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Der Israelit · 1915-05-27 · Heft 23 (27.5.1915) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 23 (27.5.1915)
Date
1915-05-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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&ttJfflEUT 27. Mai 1915. M 23. M 23. Sr*»kfntt a. W.. den 14. Siman 5675, Der „Frankfurter Israelit" wird mit dem JSraelit" abonniert; Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.80 vierteljährlich (Inland>. Inserate im „Frankfurter JSraelit" kosten 3b Pfg. für die fechSgefpaltene Colonelzeile; Rabatt nach Tarif. Inhalt. Die Woche: Agudas Jiöroel Jugend-Organisation. — Sabbalbriefe aus dem Felde. — Bereinskalender. — Gebelzeilen. — Sprechsaal. ivSSSVVSSSLGSGLS«««?X-Oi '5">T ^T">. Agudas Iisroel Jugend Hrgauifation. Die neu erschienenen Blätter der Agudas Jisroel Jugend-Organisation (Bundgesetzestreuer jüdischer Jugendvereine) umfassen 14 Textseiten und repräsentieren sich wieder als eine recht gefällig ausgestattete Broschüre. Der Inhalt besteht aus einem Artikel von Wolf S. Jacobson „Zum Schowuausfe st", «inem Referate des Redakteurs S. Schachnowttz über „Die Lage in Russisch-Polen", Feldpostbriefen und Mitteilungen. Nach den letzteren sind in der Mehrheit der Gruppen Sammelstellen für Kleider und Wäsche für die Flüchtlinge eingerichtet worden. Die einzelnen Sammelstellen haben bereits zahlreiche Kisten an die Hilfskomitees gesandt. Die Sammelftelle der Frankfurter Gruppe ist mit der seit vielen Wochen hervorragend arbeitenden Sammelftelle der JüdischenFrauenvereini gung— Frankfurt a. M. vereinigt. Spenden für Liebesgaben, insbesondere solche geistiger Art, können auf Postscheckkonto: Direktor Dr. G. Lange, Frankfurt a. M., Tiergarten 8, Konto Nr. 6620 überwiesen worden. Alle etngezogenen Mitglieder erhalten allwöchentlich einen Sabbatgruß. Auf Veranlassung der Organisation erschien im Jüdischen Volksschriftenverlag als Band 17 ein Noveüenbüchlein betitelt: „Im Schatten des Weltkrieges" von S. Schachnowitz, dessen Anschaffung in den „Mitteilungen" allen Mitgliedern empfohlen wird. Sabbatbriese aus dem Felde. Seit unserer letzten Veröffentlichung der dom ranksurter Mekor Chajim erhaltenen Antwortchreiben auf seine ins Feld allwöchentlich hinausaehende Sabbathpost haben nch die Feldpostbriefe des genannten Vereins wieder zu Stößen angehäust. Sie alle lasten mit den Worten der Dankbarkeit, die sie für den Verein finden, der in so finniger Weise ihrer gedenkt, zugleich einen tiefen Blick in die nach dem jüdischen Labetrank lechzende Seele des jüdischen Kriegers tun. Angehörigen und Freunden der Soldaten stillten diese Aeußerungen eine Mahnung sein, auch für geistige Liebesgaben ins Feld, in Form geeigneter, gutjüdischer Schriften genügend besorgt zu Nur einige wenige dieser Briefe, die für alle sprechen und den Gerst, der die ganze Feldpost des Mekor Chajim beeielt, kennzeichnen, mögen hier mit einigen Weglassungen wiedeigegcbcn werden: Hoboken, 23. 4. 4.',. -- - Es ist Mittei nacht, und gerade komme ich von einem Patrouillengang 'urück, den ich in Begleitung eines Kameraden hier in der Nähe Antwerpens zwischen den einzelnen Forts gemacht habe. Ta fällt mir ein, den Brief, den ich erst gestern erhielt, noch einmal in Ruhe durchzulescn und die schönen Worte auf mich wirken zu lasten. Wie sehr Sie mich mit Ihrem Brief erfreut haben, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen, besonders da ich sowieso die Absicht hatte, Sie zu bitten, auch mir solche Briefe zu kommen zu lasten, von denen ich unlängst im „Israelit" gelesen habe. Wie sehr man sich hier im Feindesland mit jedem Wort Taurvh freut, wo man sich ja nicht so, iuic man es möchte, als Iehudi führen und leben kann, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Ich möchte Sic bitten, mir weiter solche Briefe zu senden, und können Sie versichert sein, daß jeder einzelne Brief mir Freude bereiten wird. — -. M. R. * Schützengraben, 2. 4. 15. (Belgien.) Ich kann Ihnen nicht genug danken für Ihre so freundliche Zusendung Ihrer wöchentlichen Betrachtungen zu den taufenden Sidrans. Gern und mit großem Vergnügen lese ich dieselben; abgesehen davon. daß sie ein lieber Gruß aus dem schönen Frankfurt sind, bieten sic auch einen leicht faßbaren geistigen Genuß. Schnell kann man sie in der oft nur knappen freien Zeit überfliegen, Zeit zum Nachdenken hat man dann genügend. Wohl sind wir iui Interesse des Großen in Bezug auf unsere Bewegungen willenlos, doch unser Geist läßt sich keine Schranken anferlrgen. Je stärker der Truck, um so stärker der Geist, der uns aufrecht erhält und uns zu '"L'.