Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1915-01-07 · Heft 2 (7.1.1915) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 2 (7.1.1915)
Date
1915-01-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2448506-2448509--67259-2488127
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

7. Januar 1915 Der JSraelit. No. 2 -Sette russischen Offiziere hatten ihre teuflische Luft beim Anblick der lodernden Flammen. Sie wehrten nicht das Zerstörungswerk der ruchlosen Bande und nahmen somit Teil an dem Schandwerk, das zum Himmel schreit. Und Mr. Zangwill erwartet, durch Grey bestrickt, von dieser Horde unsere und rust die Neutralen unter die russischen Fahnen — gegen uns!!! Stein am Anger. A. G a l a m b o s, der Schwager des hiesigen Rabbiners Dr. Horovitz, wurde flir befandere Tapferkeit im Kriege mit der großen silbernen Medaille ausgezeichnet. S. A. Uyhely. Fern von der Heimat, im fremden Kreis, unterwegs wurde die reine Seele der bekannten pnat au§ Sboro w, in Galizien, Rabbi M. M o fchk o w i t s ch, zu ihrem Schöpfer abberufen. Bon schwerer Krankheit gepeinigt schleppte er die Last seines nto von Ort zu Ort. Die russische Horde verwüstete 'sein Haus, so irrte er verzweifelt herum und er trug sein bittres Geschick mit rührender Gottergebenheit. Seine "b fand unter großer Beteiligung statt. Alles eilte herbei, um dem heimkehrenden pn2 die letzte Ehre zu erweisen. Seine Kinder sind noch immer abwesend und konnten bis zur Stunde vom Ableben ihres großen Vaters nicht verständigt werden.!Y22tJJ\ Z. B. B. Komotau. Die hier geflüchteten Galizianer bekamen von der Gemeinde die Erlaubnis, durch ihren vmrp schachten zu lassen; da sie von der hiesigen rtfc'ntp nichts genießen wollen. Die Gabella dient zur Erhaltung der geflüchteten drei 0^22 und betrug in einer Woche 34 Heller!!! Die Not der Leute ist groß und das Elend unbeschreiblich. Wien. Frau Baronin Alfons Rothschild verfügte, daß alle in Wiener Spitälern geheilt entlassenen Soldaten vor ihrer Rückkehr ins Feld durch ihr Bureau mit warmer Winterkleidung reichlich versehen werden sollen. Einige lausend Krieger haben bis jetzt die Spende der edlen Wohltäterin empfangen. Hatszep. Für die im hiesigen Kriegslazarett liegenden jüdischen Soldaten wird von der kleinen jüdischen Gemeinde in hingebungsvoller Weise gesorgt. Alltäglich werden sämtliche Kranke von einer anderen braven jüdischen Familie verköstigt. Z. B. A Amerika. Ein anfifemifildier JuRijmorä in ftmeriha. Wew-Hork, 18. Dezember. Das lang Befürchtete ist eingetreten. Leo M. Frank in Atlanta, der bekanntlich, wie früher berichtet, seit Monaten unter der Beschuldigung eines Mordes in Haft gehalten und auf Grund des offensichtlich falschen Zeugnisses eines Negers und unter dem Drucke leidenschaftlicher antisemitischer Volksströmungen in erster Instanz verurteilt worden war, soll nunmehr, nachdem der höchste Gerichtshof des Staates die Revision zurückgewiesen hat, am 22. Januar durch den Strang hingerichtet werden. Frank beteuerte in der neuerlichen Verhandlung wiederum seine völlige Unschuld und erklärte feierlich, daß das Verdikt nichts anderes als die Ausgeburt der Leidenschaft und des Vorurteils fei. Er sei absolut sicher, daß seine Unschuld eines Tages klar erkannt werden würde. Die unabhängigen amerikanischen Zeitungen sind von der Unschuld Franks vollkommen überzeugt, und es ist ein jammervoller Gedanke, daß in einem freien Staate aus juristischem Formalismus ein offenkundiger Justizmord nicht sollte verhindert werden können. Man darf vielleicht annehmen, daß eine Begnadigung erfolgt und die Möglichkeit einer Sühne der zu Unrecht erfolgte Verurteilung wenigstens für später offengehalten wird. Sie Sanken. Nerv-York, 1. Januar. Herr Jakob H. Schiff, eines der hervorragendsten Mitglieder der Newyorker Bankfirma Kuhn, Loeb & Co., hat seine Mitgliedschaft an der Japanischen Gesellschaft ntedergelegt, weil Japan sich auf die Seite Rußlands gestellt hat. Während des Ruffisch-Japanischen Krieges hat Herr Jakob H. Schiff eine griW japanische Anleihe in Amerika vermittelt. — Herr Oskar Strauß, vormals Botschafter der Vereinigten Staaten in der Türkei, hat gleichfalls aus seine Mitgliedschaft an