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Der Israelit · 1915-05-18 · Heft 22 (18.5.1915) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 22 (18.5.1915)
Date
1915-05-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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M 22. Fra»kf«r1 a. M., den 18. Mai ISIS. 6. Siwan 6675. M 22. Der „Frankfurter Israelit" wird mtt dem JSraelit" abonniert; Mbormement für beide Blätter zusammen Mt. 1.50 vierteljährlich (Inland). Anserate tm ^Frankfurter Israelit" kotzen 35 Pfg. für die sechsgespaltene LolonelzeUr r Radar» nach Tarif. Hichatt. Die Woche: 1. Die Juden Galiziens und Agudas JiSroel. 2. AgudaS Jisroel Jugendgruppe. 3. Feldpostlektüre. — Familiennachrichten. — BeretnSkalender. — Gebetzeilen. — Briefkasten. »««SSGGSGSGSeWSVvSSGSVSVVSGVVV«««« j^eWoche I MfifiKW Die Jude« Oakizieas und Zgvdas Jisroel. Zum Bortrag des Herrn Isaak I. Thumim aus Przemysl fand sich Sonntag, r6. Mai, ein zahlreiches Publikum ein, das die Lokalitäten der Jugeudgruppe schon lange vor Beginn dicht besetzt Hielt. Herr Thumim erwies sich als ein guter VolkSredner, der es meisterhaft versteht, sein Publikum für das zu gewinnen, was ihn -selbst mit edler Begeisterung erfüllt und zu Opferfreudiger Betätigung drängt. Im Rahmen eines Deruschvortraaes eine Fülle geistreicher Erklär ungen von Bibel- und Talmudftellen bietend, entwickelte der Redner ein Bild der gegenwärtigen Lage der Juden Galiziens, denen in den letzten Monaten die Ereignisse auf dem östlichen Kriegsschauplatz noch daS letbensschwere Schicksal der „Flüchtlinge" auferlegten. Der Mangel einer großen und umfassenden gesebestreuen Organisaton, der sich auch die Gesamtheit der galizschen Juden vertrauensvoll und gleichstrebend einfügen köunte, ließ bereits seit Jahren befürchten, daß eine unvorgesehene Erschwerung der ohnehin dringend Besserung erheischenden Verhältnisse katastrophale Formen annehmen würde. Als ein Rettungsanker erschien ihnen deshalb von Anbeginn der Plan zur Gründung der „Agudas Jisroel." Wer Einblick in die Verhältnisse und Verständnis hatte für die Forderungen der Stunde, stellte sich ungesäumt in den Dienst der großen Sache und es sei Tatsache, daß unter den Gesetzestreuen Galiziens die Agudo auf Gegnerschaft nicht gestoben sei. So erfaßte die gesamte galtzische Judenheit eine hoffnungsfrohe Bewegung zum Anschluß an die Agudo, bis der große Krieg ausbrach und gar bald es sich ' zeigen sollte, wie anders es ntlt vielen Dingen bestellt gewesen wäre, wenn die Agudo nicht erst im Gründen, sondern schon in ihrer vollen Ausgestaltung dastände Der Redner bringt mit tränen erstickter Stimme den Dank seiner Landsleute zum Ausdruck für all das, was dennoch die Agudo in dieser schweren Zeit für die galtzischen Flüchtlinge bereits getan habe und nach Abschluß der eingeleiteten Vorarbeiten zu leisten gedenke. Er wünscht, daß der SoltdaritLtsgedanö, der iu der mffnm fettig opPt«Hatsrtfche «vmurn utzrmg gesunden hat, bei allen Aktionen die Richtschnur geben solle. Aus diesem Gesichtspunkte heraus müsse denn auch die Agudo, als deren Teil die gesetzestreue Judenheit Galiziens sich zu betrachten berechtigt fühlt, all die Maßnahmen treffen und die Vertretungen schaffen, welche die augenblickliche Lage der galtzischen Juden erfordern. Er konstatiert mtt Genugtuung, daß die Agudoleitung sich auf dem besten Wege zu diesem Ziele befindet. Mit Hinweis auf die Räume, in denen der Vortrag stattfand, bezeichnet es der