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Der Israelit · 1915-05-06 · Heft 20 (6.5.1915) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 20 (6.5.1915)
Date
1915-05-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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&ttJfflEUT i ftfflßtj t»»JB 6. Mai 1915. 20. J 20. Frankfurt a. M., den 22. Jjar 5675. STT.^I SW-ffl Der „Frankfurter Israelit" wird mit dem Israelit" abonniert; Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.80 vierteljährlich (Inland). Inserate im „Frankfurter Israelit" kosten 25 Pfg. für die sechSgespattene Lolonelzeile; Rabatt nach Tarif. Inhalt: Frankfurt-Philadelphia. Die Woche: 1. Die Beerdigung von Martin Feist it“T. 2 Israelitischer Holz-Verein und Verein zur Ausstattung israelitischer Mädchen, Homburg. - 3. Aus dem Etat der Israelitischen Gemeinde. — 4. Von bei Frankfurter Iudaica-Sammlung. — 5. Minka von Goldfchmidt- Rothschild-Stiftung. — Der lebende Schutzwall — Familiennachrichten. — Gebetzeiten. — Vereinslalender. Frankfurt-Philadelphia. In dem in Philadelphia erscheinenden amerikanisch-jüdischen Blatte „The Jewish Exponent" finden wir einen durch Objektivität und Freimut beachtenswerten Aufsatz des hiesigen Deputy-G> ueralkonsuls Simon W. Hanauer unter dem Titel: „Der Todeskampf Europas". Es heißt darin u. a. iiber das Verhältnis Deutschlands zu den Bereinigten Staaten: .. Besonders die Haltung der Bereinigten Staaten, der mächtigsten und einflußreichsten der neutralen Nationen hat die deutsche Aufmerksamkeit erregt und herbe Kritik, Enttäuschung und Entrüstung hervorgerufen. Der Untergrund aller Einwürfc gegen die Haltung der Bereinigten Staaten, ist der, das; wir weder im Geiste noch in der Tat die Neutralität genau innegehalten haben, daß wir vielmehr zum Schaden des „Vaterlandes" Sympathie und Unterstützung den Feinden Deutschlands gewähren ... Die Deutschen sagen, daß wir Amerikaner seit Ausbruch des Krieges irr liberalster Weise ihre Feinde mit allen Arten von Produkten und Waren einschließlich Waffen, Munition und Kriegsfahrzeugen versähen, während unsere Regierung der britischen Regierung gestattet, unsere Schiffe und unsere Waren auf neutralen Schiffen und für neutrale Häfen bestimmt, zu kapern, obgleich diese Waren keineswegs kriegerischen Zroecken dienen... Wir sollten unsere Position ausnützen und mit Energie und Mut Vorgehen. Hätte unsere Regierung bei Beginn des Krieges ösfenilich erklärt, was sie als Kriegskontrebande betrachte, und dptz sie mit Bezug .ruf alle anderen Artikel rede Einmischung eines fremden Staates als einen unfreundlichen Akt betrachten werde, so hätten unsere industriellen Interessen daheim und unser Exporthandel einen mächtigen Aufschwung genommen und eine Aera der __ Blüte hätte sich für die Bereinigten Staaten eröffnet... Noch jetzt mag es Zeit fein, die versäumte Gelegenheit nachzuholen und den Weg zur Prosperität wieder zu betreten, vorausgesetzt, daß unsere Regierung und der Kongreß rasch und kräftig zu handeln verstehen. Der Verfasser schließt seine Ausführungen mit folgenden. Worten: Deutschland bietet heute das wundervollste Schauspiel dar, das die Weltgeschichte jemals gekannt hat: mehr als 10 Millionen deutscher Männer, die meisten von ihnen von guter Erziehung und Intelligenz, opfern bereitwillig Leben und Vermögen, Gesundheit und Lebensgenuß dem Dienste ihres Landes auf, damit die Nation lebe und ihren Weg friedlichen Fortschrittes und geistiger und wirtschaftlicher Entwicklung weiter verfolge. Die Reihen der deutschen Krieger umfassen Männer aller Berufe und gesellschaftlichen Klassen; Kaufleute, Bankiers, Richter, Lehrer, Geistliche, Gelehrte von internationalem Ruf dienen in den deutschen Armeen als gemeine Soldaten Seite an Seite mit Arbeitern, Bauern, Kellnern und den vielen anderen aus den Reihen der arbeitenden Annen. Dieser Krieg wird zu mächtigen Verschiebungen in der politischen Sphäre führen und viele Aenverungen aus der Landkarte der Welt hervorbringen." »«VSSSVSVSSSSWSSNSSSVSVVSVSVSSVV«»» | Die Woche jj pit Beerdigung von Marti« Aeist S'% Dem Bemühen der Familie ist es gelungen, die