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Der Israelit · 1915-06-17 · Heft 26 (17.6.1915) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 26 (17.6.1915)
Date
1915-06-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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26. Framkfirrt a. M., den 17. Juni 1915. 5. Tammus 5675. M 26. Der „Frankfurter JSraelit" wird mit dem JSraeltt" abonniert- Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.8V vierteljährlich fJnlandj. Inserate im „Frankfurter JSraelit" kosten 38 Pfg. für die fechSgefpaltene Lolonelzeile; Rabatt nach Tarif. Inhalt. D i e W o ch e.1. Vorbildliche Kriegsfürsorge. 2. Fanny Schüler n°j>. 3. Jahrzeitsstiftung im Gumpertz'fchen Siechenhause. 4. viähstuben der Jüdischen Frauenvereinigung. 8. Auszeichnung. 6. Israelitische Waisenanstalt. 7. Jüdische Schulküchen. 8. Almosenkasten. 9. Kriegerdanr. 10. Das Nafsauerland als Sommerfrische. — Bereinstalender. — Familiennachrichten: — Gebetzeiten. |j Me Woche | Worvitdkiche Kriegsfürsorge. Der Kriegsfürsorge-Ausschuß der Synagogengemetnde „Israelitische Religionsgesellschaft" hat beschlossen, allen zum Heere einberufenen Mitgliedern oder Söhnen von Mitgliedern, die nicht imstande sind, aus eigenen Mitteln ihre rituelle Verköstigung durchzuführen, entsprechende Monatszuschüsse zu gewähren. Es wäre eine rettende Tat, wenn alle nur irgendwie leistungsfähigen Synagogengemeinden sich diesem Vorgehen anschließen wollten/ es würden dadurch nicht nur unzähligen wackeren Kriegern schwere Gewtffensqualen erspart, sondern auch dauernde schädliche Folgen abgewandt, die au» der Gewöhnung an eine dem Religionsgesetz widersprechende Lebensweise für so manchen entstehen können. Namentlich unsere größeren und mittleren Gemeinden, denen es an der finanziellen Kraft zur Durchführung einer solchen Fürsorg Tätigkeit wahrlich nicht fehlt, sollten es als Ehrenpflicht betrachten, ihren religiös denkenden Mitgliedern in dieser schweren Zeit kräftig zur Hilfe zu kommen. Iauny Schäker n"r Wenige Tage nach ihrem Gatten dem sie über 40 Jahre eine treue Gefährtin war, verschied Frau Fanny Schü ler n"i?. Gottvertrauen und Geduld zeichneten sie in allen Lebenslagen aus, voll rührender Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit lebte sie selbstlos nur ihren Pflichten im Hause. Sswi xb VNv. Von früh bis spät tätig, kannte sie keinen Lebensgenuß als die Freude erfüllter Pflicht Dem Wohl des Gatten, der Erziehung der Kinder und Enkel galt ihr ganzes Denken und Sorgen. Die aufopfernde Pflege ihres leidenden Mannes bildete in den letzten Jahren ihren einzigen Lebenszweck; mit seinem Heimgang erlosch auch ihre Lebenskraft. 1*7103 Kl 2/11221 D.TTD v'v'v3.11 D’2HK3n* N"2X3N. ItchrzeitsstifLnugimchumperHschenSiechenHanse. Auf Anregung der Jnsaffen selber, die das Bedürfnis empfanden, das Andenken für daS Vaterland gefallener jüdischer Helden in Gebet zu ehren, und ihre dahingehenden Wünsche der Verwaltung unterbreiteten, wurde vom Vorstande des Gumpertz'fchen Siechenhauses eine Jahrzeitsstiftung ins Leben gerufen. Im Betraume der Anstalt wird während des Trauerjahres, sowie an den Jahrzeitslagen der Gefallenen, deren Angehörige sich nach einem bestimmten Statute an der Stiftung beteiligen, zu deren ehrendem Andenken gelernt, das Kadoischgebet verrichtet und ein Licht gebrannt. Die Namen der hier zu ehrenden gefallenen Helden sollen auf einer Marmortafel in der Anstaltssynagoge verewigt werden. Nähere Auskunft erteilt der Vorstand.des Siechenhauses. Aü-st«öe» -er Jüdische« Iranenvereimgttng. Die Jüdische Frauenvereinigung macht darauf aufmerksam, daß die Arbeitsräume ihrer Nähstube nach Hanauerlandftraße 1 (1. Stock Eingang durch den Laden) verlegt