Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 5 (28.1.1915)
- Date
- 1915-01-28
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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M 5. Frankfurt a. M., den 28. Januar 1815. 13. Schebat 5675. M 8. Der „Frankfurter JSraelit" wird mit dem Israelit" abonniert,' Abomremont für beide Blätter zusammen Mk. 1.50 vierteljährlich (Inland). Inserate im „Frankfurter Israelit" kosten 35 Pfg. für die sechSgespaltene Eolonelzelle; Rabatt nach Tarif. Inhalt. D i e W o ch e: l. Kaisers Geburtstag. 2. Alfred Mainz V't. 3. Schulchan Aruch-Vortrag — Vereinskalender. — Familiennachrichlen. - Gebetzeiten. laeeeeeeea | Die Woche | T'v^vt^V'y w-v 0 T/VV Kaisers Heöurlstag. In der Synagoge der Israelitischen Reltgionsgesellschaft Friedberger Anlage, fand Mittwoch abend, aus Anlaß des Kaisergeburtstages eine gottesdienstliche Feier statt, die in ihrer Einfachheit und Schlichtheit höchst eindrucksvoll wirkte. Oberkontor und Chor sangen stimmungsvoll die Königspsalmen. Der Herr Rabbiner schilderte an Hand der vorgetragenen Psalmverse, die in der schweren Zeit doppelt zum Ausdruck gelangende Liebe des Volkes zu seinem erhabenen Monarchen und schloß mit Worten der Ermutigung und mit dem Gebete für Kaiser und Reich und den Sieg der deutschen Waffen. In allen anderen Synagogen unserer Stadt fanden im Laufe des Tages ähnliche patriotische Festgottesdienste statt. Alfred Mainz b'% Der Tod des jungen, blühenden Alfred Mainz auf dem Schlachtfelde im Osten hat alle, die ihn kannten, mit Schmerz und Trauer erfüllt. Nicht bloß ist in ihm ein frisches, frohes Menschenleben, der Stolz und die Freude der Seinen, jäh und früh da hin gerafft worden. Ein weiter Kreis hat ihn verloren, hat Hoffnungen auf die Zukunft ins Grab gelegt. Ein Sproß der Familie Mainz in Frankfurt und der Familie Fränkel in München, hat er von Jugend auf das Judentum und seine Aufgabe, die Lehre und das Gesetz als heiligstes Anliegen seines jungen Lebens und seines zukünftigen Wirkens betrachtet. Dem kaufmännischen Berufe voll Ernst hjngegeben, in seiner Bildung den Durchschnitt überragend, beschäftigte er sich, den Traditionen seines Hauses gemäß und den Neigungen seines Herzens folgend, in seiner freien Zeit mit iiTftfl und den Schriften über den Geist des Judentums. Der „Chaureew" von S. R. Hirsch war ihm eine unerschöpfliche Quelle der Belehrung und begleitete ihn, wohin immer ihn sein Weg führte. Freundlichkeit, Besonnenheit und Gründlichkeit waren hervorstechende Merkmale seines Wesens, sie strahlten aus seinem hellen Antlitz und seinen blauen Augen, diesen sprechenden Zeugen seiner reinen Seele. Tapfer und pflichtbewußt wie nur einer, hat er dem Baterlande seine junge Kraft geweiht. Nach dem Westen war er hinaüsgezogen und verwundet heimgekehrt, so noch einmal für eine Spanne Zeit den besorgten Eltern zurückgegeben. Von neuem rief ihn dann die Pflicht ins Feld/ in den schweren Kämpfen um Lodz sank er dahm, von feindlicher Kugel getroffen, einer der Tausende, die für die heimische Erde fallen, einer der kostbaren jungen D8TJT des gesetzestreuen Judentums. Diezwette Folge seiner Kriegepredtgten hat Herr Rabbiner Dr. Nobel seinem Andenken mit den Worten gewidmet: Töxi 'T&Sn '2inx nanpi oma« Diirn r^raa opa Tna nnan ■■nab aw jrbai nrra Ta "wai dth -wrr p^a •WM ]12HT Schulchan Aruch-Vortrag. Sonntag, den 31. Januar, 6 Uhr nachmittags, findet in den Räumen des Mekor Chajtm, Langestraße 18, Schulchan Aruch-Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Salomon Breuer statt. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag Abend nach Schluß der Synagoge, im Hörsaal Friedberger Anlage: Mikro- Herr Joseph Dünger. — 8V, Uhr abends im BereinSlokale Langestratze 18: Zwangloses Beisammensein. Samstag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dintm- Herr Rektor Falk. 12 Uhr mittags: Beendigung des Sefer „Schemuel" und Beginn von „Melochim"- Herr Prof. Wey l. — 3V, Uhr nachm, im BeretnSlokale: Midrasch - Herr Michael K o ff tt. Sonntag, 93f* Uhr vorm, int Bereinslokale. Gemoro - Herr R. A. P o s e n. 4 Uhr nachm.: Gemoro - Herr Dr. Joseph Breuer. — L Uhr Abends im Vereinslokale: Schulchan Aruch- Herr Rabbiner Dr. S. Breuer. Montag, 8»/. Uhr abends: Mischnah- Herr Rektor Falk. Dienstag, S8/4 Uhr abends: Gemoro- Herr R. A. Posen. Mittwoch, morgens nach Schluß der Synagoge \rfov -nxp. 88/4 Uhr abends: Gemoro - Herr Dr. Joseph Breuer. - Donnerstag, %9 Uhr abends im Bereinslokale: DinimkursuS für Soldaten. Jeden Morgen nach Schluß des Gottesdienstes: Mifchna. AgudaS Jisroel Jugeudgruppe. Freitag nach Schluß der Synagoge: Sidrah-Bortrag - (Damen und Herren). SamStag, '/,11 Uhr: „Doroth Horischaunim"; Herr Direktor Dr. Lange. (Damen u. Herren), 11 Uhr vorm.: Raschi zur Torah- Herr Lehrer Hirschberg. 11 Uhr vorm.: Gemoroh- Herr Rachelsohn. 13 Uhr vorm.: Gemoro; Herr Dr. M. Lange. Dienstag, 0 Uhr abends: Gemoro - Herr Dr. M. Lange. M i t t w o ch, S Uhr nachm.: Nwijtm - Herr S. U n n a. 9 Uhr nachm.: Sprechstunde des Zimmernachweises. Donnerstag, 8/49Uhr nachm.: Gemoroh- Herr Direktor Dr. Lange. Agudas Jisroel Mädchengruppe. Samszag, 4 Uhr nachm.: Thillim- Herr Hirschberg. Mittwoch, 8/49Uhr abends: Nähabend und Turnkursus (Tiergarten 8). Zacharias Wertheimber'sche Ttistuu« (Klans) Herr Rabbiner Dr. Lorsch: Freitag Abend nach Schluß des Gottesdienstes: Bortrag über matt 'piß. Samstag, IO1/* Uhr vorm.: Die Sidra mit Raschi. II8/, Uhr vorm, (für Schüler): nVaD '03 Sonntag, 2l/* Uhr nachm, (für Schüler): 'oa 7*/4 Uhr nachm.: map ton roa Montag, eine Stunde vor nnao (fürSchüler): naro Dienstag, 83/4 Uhr abends: xop «33 'va Mittwoch, eine Stunde vor nnata (für Schüler) natwa. — 63/4 Uhr nachm, (für Schüler) n-vv 'va. Herr R. A. Posen: SamStag, vormittags nach Schluß der Synagoge Friedb. Anlage: anx "ri. Sonntag, 8 Uhr vormittags: o*n mix. Donnerstag, 7 Uhr abends: v"n rrm Verein Litvjath-Che« (Herr Prof.Sulzbach.) Sabbat nach rinav: Midrasch im Hörsaale Friedberger Anlage. — Montag, abends 7 Uhr (BIX "N) und Mittwoch abend 7 Uhr (xnpö) Schützenstraße 14. Bereit» Tifereth Bachurim (Bleichstr.). Sonntag, 83/4 Uhr abends: Bortrag. Kamiliennächrichten. Geburten. Eine Tochter: Julius Blumenthal (Grünebaum) Friedbergerlandstr. 58. Barmizwoh-Feicr. Bodog, Sohn des Herrn Bulius Retninger, Herderstr 11, in der Synagoge ermesweg. — Simon, Sohn deS Herrn M. Ch. Ratzker, Uhlandstr. 3l. — Albert, Sohn des Herrn Max Rothschild, Obermain-Anlage 10, in der Synagoge Friedberger Anlage. — Joses Gandz aus Cöln a. Rh., Hohenstaufenring 21, z. Zt. Institut Kltbansky, Trutz 47. Heöetzeite». nbvs naw Fretlag Abend 4.50. Samstag Morgen 8.00. Samstag Nachmittag 4.00. „ Abend 6.05. Wochentags morgens 6.45. nachmittags 5.00. Fär de« Rekla«e«teil die Red aktiv» «>cht verantwortlich; insbesondere Ist es ausschließlich Lache der Leser, die i« «eklan»eteil euttzaltenen »«pfehlnngen ritueller tUtem oder soufttae Kn> -oben religionsgesetzlichen Gharatter» auf ihre FnderlässiOteit zu präfeu. Karvlustag. Am 28. Januar kündete die KaroluSglocke im Dom den Todestag Karls des Großen, des Gründers Frankfurts, dessen reckenhafte historische Gestalt unvergessen durch mehr als ein Jahrtausend deutscher Geschichte schreitet. Der 28. Januar hat für Frankfurt aber noch eine besondere lokale Bedeutung, die auch in Kriegszeiten nicht vergeffen werden soll - eS ist der Tag, an welchem der Ausstoß deS nach dem ersten Frankenkaiser benannten Karolusbrau der Brauerei Binding beginnt. Und in diesem Jahre soll die erste Maß dieses ausgezeichneten Frankfurter Stöffchens auf das Wohl unserer tapferen Feldgrauen und aus ihre glückliche Heimkehr nach glorreichem Frieden geleert werden.;üs