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Der Israelit · 1915-03-18 · Heft 12 (18.3.1915) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 12 (18.3.1915)
Date
1915-03-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nr. 12__ M. Vasarhely. Im Alter von 65 Jahren ist der Rabbiner unserer orthodoxen Gemeinde, Aron M a n d e l b a u m verschieden. Die innige Teilnahme weiter Kreise begleitete ihn auf seinem letzten Gang. Die Rabbiner aus Megyes, Torda und Decsöszentmarton hielten ergreifende Trauerreden über den Verewigten, der als n r, und Kanzelredner gleich hervorragend war. rrsxin Z. B. A Klausenburg. Frau Gemeindenotar Ernst Vaß wurde, da ihr Mann in der Front ist, zu seinem Vertreter nominiert. Sie hat auch die Befugnis, als Matrikelsührerin bei der staatlichen Zivilehe zu fungieren. Es ist dies der erste Fall, das; eine jüdische Frau bei uns dieses Amt verwaltet. Z. B. A. Prestbnrg Am Freitag, den 5. März besuchte Se. k. u. k. Hoheit der Erzherzog Franz Salvator das Reservespital für verwundete Krieger der hiesigen orthodoxen Kultusgemeinde (Ehewra Kadischa). Se. k. u. k. Hoheit sprach jeden einzelnen der verwundeten Krieger in leutseliger Weise an, tröstete sie, besichtigte sodann sämtliche Räumlichkeiten, wie auch die Küche und sprach den Gemeindemitgliedern sowie dem Verwalter, Herrn Joel Kornfeld und Frau, über das humane Wirken und die überaus peinliche Reinlichkeit die vollste Anerkennung aus. RuMcrrrd. 6raf Witte- Kelersvurg, 13. März. Mit Graf Witte ist der Mann dahingegangcn, der seinerzeit die einzige Hoffnung aller Vorkämpfer der Menschenrechte und besonders der Juden in Rußland war. Er Pflegte auch persönliche Beziehungen zu einzelnen Juden und trat offen und bei jeder Gelegenheit für Erweiterung der Judenrechte ein. Mit seinem Sturze 1803 setzte eine Zeit bitterster Verfolgung für die russischen Judenein, die Pogromaera, die das liberale Regime Wittes ablöste. In der Leidensgeschichte der russischen Judenheit wird der Name Wittes seinen milden, versöhnenden Klang allezeit behalten. 30000 vertriebene Zügen Petersburg, 8. März. Der Korrespondent des Petersburger „Novy Woschod" berichtet interessante Einzelheiten über die auf Verfügung der Militärbehörden aus dem Gebiete der militärischen Operationen vertriebenen Juden. Nach flüchtiger Schätzung beläuft sich die Zahl der jetzt allein aus dem Gouvernement Plozk nach Warschau zusammengeströmten Juden auf mindestens 30 000. Sie befinden sich alle in kläglichem Zustand,- es wird nichts getan, um ihre Lage zu erleichtern. Ruffifthes. H>eter§5rtr-, 13. März. Bei der Petersburger Gerichtskammer wurde die Kasfationsklage gegen 40 Anwälte verhandelt, die am 5. November 1913 die Protestresolution gegen den Beiltsprozeß an nahmen. Einige Anwälte wurden freigksprochen, mehrere andere hochangesehene Anwälte, darunter Sokolow, das Dumamit,7liedKerenskij,PerewerzewBobtschtschew Puschkin, Wollenstem, verloren das Recht, auf sechs Monate bis zu einem Jahr, die Praxis als Rechtsanwalt auszuüben. öranöes Ober' Sie ZuSenoerkolgung in RußlsnS. Kopenhagen, 10. März. Einem Feuilleton „Pogrome" von Georg Brandes tn den „Politiken" seien folgende Sätze entnommen: „Während die Zahl der jüdischen Soldaten, die im russischen Heere kämpfen, ans 250 000 bis 4 0 000 geschätzt wird, hält die Regierung die Rechtlosigkeit der Juden sorgfältig aufrecht und wacht darüber, das; sie sich nicht aus den Gebieten hinanswagen, wo allein sie wohnen dürfen. Und gerade in diesen Gebieten, in Polen und einigen litauischen Gouvernements, spielt sich der Krieg ab. Wenn grenzenloses Elend und Hunger die Juden zwingt, die angewiesenen Wohnstätten zu verlasien, so werden sie von Soldatenpatrouillen oder Kosakenschwärinen zurückgetrieben. Wenn jüdische Soldaten einiger«,vsten geheilt das Krankenhaus verlassen, so werden sie falls sie untauglich sind — sofort nach ihrem „Aufenthaltsort" zurückgesandt, so unbewohnbar er auch ist. Es ist vorgekvmmen, daß ein russischer Freiwilliger