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Der Israelit · 1915-03-11 · Heft 11 (11.3.1915) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 11 (11.3.1915)
Date
1915-03-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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11. März 1915 Der JSraelit. No. 11 Sette 5 falls auch zu vollstrecken ist. Bei Besetzung bevölkerter Ortschaften mutz durch eine sorgfältige Durchsuchung festgestellt werden, ob Vorrichtungen zum drahtlosen Telegraphieren, Signalisationsapparate, Taubenpostftationen, unterirdische Telegrapheneinrichtungen und dergleichen vorhanden sind. Mit den daran beteiligten Personen ist nach voller Strenge des Gesetzes zu verfahren. Unterzeichnet: Chef der befestigten Zone, General der Kavallerie Bobyrj." Indirekt bedeutet dieser Befehl auch eine Aufforderung zu Mord und Plünderung. Veranlaßt werden aber solche Befehle, wie genugsam bekannt, nicht durch Mitteilungen deutscher Zeitungen, sondern durch Verleumdungen seitens der polnischen Hetzer, die bet der mordlustigen Soldateska nur allzuwilltges Ohr finden. (&nglani>. London, 5. März (indirekt). „Jewish Chronicle" erklärt, daß die englischen Juden sich in ihrer Palästina-Fürsorge auf die nach Aegypten geflüchteten Juden russischer Nationalität beschränken müßten. Es sei Aufgabe Amerikas und evtl, der Glaubensgenoffen in anderen der Türkei nahestehenden Ländern, für die in Palästina selbst verbleibenden ottomanischen Untertanen zu sorgen. Die englischen Juden müßten sich außerdem besonders für ihre Brüder in Polen interessieren. (Wie man auch über diese Arbeitsteilung denken mag, die Tatsache besteht jedenfalls, daß nach dieser Erklärung von England keine nennenswerte Hilfe für Erez-Jtsroel zu erwarten ist. Da auch die bisherigen Ergebniffe der amerikanischen Aktion durchaus nicht zureichend sind, so erwächst der deutschen und österr.-ung.- Judenheit die doppelte Pflicht, alle Kräfte aufzubteten, um einer Katastrophe in Erez-Jisroel vorzubeugen. Redakt. d. „Israelit"). &tnevika. nmerihanifthe tlilfe für Palöffina. New-Bork, 12. Februar. Neben dem jüdischen Komitee hat.sich nunmehr ein interkonfessionelles Hilfskomitee für Palästina und Syrien gebildet, dem neben den bekannten jüdischen Notabeln hauptsächlich Vertreter der christlichen Missionsgesellschaften, soweit sie in Palästina und Syrien arbeiten, angehören. Das Komitee hat die Abfertigung eines zweiten Lebensmittelschiffes beschlossen, dem vom amerikanischen Staatsdepartement und von den kriegführenden Mächten freie Passage zugesichert sein soll. Die notwendigen Gelder in Höhe von 125000 Dollar sind ausschließlich von jüdischer Seite hergegeben worden. Die amerikaniscke kinwangerungsoorlage Wew-Hork, 5. Februar. Der Präsident Wilson hat über die reaktionäre Mehrheit des Kongreffes gesiegt. Wie schon gemeldet, hatte er in einer prächtigen Kundgebung sein Veto gegen die Einwanderungsvorlage eingelegt, nach deren Bestimmungen das Asylrecht abgeschafft und die Einwanderung von Anaphalbeten verboten worden wäre. Eine Zweidrittelmehrheit des Konkreffes wäre notwendig gewesen, um die Vorlage über den Kopf des Präsidenten hinweg zum Gesetz zu erheben. Fast wäre es gelungen, eine solche Mehrheit zusammenzubrtngendenn der Einspruch Wilsons wurde nur mit