der Japanischen Gesellschaft resigniert. Personalien. Emden, 2. Jan. Am heutigen Tage konnte der 1. Vorsteher der hiesigen Gemeinde, Herr Jacob Pels, auf eine 25jährige ununterbrochene Mitgliedschaft im Bürgervorsteher-Kollegium hiesiger Stadt zurückblicken. Obwohl sich der Jubilar jegliche Feierlichkeit verbeten hatte, so hatte trotzdem das Kollegium in Würdigung der verdienstvollen Tätigkeit des Herrn Pels eine außerordentliche Sitzung einberufen, in welcher im Namen der städtischen Kollegien Herrn Pels ein großes kostbares Gemälde des hiesigen Rathauses, des Hauses, in welchem Herr Pels seit 25 Jahren zum Wohle der Stadt mitwirkt, feierlich überreicht wurde. Der Verlauf der Sitzung gab Kunde von dem überaus herzlichen Einvernehmen des Herrn Pels zu seinem Kollegen und dem Anfehrn, welches Herr Pels bei den Vertretern der hiesigen Bürgerschaft genießt. Vom Magistrate der Stadt ging dem Jubilar eine ehrende Widmung zu. — Auch aus weiteren Kreisen der hiesigen Stadt und besonders der jüdischen Gemeinde wurden dem Jubilar viele Ehrungen zuteil. Ganz besonders hob Herr Landrabbiner Dr. Hosfmann in seiner Predigt am vergangenen Sabbat hervor, daß Herr Pels stets getreu den Worten mm rp?m gehandelt hat und sein Judentum und die Interessen der jüdischen Gemeinde in taktvollster Weise vertreten habe. Mit herzlichen Dankesworten für seine bisherige Tätigkeit, gab alsdann Herr Dr. Hosfmann dem Wunsche und der Hoffnung der ganzen Gemeinde Ausdruck, daß es dem Jubilar noch lange vergönnt sein möge, in gewohnrer Frische und Eifrigkeit seines Amtes walten zu können. Posen, 28. Dez. So blutig die Lücken auch klaffen, welche der gegenwärtige Krieg in die Reihen der blühenden Menschenleben reißt, Töne tiefsten Schmerzes mutz unsere Gemeinde an den Gräbern zweier Greise erklingen laffen, welche in dieser Kriegsperiode von uns gerissen sind, zweier Söhne des großen Salomon Pleßner yatr, dessen Erinnerung wie verklärender Abglanz am Horizonte unserer Gemeinde leuchtet. Der eine, der Benjamin der Söhne, Wolf, der, weil nie verheiratet, den längsten und innigsten Umgang mit seinem Vater genossen hatte, führte buchstäblich das Davidsche Jdeöldasein, „zu sitzen im Hause Gottes alle seine Tage, zu schauen die Anmut Gottes und aufzuwarten in seinem Tempel"; die Lüfte des Beshamidrasch waren seine Lebenssphäre. Wie selten einer war er mit eiserner Selbstzucht bestrebt, dem leisesten U2*n "iffi'K aus dem Wege zu gehen, wvn 'Vn ':b7 “pnnn war ihm geradezu vorbildlich. Dabei verband er mit der Strenge seiner jüdischen Lebensauffassung einen lachenden, frisch quellenden und bei aller Schlagfertigkeit feinsinnigen Humor, daß gerade diese anziehende Mischung seiner Eigenschaften ihn über den Rahmen seiner bescheidenen Zurückgezogenheit in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit rückte. Nicht lange nach ihm schritt der andere Bruder, Samuel, 80 Jahre alt, aus dem Leben. Mit einer Enkelin des zur Zeit Rabbi Akiba Egers ‘rxr fungierenden Dajans der Gemeinde Posen vermählt, führte er ein von Gottinnigkeit und Weihe erfülltes Haus und erzog seiner würdig auch seine Kinder. Der Raw der Wiener Schiffschul erkor sich seine älteste Tochter zur Gattin. Wenn er als freiwilliger Baaltefilloh voller Begeisterung sein und der gesamten Beterschar Seele vor Gott hinschüttete, so stand die Stunde unter dem Zeichen des rr mj?2 21U Mit ihm ist nun, da einige Jahre zuvor auch der dritte Bruder Isaak sein durch fleißiges Thaurolernen wie bewunderungswürdige Frömmigkeit gleich ausgezeichnetes Leben beschloß, der letzte der Posener Söhne, Salomon Pleßners dahingegangen. Mit Wehmut gedenkt die Gemeinde dieser Brüder, welche ein Stück alter Kehillo-Tradition verkörperten. Möge der Geist des großen Ahnen in späteren Enkeln fortlebend wirksam bleiben. rvaxin. Treysa, 4. Jan. Der 83jährige Grotzkausmann Scholem Abraham und seine 76jährige Ehefrau B.enchen geb. Moses dahier begingen vor einigen Tagen in seltener körperlicher Rüstigkeit nnd geistiger Frische das Fest der Goldenen Hochzeit. Die von Sr. Majestät dem Kaiser verliehene Ehejubiläumsmedaille überreichte Herr Provinzialrabbiner Dr. Munk aus Marburg im Aufträge des Herrn Landrats von