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Der Israelit · 1915-06-17 · Heft 26 (17.6.1915) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 26 (17.6.1915)
Date
1915-06-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Sewe 1p- Rr. W „Der Israelit". 17. Juni ISIS. haltuttgdschule ahgestellk, staattichgeprüske jütltsche HauSwirtschaftslehrerin. An jedem 5kursnachmtttaq nehmen ungefähr 20 Ktnbex der. Volks - und Mittelschulen Im Alter von 13—15 Jahren teil, also erhalten im ganzen jährlich 4O Kinder Unterricht. Je 20 Kinder sind ln 4 Gruppen oder Familien eingetetlt, von denen jede einen terd, einen Tisch und eine nummerierte einfache üchenetnrichtung im eignen Schrank zur Verfügung hat. Jede Familie kocht ihr Essen für sich, deckt ihren Tisch und bringt nach dem Esten alles wieder in Ordnung, so daß jedes Kind auch richtig zur Arbeit herangezogen wird. Es werden natürlich nur einfache und billige, dem Bedürfnis deS kleinen Mittelstandes angepaßte Speisen gekocht und drese werden von den Köchinnen dann gleich zum Abendbrot verzehrt. Dadurch ist der Schnlküchenunterricht, der ganz unentgeltlich erteilt wird, zugleich eine Entlastung des eÜerlichen Haushalts. Die mündlich besprochenen Kochvorschriften werden in regelmäßig kontrollierte Hefte eingetragen, dazu die Kosten des Effens für eine 4 bis 5 köpfige Familie berechnet. Bilder, Tabellen und eingehende Besprechungen erklären den Mädchen den Nährwert der einzelnen Bestandteile unserer Nahrung; auch erhalten sie manch nützlichen Wink, wie man beim Einkauf frische gute Ware von minderwertiger unterscheiden kann. Der Schulküchenunterrichi untersteht der städtischen Schulbehörde und wurde wiederholt von Herrn Stadtschulrat Längen besucht, der sich auch anerkennend über die Leistungen aussprach. Zlmoseukasten. Der Almojenkasten der Israelitischen Gemeinde unterstützte im letzten Jahr 1440 Famllten und alleinstehende Bedürftige mit 178 000 Mk. gegen M. 161,600 im Jahr vorher. Mit den vermehrten Einnahmen hielten die wachsenden Ausgaben nicht gleichen Schritt, so daß die Fonds in Anspruch genommen werden mußten. ' Kriegerdank Dieser Tage wurde dem Pfiegamte des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde an der Gagernstraße eine künstlerisch auSgeführte Bronzetafel mit der Inschrift übergeben: „Bon den hier liebevoll gepflegten Kriegern der Verwaltung, den Aerzten und Krankenpflegerinnen in Dankbarkeit gestiftet 1914/1915." In dem Krankenhaus befindet sich feit Krieqsbeginn ein Lazarett von über 100 Betten. Die Kosten der wertvollen Tafel wurden durch freiwillige Spenden der in diesem Lazarett verpflegten Kriegsteilnehmer aufgebracht. Das Aassauerland als Sommerfrische. Der Nassauer Verkehrsbund Frankfurt a. M. (Bahnbosplay 8) schreibt uns. Wie fiewailig sind die Leistungen des deutschen Bottes in dem Bestreben, unser Wirtschaftsleben den nun einmal dun!» den Krieg geschaffenen Verhältniflen anzupasscu, Handel und Wandel im Flusse zu halten und damit die EMenzmöglichkeit der Gesamtheit und aller Stände zu sichern. , as ist uus in hohem Matze gelungen und ist zu vergleichen mit einer gewonnenen Schlacht, deren Verlust uns von unseren Gegnern zugedacht war. Und wie drauhen an der Front unser tapferes Heer urrier genialer Führung den Feind in Schach hält, so hat uns eine bewunderungswürdige Anpassungsfähigkeit des Volkes vor den