ans Charkow von IO Jahren, dem das halbe Gesicht fortgerissen war und der von Professor Hirschmann operiert werden sollte, vorher . Der Israelit_ aus dem Hotel verwiesen wurde und die Stadt verlassen mutzte, weil er Jude war oder jüdische Eltern hatte. In Polen selbst sind seit Kriegsbeginn viele Pogrome veranstaltet worden. Die jüdische Bevölkerung wurde ausgetrieben, geplündert, grausam mißhandelt und vielfach gemordet. Dies geschieht, zu derselben Zeit, in der eine Menge junger Juden, die sich im Krieg ausgezeichnet haben, Tapferkeitsmedaillen und Orden erhalten und in der die Regierungspresse die Juden wegen ihrer Sammlungen zum Besten der Verwundeten und Hinterbliebenen, ihrer Errichtung von Krankenhäusern und dergleichen rühmt." Wvitüjznlanb. Die Juden Salonikis deuffchfreundlirfi. Saloniki, 10. März. Am Sonntag den 7. März ereigneten sich schwere Unruhen in Saloniki. Auf Veranlassung von Studenten veranstaltete der Pöbel große Kundgebungen für Veniselos und gegen die Türkei. Dem Zuge der Demostranten wurden griechische, ruffische, französische und englische Fahnen vorangetragen. Als die Menge ein hauptsächlich von jüdischer Bevölkerung bewohntes Viertel der Stadt durchziehen wollte, verhinderten die Juden den Zug unter denRufen: „Herunter mit der russischen Fahne, hoch König Konstantin, hoch Deutschland"! Die russische Fahne wurde ihren Trägern entrissen nnd mit Füßen getreten. Das gleiche Schicksal drohte auch den englischen und französischen Fahnen. Es entspann sich ein wütendes Handgemenge, bis es den Juden schließlich gelang, den Zug zu zerstreuen. Die Haltung der jüdischen Bevölkerung, die in allen größeren griechischen Städten einen nicht unbedeutenden Prozentsatz der Einwohnerzahl darstellt, ist überall sehr deutschfreundlich. Das griechische Könkgspaar genießt in diesen Kreisen eine geradezu schwärmerische Verehrung wegen der mannigfaltigen Wohltaten, die die arme jüdische Bevölkerung von ihr erhalten hat. Amerika. eine große Versammlung?u öunffen Ser iüflifchen Kriegsopfer- A-itadelpHis, 1. März. Ende Januar fand hier im Nationaltheater eine Massenversammlung statt, die von mehr als 2000 Personen besucht war und den Zweck hatte, die Teilnahme der amerikanischen Judenheit für die Leiden der Juden in Rußland und Galizien anzuregen und die Wohltätigkeit für die Hartbetroffenen aufzurufen. Den Vorsitz hatte Richter Sulzberger, der in seiner Ansprache die entsetzliche Lage der Juden im Osten schilderte und die daraus den Juden Amerikas erwachsenden Pflichten der Versammlung nahelegte. Herr Schmarjah Lew in hielt darauf ein Referat, in dem er mit hinreißender Berdsamkeit erschütternde Bilder der Lage entwarf. In Galten sei von den 800000 Juden kaum noch die Hälfte geblieben. Die anderen irren ruhelos umher, um nicht der Mordlust und Zerstörungswut der Russen anheimzufallen. In Rußland lasse sich die Notlage mit Worten nicht beschreiben. Es seien dort bereits 80 000 Juden auf dem Schlachtfelde gefallen. Die Furcht vor einer Maffeneinwanderung in Amerika nach dem Kriegesei schon darum grundlos, weil die Jugend und Blüte der Bevölkerung von diesem Kriege aufgerieben werde und die Alten die Kraft zur Auswanderung nicht mehr finden werden. Kongreßmitglied M. London appellierte mit bewegten Worten an die Bruderliebe der Versamme'.ten und bat sie, die verwüsteten Dörfer sich ins Gedächtnis zu rufen, wo ihre Väter gewohnt und ihre Verwandten noch leben. Die darauf erfolgte Geldsammlung ergab in wenigen Minuten den Betrag von 1? 