Redner als einen großen Trost, d,ß die Agudo auch dafür rechtzeitig Sorge getragen habe, die Heranwachsende Jugend den unvergänglichen Idealen des Judentums zu erhalten. Er gedenkt mit wehmütigen Worten der Breschen, die der Krieg in die Reihen der Agudo-Jungmannschaft gerissen habe und widmet Worte des Schmerzes seinem jüngst im besten Jünglingsalter in Frankfurt verstorbenen Neffen Ptnchas Thumim V't, der ebenfalls mit glühender Begeisterung sich zu den Pionieren der Jugendgruppe zählte. Der Redner brachte hierauf ein Hoch aus aus die verbündeten Herrscher und schloß mit aneifernden Worten zur Einigkeit und geeintem Streben und Handeln in den Rethen der Agudas Jisroel. Der vielfache Dank, den die Versammelten Herrn Thumim zollte, bewies, daß seine trefflichen Worte eine tiefe Wirkung zurückgrlasien haben. Agudas Iisroet-Augendgruppe. Donnerstag, npistf '3, nachmittags 4 Uhr, spricht Herr Direktor Dr. G. Lange im Vereinsiokale Hanauerlandstr. 17 über „Pharisäer und Sadduzäer". Gäste, Damen und Herren willkommen Am 31. Mai wird die A. I. I. Jugrndgruppe eint» Vortragsabend veranstalten,' an dem HerrA. Grünbaum, Nürnberg referieren wird. Näheres wird bekanntgegeben. AekdpostkeKlüre. Die zweite Nummer der „Blätter der Agudas Jisroel Jugendorganisation" ist soeben erschienen. Sie enthält an Aussätzen: „Zum Schowuothfeste" von Wolf S. Jacobson,Hamburg - „Die Lage inRussisch- Polen" von S. Schachnowitz, Frankfurt: Feldpostbriefe-Aus unserer Bewegung Wie wir hören, hat die A. I. Jugendorganisation 200 Exemplare des soeben erschienenen Büchleins „Im Schatten des Weltkrieges,^ Jüdische Skizzen von S. Schachnowitz, als Schewuothgabe an die jüdischen Soldaten der deutschen Cü'rarmee abgesandt. Zamiliennachrichteu. Barmi-Woh-Fe'er. Theodor Klein, Sohn des Herrn Jute» Klein, Bischheim i. Els. bei Herrn K. Ochsenmann, Sanbwcg 46, Adolf, Sohn des Herrn Eugen Ettlinger, Rückeristr. 45, Siegfried, Sohn des Serrn Abr. Grünebaum, Allerheiligenstr. 3, in der ynagoge Friedberger-Anlage. Vereinskalender. Verein MekorEhatr«. Donersrag, «u» a nachmittags 4 Uhr, im Vereinslokale Langestraße IS, Bortrag aus mn; Herr Michael Kohn. Samstag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dinim; Herr Rektor Falk - 4 Uhr nachm, im BeretnSlokale: Mikro - Vortrag- Herr David Strauß. Sonnrag, 0'/« Uhr vorm, im Bereinslokale: Gemoro; Herr R. A. Posen. Montag, 83/4 Uhr abends: Gemoro,- Herr Dr. Josef Breuer. Dienstag, 7l/4 Uhr morgens: Gemoro- Herr R. A. Posen. - Mittwoch, abends 8a/4 Uhr j im Bereinslokale : Gemoro- Herr Dr. Joseph Breuer. Jeden Morgen nach Schluß des Gottesdienstes: Rischna. Agudas Jisroel Jnqendgruppe. Mittwoch, 4 Uhr nachmittags, Praktische Halacha (myesr), Herr B Rachelfohn. Donnerstag, vormittag (nach Schluß derSynagoge) Gemoro- Herr Rabbiner Schüler, 4 Uhr nach, mittags: Pharisäer und Sadduzäer- Herr Direktor Dr. G. Lange. (Damen u. Herren). Samstag, 10 Uhr vorm.: DorolhHorischaunim- Herr Direkt. D,. G. Lange (Damen u. Herren). 10 Uhr vorm.: Gemoro- Herr Rabbiner Schüler. 10 Uhr vorm. Gemoro; Herr Dr. M. Lange. 11 Uhr vorm. Raschi zur Thora- Herr M. Hirfchberg. 12 Uhr vorm : Gemoro - Herr B. R a ch e l s o h n. Sonntag, 8 Uhr vorm.. Gemoro- Herr B. Rachelsohn. 11 Uhr Sprechstunde der Lehr. stcUenvermittlung. Dienstag, 0 Uhr abends: Gemoro - Herr Dr. M. Lange. UUOLFSECK i pfepopulärste Cfqarre unsortiert 12^ G.M.HOLZ MOFLieFBRANT FRANKFURT*« .sortier) ISA

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