sonst während eines Krieges auftretenden Schäden und Störungen in hohem Matze bewahrt. Trotz der allgemeinen Vti iegslage ist auch in diesem Jahre eipe günstige Entwicklung der deutschen Reisezeit zu erwarten. Das Bedürfnis zur Erholung und daS Verlangen nach Ausspannung und Ruhe, mich einem Wechsel der. Umgebung, macht sich allgemein bemerkbar. Außer den tranken und verwundeten Kriegern mit ihren Familienangehörigen werden daher voraussichtlich auch Erholungsbedürftige in großer Zahl die deutschen Kur- und Badeorte aufsuchen. Der Krieg hat uns so recht wieder den Werl der Heimat sehen, und schätzen gelehrt und welche landwirtschaftlichen .Perlen bergen doch unsere -deutschen Lande! Es liegt vor allem auch in volkswirtschaftlichem und nationalem Interesse, wenn unsere deutschen Kurorte, Bäder und Sommerfrischen mehr als bisher von Erholungsbedürftigen und Sommerfrischlern ausgesucht werden. Wer wirklich Erholung von dem nervenzerrüttenden Leben der Großstadt sucht, fernab von dem brausenden Verkehr der modernen Zeit, dem empfiehlt der Nassauische Berkehrsoerband in aller erster Linie das an Naturfchönheiterr so überreich gesegnete Naffauerland, den Taunus, den Westerwalt, das Rothäargebirge u. s.w. Die Fülle der rauschenden Betgwälder, die lieblichen Waldtäler mit ihren blinkenden Wafferläufen, die reine stärkende Höhenlust der heimischen Bergwell, die weiten üppigen Wiefengründe, die Gastfreiheit der Rasiauer und nicht zuletzt die jeder Geschmacksrichtung und Vermögenslage Rechnung tragende Unterkunftsmöglichkeiten machen das Nassauer Land zu einem geradezu idealen Aufenthalt für Sommerfrischler und Erholungsbedürftige. Auskunft über alle möglichen Fragen, die.Sommerfrischen, Kurmittel. Unterkunftsmöglichkeiten und Wanderungen betreffen, erteilt bereitwilligst das Zentralbüro des Nafsauischen Verkehrsverbandes, Frankfurt a. M., Bahnhofplatz 8, das .auch mit sämtlichen Prospekten ausgestarret ist. Auch die dem Verband angeschlossenen Ortsgruppen und Bürgermeistereien geben über alle gewünschten Fragen Aufschluß. Vereinskalender. Verein Mekor Chajrm. SamStag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dinim; Herr Rektor Falk; 13 Uhr mittags: Sefer Melochim; Herr Prof. Weyl. 4 Uhr nachm hn Bereinslokale: Mikro-Vortrag; Herr Rabbiner Schüler S o n n r a g, 9*/* Uhr vorm, im Bereinslokale: Gemoro; Herr R. A. Posen. Montag, 83/4 Uhr abends: Gemoro; Herr Dr. Josef Breuer. Dienstag, 77« Uhr morgens: Gemoro; Herr R. A. Posen. - Mittwoch, abends 8\ Uhr im Bereinslokale: Gemoro; Herr Dr. Joseph Breuer. Jjeden Morgen nach Schluß deS Gottesdienstes: na. Agudas JiSroel Jugendgruppe. Samstag, 10 Uhr vorm.: Dorolh Horischaunim; Herr Direkt. Dr. G.Lange (Damen u.Herren). 10 Uhr vorm.: Gemoro; Herr Dr. M. L ang e. ff, 11 Uhr vorm.: Gemoro; Herr Rabbiner Schüler. 11 Uhr vorm. Raschi zur Thora; Herr M. Hirschberg. 12 Uhr vorm.. Gemoro; Herr B. Rachel sohn. Sonntag, 8 Uhr vorm.: Gemoro; Herr B. R a ch e l s o h n. 11 Uhr Sprechstunde der Lehrstellenvermitilung. Dienstag, 9 Uhr abends: Gemoro; Herr Dr. M. Lange. Mittwoch, 9 Uhr abends: Nwijtm; Herr S. Unna. 9 Uhr abends: Stenographie; Herr B. Stern. Donnerstag, 9 Uhr abends: Gemoro; Herr Direktor Dr. M. Lange. Agudas Jisroel Mädchengruppe. Samstag., 4 Uhr nachm.: Prrke Aborh; Herr Htrschberg. 9 Uhr abends: Turnen (Frl. Leyh). 