000 Dollar. Personalien. Cöln, 15 März. In einer Zeit, da die Blüte jeder Gemeinde unter der Fahne steht oder zu den Waffen gerufen wird, hat unsere hiesige Religionsgesell schaft einen wackeren Kämpfer verloren, der plötzlich zur großen Armee abberufen ward. Herr Hermann __ _18. Marz 1915 Horn aus Cöln-Müllheim stammte aus einer alteingeseffenen, wackeren Bürgerfamilie, in der die Liebe zur Tauroh und zu Zion seit langer Zeit Ueberlieserung war. Als er vor 50 Jahren vom böhmischen Kriegsschauplätze heimkehrte, wählte ihn das Vertrauen der Gemeinde in den Vorstand, wo er seinen Einfluß für die Beibehaltung des Altüberlieferten und gegen Einführung unjüdtscher Neuerungen geltend machte. Seine ihm gleichgesinnte Gattin, die er erst im vorgeschrittenen Mannesalter heimführen konnte, stand ihm in diesem Streben treu zur Seitemit Reckt gilt auch von ihnen das sesasanische Wort: ’rvaa, arn ’nnr, ni33W c’Jfiö an T 'N1V1N21 „In meinem Hause und meinen Mauern werde ich ihnen einen Namen geben, der wertvoller als Söhne oder Töchter ist". Die Herren Rabbiner Dr. Carlebach und Dr. Wolf verstanden es meisterhaft, auf dem Friedhöfe und während der Trauertage dem Verluste, den Gemeinde und Gesamtheit durch den plötzlichen Heimgang des wackeren Kämpen erlitten haben, würdigen und tröstenden Ausdruck zu verleihen. Möge es der trauernden Witwe beschieden sein, noch lange im Sinne ihres verehrten Gatten für Zion und Jeruscholajim tätig zu sein! In der Adatz Jeschurun Cölns wird das Andenken Hermann Ho ms stets ein ehrendes und dankbares sein. Wiesbaden, 15. März. Bei dem am ttm n abgehaltenen "ibdh auf den verstorbenen R. Akiba Wreschner Vst im hiesigen Talmud-Thora-Verein hat nicht wie irrtümlich angegeben war, Herr Rabbiner Dr. Bamberger aus Hanau, sondern der Chemiker Dr. B amberger in Wiesbaden den Vortrag gehalten. Uffenheim, 7. März. Am 16. Februar fand den Heldentod im Kampfe fürs Vaterland Herr Max Flamm von hier, Unteroffizier der Landwehr. Kurz zuvor schon einmal leicht verwundet, ging er, getreu seiner Pflicht, wieder in die Front, bis ihn bei einem Gefecht in den Argonnen der Tod ereilte. Mit Max Flamm scheidet nicht nur ein Mann von aufrechtem Charakter, der sich die Herzen aller, die ihn kannten, gewann, sondern auch ein guter der die Lehren des Vaterhauses mit ins Leben genommen hatte. Um ihn trauert neben seinen Angehörigen eine große Zahl von Freunden und Bekannten, die ihm ein liebevolles Andenken bewahren werden. N'LLrri Vermischtes. Mainz, 12. März. Der „Israelitische Humanitätsverein Mainz", bestehend aus einergroßen Anzahl österreichischer und russischer Staatsangehöriger, veranstaltete am Sonntag abend eine Versammlung, zu der sich eine zahlreiche Zuhörerschaft einfand. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Siegmund Bien er, eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in der er die Leiden der jüdischen Kriegsopfer schilderte und im Namen aller in Deutschland lebenden russischen Juden gegen die im Zarenerlasse an die Juden enthaltenen unverschämten Lügen Verwahrung einlegte. Nach einem Gottesdienst, in welchem ver endgültige Sieg der deutsch-österrreichischen Waffen erbeten wurde, wurde eine Sammlung für den Hilfsfonds für Polen und Galizien eingeleitet, die den Betrag von 500 Mk. erreichte. Vrieskasten. A. L. in W. Es ist uns bis jetzt kein Nachruf zugegangen und wollen Sie veranlassen, daß es jetzt noch geschieht. I. Sl. in W. Die uns freundlichft zugesandte Notiz war bereits in einer der jüngsten Nummern enthalten Pension Deutsch - Wiesbaden Bon Saalgasse 30 nach Taunusstratze 49 in das früher Karpin'fche Lokal verlegt. Haltestelle der gelben elktr. Trambayntinic. Neuer 30 neuhergerichtete Zimmer mit Salons. Balkons, Wintergarten. Zentralheizung, elktr. Licht, Auszug, tadellose Sauberkeit. Bekannt für vorzügliche Wiener Küche nnd aufmerksamste Bedienung. Bon orth. deutschen Rabbinen und deutschen Jycuitt(teu gern ausgesucht. (10486) S » r die P e s s a ch r a g e a n g e n e h m st e r A u f e n t h a l t. Waschen Sie sich den Hopf mli? Schampoon mit \fetlcheng eruch Schuppenfieles. volles, glanzendes Haar Kein fettiges Haar mehr ellnA« VoixUgUche Reinigung des Haarbodsns Vörbeugungsmlflel gegen Haaraaslall Beste und billigste Haarpflege Bellt nun*mit dem sdnvanenKopf Alleinige Fabrik* Hans Sdmankopf, G.m.b. EL, Berllv. ~ Erhältlich ln Apothekfen, Drogerien, Parfümerie, und PriMUr-Oeschirten i

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