-i hinaufblicken läßt, von dem allein Rettung aus diesem so schweren Golus zu erwarten ist. Wie freudig ergreift man da Ihre echt jüdische Zuschrift, die uns immer von Neuem zeigt, welch heiligen Dienst in Gottes Namen wir hier außen ftrn von der lieben Heimat verrichten. Stolz tragen wir mit unerschütterlichem Gottvertrauen das Bewußtsein, daß wir auch weiterhin von Gotteshand nur Gutes zu erwarten haben. * I. G. Merkern, 19. 4. 15. Jcb bin immer froh, wenn die Post rechtzeitig mir die Briefe zustellt, doch ganz besonders dankbar, wenn» ich den Schabbosbricf von dem Mekor Chajr'm-Verein erhalte. Obzwar ich viel Muße manchmal habe, auch über das Notwendigste mich zu erheben und mich mit Thillim, Chumesch, was ich, ständig nachführe, zu beschäftigen, fd bilden doch die Schabbosvriefe für mich einen ganz besonderen Wert. Der Zeit entsprechend wählen Sie stets das Richtigste aus Thora, Haftora, und sogar aus Birke Oivous. Für mich bilden diese Zeilen stets einen Ansporn, eine Aufmunterung, um weiter durchzuhalren, in diesem schweren Kampf, getreu der jüdischen Pflicht, bis zum endgültigen Siege. T. C. * Antwerpen, 11. 4. 15. Sehr geehrter Herr! Meinem Kameraden G. verdanke ich die Schabbosbriese, die er mich wöchentlich lesen ließ; da ich nun jetzt nach Gent übersiedeln werde nnd die Briefe mir aber zum Lebensbedürfnis geworden, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie an meine neue, untenstehende Adreste die Zusendung bewirken könnten. Die Briefesind so recht geeignet, dem Soldaten draußen Anregung zllm religiösen Denken zu geben. Unteroffizier W. Schützengraben in den Karpathen, geschrieben 23. April 1915. - - - Gleichzeitig möchte Ihnen noch für die regelmäßige Ueberemdung Ihrer Briefe danken, die ich stets mit Sehnsucht erwarte, denn solche sind mir eine liebe Lektüre geworden. Sie bieren mir fern von der Heimat einen Einblick in die wöchentliche Sidroh und einen Ersatz für die Vorträge. Es grüßt Sie hochachtungsvoll I. I. B., 8. 4. 15. Tie reichen geistigen und materiellen Genüße, die Sie mir in letzter Zeit zukommen ließen, drücken mir die Feder in die Hand, um Ihnen zu sagen, wie wohltuend mir Ihre allfabbathlichen Darlegungen sind und wie sie oft aus und noch mehr zum Herzen reden, wie sie uns Mut und Kraft geben, in der Betätigung der trcuchdischcn Gesinnung, selbst unter schwierigen Verhältnissen, auszuharren. Deshalb ist es gewiß auch in Ihrem Sinne, wenn ich Ihre Briefe den Glaubensgenossen im Bataillon weitergebe. Ich glaube, diese'wären für direkte Zusendung auch dankbar. Tr. W. Mainz, 21. 4. 1915. — — — Als Soldat, der sich noch in der Garnison aufhält, bin ich ja eigentlich nicht einer Derer, an die sich die Briefe kn erster Linie richten. Trotzdem bin ich in der Lage, Ihnen zu sagen, daß auch auf den, dem das Ausrücken noch bevorsteht, die Trostes- und Ermunterungsworte, die den Priesen eigen sind, einen gewaltigen Eindruck machen, — vermutlich sogar auch aus den Zivilisten, denn wer stünde nicht im Banne der Ereignisse, die sich auf den Kriegsschauplätzen zutragen?! Dabei habe ich das Empfinden, daß eine deutliche, ungezwungene Parallele zwischen dem Inhalt der Sidrä und den Kricgsereignissen bezw. den Stimmungen und Gefühlen, die der lange andauernde Krieg in dem Iehudi erweckt, mehr wirkt, als eine tief 'auf den Inhalt eingehende Betrachtung — — so oberflächlich dies auch gedacht sein mag! Das Gefühl muß in wlcher Zeit rnchr zu seinem Recht kommen als der Verstand! Also: je leicht geschürzter und ungezwungener der Uebcrgong und der Zusammenhang hergesrellt wird, desto mächtiger die Wirkung auf das Gemüt! Ihr L. O. * L., 8. 4. 15. Für die auf Veranlassung einer Frankmrter jungen Freundin mir zugesandten „Briefe"' danke ich herzlich nnd freue mich auf' die, die ich weiterhin lesen darf. Aber wir wollen hoffen, daß der Mekor Ehajim und mit ihnr alle, die für Frische und Frühling, emporblühend aus der heiligen Leiste Saat, arbeiten, bald an Stelle der Briefe in dir Ferne den räumlich Nahen den Friedens- und Arbeitsgruß zu- TSIOLEfrECK unsortiert 12^ sorh'erf 15^ G.M.HOLZ HOFLIEFERANT FRANKFURT aJH

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