Schwertzell aus Ziegenhain. Die Familienfeier wurde von Herrn Lehrer Oppenheim dahier durch einen religiösen Akt eingeleilet. Der Jubelbräutigam, der recht njitt22 p-ipiv ist, gehört seit etwa 20 Jahren dem hiesigen Stadtverordnetenkollegium an und war auch .lange Zeit Vorsteher der Synagogengemeinde. Bon den überaus zahlreichen Geschenken und Aufmerksamkeiten aus nah und fern seien nur diejenigen der hiesigen Männer- und Jrauen-ni2n erwähnt, zu deren Gründern das Jubelpaar zählt. Bad Ems, 1. Jan. Am 1. Februar blickt Herr Bezirksrabbiner Dr. Weingarten, Bad Ems, aus eine 25jährige segensreiche Wirkung. Er hat sich jedoch in Hinblick auf die schweren Zeiten, in denen wir leben, Huldigungen verbeten. Doch wollen es sich feine Freunde nicht nehmen laffen, chm zu Ehren eine würdige Feier zu veranstalten. Sie haben daher beschlosien, diese Feier nach dem Kriege zu begehen und hoffen, baß alle seine Freunde damit einverstanden sind. Bad Ems, 5. Jan. Herr Dr. Weingarten dichter hat auf Bitten des Direktors des hiesigen Realgymnasiums unentgeltlich die Bertreterstelle eines einberusenen Mathematiklehrers übernommen und unterrichtet seit Beginn des Krieges in der Obertertia Mathematik. KülÄheim (Badens, 4. Jan. Das hiesige Ehepaar Salli Scheuer und Frau geb. Hahn feiern am Sonntag, den 10. Januar d.I., das seltene Fest der Goldenen Hochzeit in voller geistiger und körperlicher Frische. Das ganze Städtchen ist stolz auf dieses greise Jubelpaar und wünscht ihm noch ein langes, glückliches Beisammensein! Frankenberg, 4. Jan. An Stelle des in den Ruhestand getretenen Herrn Lehrer S. Plaut wählte die Gemeinde Herrn Ferdinand Stern aus Volkmarsen zum Lehrer. Bonn, 28.Dez. Ihre Diamantene Hochzeit feierten am 4. Januar die Eheleute Moses und Adelheide Appel in Endenich. Baden (Schweiz), 3. Jan. Am 7. r>2v starb hier der Kaufmann Israel W i e s e r im Alter von 53 Jahren. Durch seinen frommen Lebenswandel, durch allezeit frohen Sinn und durch eine fast unbegrenzte Wohltätigkeit, die in Anbetracht feiner pekuniären Berhältniffe geradezu erstaunlich war, hatte er sich in allen Kreisen eine außerordentliche Beliebtheit erworben. Diese bekundete sich in einem überaus großen Leichenbegängnisse, zu dein trotz des Freitagnachmittags zahlreiche Freunde, selbst aus Zürich und anderen Orten, herbeigeeilt waren. Aus den Eigenschaften des Berstorbenen sei besonders sein reiches jüdisches Wiffen hervorgehoben. Stets war auf feinen häufigen Reisen ein hebräisches Buch sein Begleiter und so erfüllte er das Gebot “pn2 “jri2S2t Er gehörte zu denen, die in der Schweiz auf die Erhaltung der jadifchen Traditionen bedacht sind, und wirkte in zahlreichen Vereinen für die Befestigung des Glaubens. Sein Andenken sei zum Segen! n'2S:r. Kür de« Steklameteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Xeklameteil enthaltene« Empfehlungen ritueller Ware« oder sonstiger An» gaben religionsgesetzliche« EharatterS ans ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Kaiser Friedrich Qualle — Offenb&eh a. M. — Gegen Gicht and Rheumatismus bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Friedrich Btahi, Frankfurt a. M., GOnthersbnrgallee 87. Tel. 259n. 714 Iamiliennachrichien. Geburten: Einen Sohn: Dr. Jampel, Schwedt a. Oder. Verlobte: Elly Birnbaum, Fulda, Ernst Baer, Halberstadt. Vermählte: Dr. Albert Hirsch u. Frau Frieda, geb. Goldberg, Heidelberg—Karlsruhe i. B. Telegramm-Adresse: Nesop Frankfwtmala. Telephon: Nr. 83. Amt Haass. Spezialhans für Silberwaren Modelliern. Ciselierwerkstätte Lnznrns Posen (itoe. Hoflieferant Frankiert a. M. Berlin V. Steinweg 12. Unter den Linden 5. Künstlerisch ausgeführte Kultusgegenstände. Ez Chajim, Tass, Jad, Ner-Tomid, Cbannkalampen etc. cssi? Man verlange gratis und franco Zusendung meines neuen Musterheftes, das eine reichhaltige Auswahl in allen Preislagen enthält Sabbat-Anfang u. Ausgang OlTi! Anfang Datum Ausgang Uhr Min. I Uhr iMin. 19151 5675 9 23. Sronffttvt a. M. 4 20 Januar Lebet 5 35 Berlin .... — — — — München . . . 4 80 5 23 Strakburg . . 4 45 5 40 Stuttgart. . . — — — — Posen .... — — — — Nürnberg. . . 4 30 5 21 E»a«b»rg. . . — — — —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.