einer Mehrheit von fünf Stimmen aufrechterhalten. Der Kampf für die Vorlage wurde unter dem Deckmantel, die Dualität der Einwanderung zu heben, geführt. Von der Abschaffung des Asylrechts hörte man kein Sterbenswörtchen) und doch war gerade dies die einschneidendste Neuerung, wie der Präsident Wilson in seinem Einspruch hervorhob. Wie leicht kann Amerika wieder in die Lage kommen, den gehetzten Freiheitskämpfern Europas ein Unterkommen zu gewähren! Die Zeit ist leider in Europa noch nicht vorbei, in der die Besten der Völker vor dem Galgen und der Verfolgung der Tyrannen fliehen müffen. In Rußland hat die Verfolgung zurzeit sogar mit erneuter Kraft eingesetzt. Wohin sollen sich die Verfolgten wenden, wenn sie sich in den gewöhnlichen Zufluchtstätten, deren Regierungen mit dem Zarismus verbündet sind, nicht mehr sicher fühlen können? Und nun sollte ihnen auch Amerika versperrt werden! Auch die Bestimmung gegen die Analphabeten hätte in vielen Fällen wie eine Verweigerung des Asylrechts gewirkt. Denn unter den Einwanderern der letzten Jahre befanden sich sehr viele polnische und russische Juden die die brutale Verfolgung der zaristischen Schergen aus der alten Heimat vertrieben. Nach den hier einlaufenden Berichten haben augenblicklich die Juden Polens und Litauens entsetzliche Leiden auszuhalten. Biele der Ueberlebenden werden zweifelsohne nach dem Kriege in Amerika Zuflucht suchen. Und nun wollte man diesen Unglücklichen, von denen viele des Schreibens und Lesens in einer europäischen Sprache unkundig sind, die Pforten der großen Republik vor der Nase zuschlagen. Mit dem Stege des Präsidenten ist die Gefahr, die von der Eiwanderungsoorlage drohte, jedoch noch nicht besetigt. Die Befürworter der Vorlage sind sehr beharrlich. Sie haben schon angekündtgt, die Vorlage in der nächsten Seffion wieder etnzubringen. Wew-Hork, 20. Febr. Die Exekutive des „American Jewish Relief-Comitee" hat in ihrer letzten Sitzung für Russisch-Polen 100,000 Dollar, für die von Deutschland besetzten Teile Polens ebenfalls 100,000 Dollar bewilligt. Das amerikanische Schiff „Vulkan", das den amerikanischen Kriegsschiffen nach Europa Vorräte überbringt, wird einen Teil seines Raumes zur Aufnahme von Lebensmitteln und Medikamenten für Palästina zur Verfügung stellen. Personalien. Sobernheim, 7. März. Am 1. April blickt Herr Lehrer und Kantor S. Berendt auf eine 25jährige segensreiche Tätigkeit in der hiesigen Kultusgemeinde zurück. Im Hinblick auf die schweren Zeiten hat er sich jegliche Feier verbeten. Doch wollen es sich seine Freunde nicht nehmen lassen, ihm nach dem Kriege eine seinem ersprietzlichen Wirken entsprechende Feier zu veranstalten. Heilbronn, 3. März. Durch Verfügung des Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens ist das Rabbinat Heilbronn dem Rabbiner Dr. Beermann in Insterburg (Ostpreußen) übertragen worden. Hamburg, 5. März. Wiederum hat unsere Jungmannschaft ihrer Besten einen verloren. Moritz Pe l s, der, ein ausgezeichneter Sprachenkenner, in begeisterter Vaterlandsliebe sich alsbald bei Ausbruch des Krieges der Militärbehörde als Dolmetsch zur Verfügung gestellt hatte, hat im Alter von 25 Jahren aus dem östltchen Kriegsschauplatz den Heldentod gesunden. Ein Leben, das uns zu grotzen Hoffnungen berechtigte, ist damit in