Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 101 (28.12.1894)
- Date
- 1894-12-28
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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für dasL^ Orthodoxe MudenthumÄ 0/V> OS ESl1)- MM m m&i.m Akälter für bxe israel'ii. Schule. 27. *ej. 1894.J H- V ' ♦ *?+ tNr. 16. Zur Lebensversicherung israelitischer Lehrer Von D. Mannheim in Grand enz. Die in Nr. 15 der „Pädagogischen Beilage" des „Israelit" besprochene Lebensversicherungsfrage ist nicht blos für Lehrer und Cultusbeamte, sondern für die ganze Culturwelt von so großer Bedeutung geworden, daß jeder denkende College es nicht unterlassen wird, seine Familie durch den Abschluß einer Lebensversicherung zu versorgen. Die Frage, welche Gesellschaft die beste sei, wird sehr oft gestellt, kann aber nicht so leicht beantwortet werden, weil die komplizirten Einrichtungen ein bestimmtes Urtheil selbst dem Fachman nur schwer ermöglichen. Jede Gesellschaft legt bei ihrer acquisitorischen Thätigkeit eine große Geschicklichkeit an den Tag, so daß man nach dem Durchlesen der Prospekte die scheinbare Ueberzeugung gewinnt, die betreffende Gesellschaft sei eine der solidesten, wenn sie vielleicht auch zu den jüngsten und schwächsten Gesellschaften gehört. Ich habe schon von mehreren Kollegen in Erfahrung gebracht, daß sie sich von redegewandten Agenten bethören ließen und gerade in solche Gesellschaften gerathen sind, die ihren Versicherten weder genügende Sicherheit bieten, noch ein entsprechendes Vermögen aufzuweisen haben und infolgec essen auch ihren Versicherten wenig oder gar keine Dividenden gewähren können. Da ich mich mit dem Studium des Assekuranzwesens beschäftigt habe, so erlaube ich mir, auf einige wichtige Punkte aufmerksam zu machen, resp. meine Ansicht zu äußern. Sämmtliche Gesellschaften bemühen sich, mit Vereinen, Ständen, Behörden re. Verträge abzuschließen, indem sie ihnen Vergünstigungen gewähren. Letztere sind oft von sehr geringer, oft fraglicher Bedeutung, beschränken sich meist nur auf Ermäßigung der ersten Prämie und können daher nur als Lockmittel betrachtet werden. Der Laie erblickt in dieser Ermäßigung schon einen großen Vortheil; dieselbe b trägt (auch bei der L bens- und Ersparnißbank in Stuttgart) aber nicht einmal so viel, als der G schäfisvermittler für seine Bemühungen an Provision erhält. Es gibt wenige Gesellschaften, die nicht mit seitenlangen Verzeichnissen abgeschlossener Verträge prangen. Man wird also von einem Rcclamcmittel nicht gut auf die Solidität einer Gesellschaft schließen können. Bei der Wahl der Gesellschaft muß sich der Versicherungs-Kandidat klar werden, ob er einer Aktien Gesellschaft oder einer Gegenseitlgkeils Gesellschaft beitreten will. Nachdem ich die Licht- und Schattenseiten beider Systeme mit einander verglichen hatte, habe ich mich für eine Aktien-Gesellschaft entschieden und zwar aus folgenden Gründen: Wer sicher gehen will, der muß auch bedenken, daß Fälle eintreten können, durch welche die Gesellschaften große Verluste erleiden; — ich erinnere an unwrhältnißmäßig große Sterblichkeit, Krieg, Epidemien 2c. Sollten in Verlustjahren einmal bei Unzulänglichkeit der Einnahmen die Sicherheitsfonds der Gegenseitigkeits-Gesellschaften nicht ausrcichen, so haben die Versicherten zur Ergänzung des Fehlenden einzutreten. Bet Aktien-Gescllschaften hafren in solchen Fällen die Aktionäre mit ihrem ganzen Vermögen für die Verpflichtungen der Gesell-