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Der Israelit · 1894-12-10 · Heft 99 (10.12.1894) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 99 (10.12.1894)
Date
1894-12-10
Page
– (sequence 27)
Language
German
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1879 brav seid, sollt Ihr es gut haben." „Und," fragte Otto, „dürfen wir bei Dir auch Chanukkahlichter entzünden?" „Gewiß, mein Sohn," crwiederte Aruhold. «Wir wollen zusammen Lichter anzünden und Noans zur jeschuosi singen, daß cs eine Freude sein soll." „Dann sollst Da auch einen Kuß haben, wie mein Papa." Und er stellte sich auf die Zchen, spitzte seine Lippen und bot sie Arnhold zum Kusse. Dieser beugte sich nieder. Zum ersten Male berührte er die L'ppcn eines Kindes. Ein glückliches Lächeln, der Widerschein des Glückes seiner Seele, umspielte seine L PPen und in diesem Augenblick schwur er, den Kindern Vater und Erzieher sein zu wollen. Jetzt trat auch Klas heran und sagte: „Nun Herr Arnhold, hef ick nicht seggt?" „Ja, Klas und ich danke Dir." „Und ick mach für die Gören ein Wihnachtsbaom!" „Nein, Klas, das lieber nicht. Du siehst, auch die Juden haben ihre heiligen Lichter, die nicht weniger glänzen als die Eurigcn. Die Kinder haben mit unseren Lichtern genug. Sie würden die Eurigen doch nicht verstehen." „Ook gut! Wie de Herr dat will." Und mit seiner schwieligen Hand strich er Ella über ihr weiches Haar und sagte: „Siehst Du, Deern, Dein Lrcht hat di Dien Vatter wedder geben." Arnhold sagte jetzt, Klas solle die Kinder nach Hause begleiten, was Ella zu unterlassen bat, da sie sonst bestraft werden würden. Am anderen Tage löste Arnhold sein Wort ein. Die ganze Stadt war voll seines Lobes, als mau hörte, der reiche Handelsherr habe die Geschwister adoptiert und sie zu seinen Erben eingesetzt. Drei Jahre sind seitdem verflossen. Das Chanukkahfest ist wieder erschienen. Wieder erglänzen die Lichtlein in jedem jüdischen Hause und verkünden die Größe Gottes, sind Zeugen der Wunder, die Gott an seinem Volke gethan hat und heute noch thut. In das sonst so stille Haus des Herrn Arnhold ist mit den Kindern die Freude eingezogen und hat den sonst so ernsten Handels- Herrn verjüngt. Jetzt steht er vor zwei schweren silbernen Chanukkahleuchtern. und zündet wiederum die Lichter an. Neben ihm steht Otto und beantwortet die Benediction des Herrn Arnhold mit einem lauten Amen. Dann entzündet auch er seine Lichter, und nun erschallt, von Ella auf einem kostbaren Flügel gespielt, die uralte Melodie, die unsere Altvorderen am Weihefeste gesungen und die noch erschallen wird, wenn viele Generationen nach uns verschwunden sein werden. Arnhold, Ella und Otto sangen das alte Lied in jugendlicher Begeisterung. Und aus dem Zimmer, in dem sie sich befanden war ein Tempel geworden, dem Ewigen geweiht. Sie feierten in richtiger Weise das Chanukkahfest. Sie spendeten Lob und Preis dem, der Wunder erwiesen unseren Vätern in jenen Tagen um diese Zeit. er M rr z e i g e n. Für den folgenden Thcil ist die Redaction nicht verantwortlich. Srux'nAfywtX a. 9TL 15. föt{&444-ße<24w>lcvnde. Schlesischer JUolksbote unparteiisch, jedoch frei und offen, ist im dicht bevölkerten, industriellen Kreise Reichenbach in Schlesien das beliebteste und gelesenste Blatt und als wirksamstes Jnfertionsorgan bekannt. Inserate, die Zeile 10 Pfg., haben bei der großen Verbreitung des Blattes guten Erfolg. ErscheinungStage: Dienstag, Donnerstag, Sonnabend. Verlag des „Schlesischen Bolksboteu" (P. WogktLtel), Reichenbach i. Schlesien. G»MHW»»»»W»WU»GU»»W»WW»U»»WGUU»»WV Karlsruhe. Hötel Lion, Adler üratze 33 1 Minute vom Bahnhofe. Streng itto (50d Ref. S. Ehrw. H. Dr. Schiffer. Neu renovirt. fep. Speisesaal. Abhalten größerer Hochzeiten im Hotel Monopol, visa-vis dem Hauptbahnhof. Saalmiethe wird nicht berechnet. Feine Llsurw für Hochzeiten rc. schon von 5 M. an.; Männer u. Frauen m. allem Zubehör, vorschriftsmäßig gefertigt, liefert (4760 E. Eschwege, Bamberg, _Wäschegeschäft._ rLeirathsparthien werden durch ^eine vertrauenSwerthePerson, die in den feinsten Kreisen eingesührt ist, unter strengster DiScretion vermittelt. Offerten unter A. A. 100 Nürnberg postlagernd, Postamt I.

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