9 Uhr abends: Handarbeiten. Dienstag, 9 Uhr abends: Französisch; Sprachkursus Frl. R. I e i d e l. M i t 1 w o ch, 8ff, —10 Uhr abds.: Handarbeitsabend.; Donnerstag, 9 Uhr abends: Stenogrchchie r Fräulein Jdä Katz. Zacharias Wertheimber'sche Ttistnng (KlauS) Herr Rabbiner Dr. Lorsch: Samstag, 10*/, Uhr vorm.: Die Sidra mit Raschi. 11*/, Uhr vorm, (für Schüler): nVio 153 4l|, Uhr nachm. : twp toi 'öl. Sonntag, 7 Uhr vorm.: ttop toi 'Dl. Montag, eine Stunde vor nniD (für Schüler): rwc., Dienstag, 7 Uhr vorm.: nsp xii Di. Eine Stunde vor nnio (für Schüler): n^lO 'Dl. Mittwoch, vor nniD: 1. (für Schüler) eine Stunde. nitPD; 3. ifür Schüler) eine Stunde rfriD Dl».. Freitag, vorm. 7 Uhr: KDJ5 toi 'Ol. } Herr Rabbinaisass. Posen: SamStag, vormittags nach Schluß der Synagvge Friedb. Anlage: dtk *n. Sonntag, 8 Uhr vormittags: D”n rmx. Mittwoch, 7 Uhr vormittags: D”n rrm. ®erein LiWiath-C-e» (Herr Prof. Dr. Sulzbach > Sabbat nach nroe: Midrasch im Hörsaale Friedberger Anlage. Verein zurPflege jüdischenWisseus„Tisereth Bachurim", Bleichstratze 70. Donnerstag, den 24. Juni, abends *J49 Uhr: 1. DiSkuffionSabend über jüdische Tagesfragen, Einleitendes Referat; Herr Simon Vogel. Gäste willkommen (Herren und Damen). Hamiliennachnchlen. Varmizwohfeier: Hans, Sohn des. Herrn David Nutzbaum, Scheffelstratze 24, in der Synagoge Friedberger Anlage. cheöetzette».' npn rav Freitag Abend 8.00. SamStag Morgen 7.30. SamStag Nachmittag 5.00. „ Abend 9.40. Wochentags morgen- 6.00. nachmittags 7.15. [Hochaktuell i „Jenseits" Aus der jüdischen Lebenstragödie im Zarenreiche von S. Schachnowitz Verfasser von „Merelaika" und »»Lustmenschen". Dieser neue Roman des beliebten Erzählers und gutey Rußlandkenners gewährt uns einen tiefen Blick in die tragischen Verhältnisse, unter denen die Inden im Kosakenlande leben und leiden. In spannender Handlung und anschaulichen lebenden Bildern lernen wir den Koloß auf tönernen Füßen in seiner ganzen Ungewöhnlichkeit kennen. Rußland mit seinem Judengesetz, mit seiner Tscherta, mit seiner Prozentnorm. mit feinen verzweifelten» in die Arme der Revoluüon getriebenen Jünglingen» mit denen finnischen Täuflingsfabriken, Rußland mit seinen Pogromen, Ritualmordhetzen» seinen unterirdischen Gelaffen, in denen Verschwörungen und Attentate vorbereitet werden» mit seinen korrupten Beamten und zweischneidigen Polizeispitzeln, dieses Rußland zieht an unserem Auge so lebendig vorüber, daß unser Interesse an dem Kamps gegen dieses Barbarentum höchlichst gestärkt und die Hoffnung aus die baldige Niederwerfung dieses letzten Stückes finsteren Mtttelalters gesteigert wird. Das Buch ist unentbehrlich zur t"üen Erschließung des Verständnisses für das, was jensei s der weiß-blaurotenGrenzpfähle jetzt des göttlichen Strafgerichtes harrt. Das Buch ist zu beziehen durch alle besseren Buchhandlungen oder gegen »oreiusendung des »e» träges direkt beim „Verlag des Israelit". Preis geb. Mk. 2.50, drosch. Mk. 2.00. Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters a?d ihre Zuverlässigkeit zu prüfen»- FiM M. Rover Mint a. M. und Färberei Hugo Luckne«* (Inh. Gebr. Röver), Leipzig ehern. Wasehanstalten ca iooo Angestellte. Mainz. Offenbach a. M , Hanau, Gie**en, Wiesbaden, Hingen, Homburg v. d. h., Nauheim Darmstadt, Neu - Iseoburjr, ,■■■■■ > > —Griesheim a. M.» Hdchst a. M. ... ■■ ,. -■ (2773) Chem. 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