worden sind. Die unerwartet lange Dauer des Krieges hat naturgemäß rin Nachlassen in der anfangs reichlich erfolgten Zuweisung von Stoffen sowohl, als auch sonstigen zur Verarbeitung kommenden Materialien zur Folge gehabt. Da aber die Anforderungen für unsere braven Soldaten fortbestehen, und es außerdem gilt, die seither beschäftigten, hierauf angewiesenen Arbeitskräfte auch weiter zu beschäftigen, so bittet die Jüdische Frauenvereinigung ihre Freunde und Gönner dringend um erneute verstärkte Zuweisung von geeignetem Material an ihre obenbezeichnete Nähstube. Ebenso bittet sie herzlich um gütige Zuwendung von Liebesgaben aller Art. KnszeiHrmrtg. Herr Theodor Caffel, Mitglied des Vorstandes der Hanauer Agudas Jisroel-Jugendgruppe wurde mit dem EisernenKreuz ausgezeichnet. Dieselbe Auszeichnung erhielt auch Herr Dr. Eschwege-Franksurt a. M. Israelitische Waisenanflatt. Der einundvierzigste Jahresbericht der Israelitischen Waisenanstalt zu Frankfurt am Main teilt mit Bedauern mit, daß die frohe Hoffnung auf baldige Ausführung des so dringend nötigen Neubaues für die Mädchenabteilung, infolge des Krieges sich leider nicht erfüllt hat. Am Schluffe des vorigen Jahres waren in der Knaben - Abteilung 36 Zöglinge, von denen 5 zu Astern entlassen wurden. Diese traten als Lehrlinge in hiesige Geschäfte ein. Es verblieben demnach 31 Zöglinge, 8 wurden neu ausgenommen, so daß am Ende dieses Jahres 39 Zöglinge die Wohltaten dieser Abteilung der Anstalt genießen. AuS der Moses und Clara Schiffchen Stiftung zur Unterstützung verwaister Knaben für die Dauer ihrer Lehrzeit wurden im Laufe des Jahres 19 in den bürgerlichen Beruf etngetretene Zöglinge unterstützt. Von diesen wurden auf Kosten der genannten Stiftung 9 in der Anstalt selbst verpflegt, während die 10 übrigen bei ihren Müttern oder in zuverlässigen Familien gegen entsprechende Vergütung Kost und Wohnung erhielten. Die Mädchen-Abteilung zählte bei Beginn des Jahres 21 Zöglinge. Bon den im Laufe des Jahres entlassenen 5 Mädchen wurden 4 einem häuslichen Berufe zugeführt und das fünfte wurde der Mutter nach deren Wiederverheiratung zurückgegeben. Da 5 Mädchen neu ausgenommen wurden, gehören wiederum 21 Kinder zu dieser Abteilung. Drei von ihnen besuchen ein Lyzeum, die übrigen noch schulpflichtigen Mädchen die Israelitische Volksschule und die der Schule entwachsenen erhalten wirtschaftliche Anleitung und Unterweisung im Hause. Die Marte Dreyfus-Stiftung, deren Erträgnisse zum Unterhalt der der Schule entwachsenen Zöglinge der Mädchenabteilung bis zur genügenden Erwerbsfäh gkeit zu verwenden sind, erwies sich auch in diesem Jahre sehr segensreich für die Mädchen, die die Anstalt verließen. Auch diese Stiftung sei darum einer freundlichen Unterstützung bestens empfohlen. Jüdische Schulküche». Mit dem in jüngster Nummer erwähnten Bericht der Jüdischen Haushaltungsschule erschien auch ein solcher der Jüdischen Schulküchen-Kommission über ihre Tätigkeit in den Jahren 1910—1914. Im Jahre 1909 trat ein Komitee zusammen, bestehend aus Vorstandsmitgliedern der Jüdischen Haushaltungsschule, des Israelitischen HülfS- Vereins und der Frankfurt-Loge. Die Räume der jüdischen Haushaltungsschule sollten dem Schulküchenunterricht vorläufig zur Verfügung gestellt werden. Die Kosten für die erste Einrichtung der Schulküche ca. 1l00 M., sowie die nötigen Betriebskosten, die jährlich ca. 1200 M. bei zwei Unterrichtsnachmittagen in der Woche betragen, bewilligten unsere sozialen Verbände. Den Unterricht erteilt eine gleichzeitig an der HauSsortierf 15A G.M.HOLZ + HOFLIEFERANT A FRANKFURT**! ÖIOLFSECK Pfepopularste Cigarre unsortiert 12 15A G.M.HOLZ J HOFLIEFERANT . ■ 4 ■

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