seiner Blüte vernichtet worden. Die hervorragende Begabung und Tüchtigkeit des Heimgegangenen, die ihm schon früh autzergewöhnlichen Erfolg sicherten, erhielten in unseren Augen einen besonderen Wert durch die jüdische Pflichttreue, die Moritz Pels beseelte und in der er — wie das aus seinen Reisen im Ausland der Fall war — auch die mannigfachsten Entbehrungen freudig trug. Seine religiöse Charakterfestigkeit, die aus einem mit liebevoller Hingebung gepflegten Thoraftudium stete Stärkung erfuhr, läßt uns den jähen Abschluß dieses verheißungsvollen Lebens als einen schweren Verlust weitester jüdischer Kreise empfinden. rram Vermischtes. Berlin, 2. März. Die 2. Strafkammer des Landgerichts III setzte vor einigen Tagen die im Juni v. I. vertagte Verhandlung gegen den Rechtskandldaten Otto Herrmann (Berlin) wegen Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft fort. Der Anklage lag die Druckschrift „Der Wandervogel deutsch!" zugrunde, die im Jahre 1913 unter den Wandervogelführern gelegentlich der bekannten Auseinandersetzung über die Frage der Aufnahme von Juden in den „Wandervogel" verbreitet worden war. Der Angeklagte erklärte, es sei seine Aufgabe gewesen, den Gegensatz zwischen dem jüdischen Wesen und dem im Wandervogel vertretenen Kulturdeutschtum, das sich besonders auch in der liebevollen Pflege der deutschen Vergangenheit und des deutschen Heimatfirms kundgebe, scharf yerauszuarbeiten. Die inkriminierten Stellen seien dem Buche von Th. Fritsch entnommen. Zu der gestrigen Verhandlung waren geladen der Obergutachter Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Kittel (Leipzigs, sowie Prof. Dr. Kahle (Gtetzenj und Prof. Strack (Berlin). Das Gericht sah von einer Beweisaufnahme in dem ursprünglich geplanten ^inne ab, da die Erörterung der Frage, ob das Merkmal der öffentlichen Verbreitung im Sinne des § 16« Str.- G.-B. gegeben sei, bald in den Vordergrund trat. Nach fast dreistündiger Verhandlung erkannte das Gericht gemäß dem Anträge auf Freisprechung. Die Kosten fallen der Staatskasse zur Last. Berlin, 1. März. Zu Gunsten des R o t e n Halbmonds veranstaltet dasKartettJüdischerBerbinüungenimPreußischenAvgeordnetenhaus einen Zyklus von Vorträgen, die die Zusammenhänge zwischen der Zukunft des Orients, Deutscher Wellpotttik und Jüdischer Kolonisation im Osten behandeln werden. Hervorragende Kenner der Probleme haben die Referate übernommen. Den ersten Bortrag am 3. März hielt Herr Dr. Paul Rohrbach über „Die Zukunft des Orients"; am 16. März wird Herr Dr. Martin Vuber über „die Juden als Volk des Orients" sprechen) Herr Dr. Ernst Jaeckh wird am 17. März über das Thema „Deutsche Wellpolitik und Türkische Ent- Wickelung" vortragen; den Zyklus wird am 24. März Herr Dr. Alfons P a q u e t, der vor kurzem längere Zeit der Besichtigung der Deutschen und Jüdischen Kolonien Palästinas gewidmet hat, mit dem Vortrag „Erlebnisse in Jüdischen Kolonien" abschließen. * Berlin, 1. Febr. Einem Berliner jüdischen Vereine, der anläßlich einer Makkabäerfeier ettt Huldigungs tetegramm an den Kaiser abgeschickt hat, ging folgende Antwort zu: „Se. M. der Kaiser lassen für das Gelöbnis der Treue danken." Gez. der Geheime Kanzletrar v. Valentin. Würzburg, 1. März. An den bayerischen Lehrerbildungsanstalten beginnt das Schuljahr im