Ucberführung der sterblichen Reste des auf dem Felde der Ehre gefallenen Martin Feist nach der Heimat zu bewerkstelligen. Am letzten Montag fand die Bestattung des Unvergeßlichen unter überaus starker Beteiligung — wiewohl sie nicht öffentlich bekanntgegeben wurde — an der Seite seiner hier ruhenden Eltern statt. Am Grabe sprach Herr Rabbiner Dr. Nobel, der an das von den Omertagen uns in Erinnerung gebrachte große Sterben in der Akiba-Schaar anknüpfend, den immer noch nicht gestillten Schmerz um dieses Edelopfer des Krieges schilderte. In eindrucksvoller Weise bezeichnete auch der zufällig in hiesiger Gegend auf Urlaub weilende Feldrabbiner Dr. Emil Levy, den persönliche Beziehungen im Felde mit dem Verstorbenen zusammenführten, die Höhe des Menschentums und des jüdischen Denkens, auf der sich unser unvergeßlicher Martin Feist 7\"V befand. Nun ruht der junge Held an der Seite seiner Ettern, denen er die Grundlagen seines Jdealtebens dankt, anspornend für alle, die an seinem Grabe den Mut und die Freude für das jüdische Tun stärken. -IJ?S Israelitischer Koh-Arrein und Werein zur Ausstattung israelitischer Mädchen, Kornvurg Das Kriegsjahr 1914 ist auch an den genannten Vereinen nicht unbemerkt vorübergegangen. Neben der Mindereinnahme an Spenden und drohenden Kursverlusten haben sie auch Verluste an teueren Menschenleben durch den Krieg erlitten. Obgleich die Vereine die Vereinskaffen zu vaterländischen Zwecken'mit herangezogen haben, brauchten ihre bisherigen Schutzbefohlenen nicht darunter zu leiden. Holzverein, wie Mädchen- Ausstattungs-Verein konnten auch ihnen gegenüber nach alter Gewohnheit verfahren. Sie verdanken dies der Opferwilligkett ihrer lieben Freunde, die es ermöglichte, alljährich Betrage für außerordentliche Vorkommniffe zurückzulegen. An Spenden gingen ein M. 533,23. Aus dem Ktat der Israelitische« Gemeinde. Der Häushaltungsplan der Israelitischen Gemeinde verzeichnet an Einnahmen im Ordinarium. Hauptsynagoge 7100; Synagoge Börneplätz 24,200;' Synagoge Königstemerstraße 24,400; Synagoge und Religionsschule Bockenheim 1600; sonstige Gottesdienste 1250; Beerdigungswesen 55,200; Rituelle Betriebe 27,450; Ritualbad 3500; Verwaltung und Unterhaltung der Gemeindegebäude 49,655; Zinsen 40,532; Steuern 610,000; Verschiedenes 160; Etatsausgleich 106,823; Gesamtsumme 921,870. Die Ausgaben stellen sich wie folgt: Allgemeine Verwaltung 43,350; Hauptsynagoge 47,986; Synagoge Börneplatz 36,480; Synagoge Königstemerstraße 50,500; Synagoge und Religionsschule Bockenheim 13,580; sonstige Gottesdienste 6700; Pensionen 25,454; Philanthropin 108,000; Hospital 162,080; Beerdigungswesen 22,805; Rituelle Betriebe 53,280; Ritualbad 3240; Verwaltung und Unterhaltung der Gemeindegebäude 17,300; ,Versicherungen 3000; Verzinsung und Tilgung 249,935; Stenern 14,000; Religionsunterricht 35,880; Beitrags für allgemeine Zwecke 18,300; Ausgaben ohne Titel und Unvorhergesehenes 10,000; Gesamtsumme 921,870. Im Extraordinarium sind als Ausgaben der Neubau des Krankenhauses mit 70,000 und die Anlage eines neuen Friedhofes mit 236,300 angeführt. Aon der ArauLsurter Indaica-Sammluug. Anläßlich des Todes Profeffor Dr. A. Berliners erinnert die „Bofftsche Ztg." daran, daß die Stadtbibltothek zu Frankfurt a. M. vor mehreren Jahren durch Unterstützung mehrerer Bürger in der Lage war, die einzigartige Bücherei des jüdischen Theologen und Historikers zu erwerben. Berliner sammelte vornehmlich Bücher für besondere Zweige seiner Wissenschaft, so die verschiedenen Ausgaben der israelitischen Gebetbücher, Erstdrucke usw-, was dieser Sammlung besonderen Wert verleiht und die einschlägigen Schätze der Frankfurter Stadtbibliothek, der im Gebiete der Judaica ersten in Deutschland, aufs glücklichste ergänzte. Minka von Holdschmidt-Boi-fchM-Mstu»-. Wenn draußen die Stürme des Krieges toben und unsere Lieben zum Schutze des Vaterlandes ihre ganzen Kräfte einsetzen, so ist es in uns ein Gefühl der Befriedigung, daß die Zurückge- BIOLF&ECK unsörtiert 12 A G.M.HOL2 sortiert 15$ G.M.HOL2 J HOFLIEFERANT 9 FRANKFURTa« 1- —. —

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