüdert mit den Oesterreichern, wie sie es von Polen aus gewöhnt find und empfindet man hier doppelt die treue Kameradschaft, die unsere Armeen verbindet. ■■■■Hocliaktaell mmmmm „Jenseits" Aus -er jüdischen Lebenstragödie im Zarenreiche von S. Schachnowitz Verfasser von „Merelatka" und ,Luftmenschen". Dieser neue Roman des beliebten Erzählers und guten Rußlandkenners gewährt uns einen tiefen Blick in die tragischen Verhältnisse, unter denen die Inden im Kosakenlande leben und leiden. In spannender Handlung und anschaulichen lebenden Bildern lernen wir den Koloß aus tönernen Füßen in seiner ganzen Ungewöhnlichkeit kennen. Rußland mit seinem Judengesetz, mit seiner Tscherta, mit seiner Prozentnorm, mit seinen verzweifelten, in die Arme der Revolution getriebenen Jünglingen, mit denen finnischen TäufiingSfabriken. Rußland mit seinen Po. gromen, Mtualmordhetzen. seinen unterirdischen Gelassen, in denen Verschwörungen und Attentate vorbereitet werden, mit seinen korrw-ten Beamten und zweischneidigen Polizeispitzeln, dies« Rußland zieht an unserem Auge so lebendig vorüber, daß unser Interesse an dem Kampf gegen dieses Barbarentum höchlichst gestärkt und die Hoffnung ans die baldige Niederwerfung dieses letzten Stückes finsteren Mittelalters gesteigert wird. Das Buch ist unembehrtich zur r-Len Erschließung des Verständnisses für das, was jensei s der weiß-blanrotenGrenzpfähle jetzt des göttlichen Strafgerichtes harrt. Das' Buch ist z« beziehe« durch alle bessere« Bnchhaudlnngen oder gegen Voreinsendung des Betrages direkt beim »Verlag des Israelit". PreiS ged. Mk. 2,50,. drosch. Mk. 2.00. „Der Krantsurper Mraettt." 22. 1915. Für den Inseratenteil ist die Redaktion nickt verantwortlich* insbesondere ist es ausscbtfeßlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Me slten Verkaufsstellen ein: _ Feinste gewässerte __ Klipp-Fische] im Ausschnitt Pfund 30 Pfennig Als ausgiebiges, nahrhaftes und billiges Nahrungsmittel sehr zu empfehlen. Kochan Weisungen gratis Frisch von der See am Donnerstag, 22. Juli, eintreffend: Bratfische . . . pw.-24pk Cabliau ... p«. 28% Cabliau oime Kopt pm. 40pf«- Der Verkauf findet an folgenden Stellen statt: - Hanauerlandstrafie 32 Baugraben 16 TaunusstraSe 33 Fahrgasse 18 Mainzerlandstraße 117 Schweizerstraße 72 Darmstädterlandstraße 75 Waldschmidtstraße 70 Grüneburgweg 78 Fichardstraße 34 3 Pfund 32 Pfg* J. Lotscba. H Seklftrgaaae 89 Peterfcplatz Waiaafraaaaatr. 14-16 am Sehaaspielhaas Samstag, den 24. Juli 1915 Zum ersten Male: Wilstengold oder: Bas SeMekaal eines Deatsch- Amerikaners ln Cloudyke Aktuelles Film - Drama in 2 Akten Fe rner: „Der gehorsame Ehemann** Glänzende Komödie. Neueste Kriegsberichte u. s. w. Zuckerkranke Wer es kemtt (3140 nimmt nur . Gl. 3. M. in Apoth. u. Drog. Seisenpulver erstkl. Fabrik, solange Vorrat. 100 Stück Mk, 12.—. SH.Katzenstein,Frank furt <u M.,Langestr. 25 Probieren sie meinen Kaffee Spar Marke „PetermSnnchen** ges. gesell. 2is des sonstigen Quantums genügt, um einen kräftigen Aufguss zu erzielen. (3141 Pfund 1.10 Mark Ernst Debus, Hopfeid'a miikitiisniim Vilbelerstrasse, Ecke Altegasse, Baase 1578 SreiOerrliflj fUnhdel fftouer o. MMMA 3nr MM unoemtlfeifer IsraelitidOer 3unefroueii 5« sranfifurl am mein. Aus dieser Stiftung ist gegen Ende dieses Jahres ein Brautlegat als Heiratsgut einer unbemittelten und unbescholtenen Jungftau, Tochter eines im Besitz des hiesigen städttschen Bürgerrechtes befindlichen Mitgliedes der Synagogengemeinde „Israelitische Gemeinde" oder der Synagogengemeinde .Israelitische Religionsgesellschaft" zu Frankfurt a. M. zu verwenden. Die Bewerberinnen dürfen nicht jünger als 17 und nicht älter als 36 Jahre sein. Unter mehreren nach den näheren Bestimnmngen des Sttfttmgsrechtes gleichberechtigten Angemeldeten entscheidet eine Verlosung, welche am Sterbetage des seligen Herrn Mayer Amschel v. Rothschild (Vater des Stifters) am 14. des Monats Tischri, in diesem Jähre am 22. September stattfindet. Der Ablauf der Anmeldefrist wird hiermit auf den 22. August d. Js. bestimmt. Anmeldungsformulare find bei dem Mitgliede der Verwaltüngskommission, Herrn Michael Jsaac Gchwarzschild. Ncckarstrafic 7, zwischen 9—10 Uhr vormittags zu erhalten. — Die Anmeldungen sind an gleicher Stelle und zu der gleichen Stunde einzureichen. (3145 Frankfurt a. M., den 12. Juli 1915. Die Verwaltungskommission. Wtt- Bei iSefte&tiuteu ader Bedtzrfß» fället» Sitte» wir uusere derehrl. eher, getl die iRfmetm mmfew» Mattes derllckstchtlgeu. Scala o Olympia FAHRGASSE 1*14,111,85 ROSSMARKT 71IIII D8C

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