Herbst. Nach übereinstimmenden Beschlüffen der Lehrkörper und der Anstallsleitungen der 3 beteiligten Schulen Burgpreppach, Höchberg, Würzburg wird künftighin die Aufnahme in die 1. Klaffe der Präparandenschule vom Besuch des Vorkurses, bezw. vom Bestehen einer Aufnahmeprüfung abhängig gemacht, die sich aus das Pensum dieses Vorkurses erstreckt. Der Vorkurs beginnt an den beiden Präparandenfchulen am 12. April. Schüler, welche in eine bayerische Präparandenschule eintreten wollen, werden auf die Bedeutung dieses Vorkurses für den Eintritt in die 1. Klaffe aufmerksam gemacht. Wnrzburg, 21. Febr. Rechtspraktikant Dr. Martin Marx von hier, z Zt. Feldlazarett-Inspektor beim 2. bayer. Armeekorps, ist mit dem Mrlttärverdienstkreuz 2. Klaffe mit der Krone für Kriegsverdienst ausgezeichnet worden. Posen,29.Febr. DerBerbandderSabbat freunde, Ortsgruppe Posen, hielt gestern abend eine öffentliche Versammlung ad, die von Damen und Herren stark besucht war. Der Vorsitzende, Herr Pinkus-Plesfner, begrüßte die Erschienenen und wies auf den großen Verlust hin, den die Bereinigung durch den Tod der bewährten Mitglieder, des Vorsitzenden Herrn Gabriel,undFrl. Landsberger eriirt. Die Versammelten ehrten die Toten durch Erheben von den Sitzen. Dann folgte der Bortrag des Herrn Gemeinderabbiners Dr. Freimann. Redner sprach vom Familienleben und der Sabbatweihe und erntete großen Beifall. — Nach dem Rechenschaftsbericht umfaßt der Verband 156 Ortsgruppen. Ein gleicher Verband ist in Oesterreich-Ungarn zu Stande gekommen. — In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Pink u s - Plessner,S. E p hr aim, S.Neu m a rk, Adolf Pinzower, Sal. Geliert, Max Gabriel, A. RzezewSki. — Eine freie Aussprache bildete den Schlug der Vereinstagung. Bremen, 3. März. Die Synagogenbaukommission der Bremer Israelitischen Gemeinde har aus Antrag Die Verhütung der Uebertragung parasitärer Haargebilde ist geradt4/.» ein«4 Surft«* der Hygiene g«r\vor«le»; die 6« kampfung ders«*|ben gehört mit zu «Ich schwierigsten Kapiteln unserer muilrnu n Kulturhygi«*»«*. ln «1er Prophylaxis (Vorbeugung) liegt hier di<- Heilung. Der gewissenhafte Hygieniker wir«! in einer regeliiiäüigen. koiiseijiamte» Hcinigiing und Pflege des llaans und der Kopfhaut das Mittel zur Hebung der physiologischen Funktionen derselbe» er blicken. Da# diese Hygiene des Haares am zweckmäßigsten mit dem bekannten Kopfwasehpulver „s«*hwarzk«>pf-Sciianipoon“ durcligefiihrt wir«!, soll lestg,stellt werde». Die »ui verseile liedeiitimg «lies«*s Mittels hat natürlich an« b zu xald reichen Nachahmung«4» geführt, deshalb muß man beim Einkauf die Forderung ^S('hwarzkopf-Scham|»<«>n“ besuud.-is apostrophi«T«‘ii, wenn inan sich nicht mit minderwertige» Surrogaten begnügen will. Die Vorbedingungen x.u einer rationellen Haarpflege ist « ine mit Pedanterie durchg«*führte. ko».se«i»ente Peinigung des lla;m*s und der Kopfhaut. Erforderliche leichte Waschungen kurzer Haare sollen möglichst täglich vorgenommeii werden, während eine gründliche Keinigung langer Haare mittels „Sehwarkopf-Srliamjmoir mit warmem Wasser wöchentlich ein- bis zweimal stattfinden muß. „Sehwarzkopf-Schauipoou“ ist in allen Apotheken, Drogerien, Parfümerien und Friseur-Geschäften erhältlich.

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