Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 99 (10.12.1894)
- Date
- 1894-12-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2448412-2448502--39835-2488003- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1858 beginn, sehr warm für die Begründung des Vereins tnteressirten. Die Hauptbegründer und Hauptleiter des Vereins sind die ersten Vorstandsmitglieder Gerson Millner, A. M. Kaplan, L. Hanemann, H. Lipschütz und Aron Hanemann. Dieselben ebenso wie die andern Vorstandsmitglieder entfalten eine energische unermüdliche Thätigkeit für den Verein und ist die Wirkung des Vereins schon jetzt eine segensreiche. Der Verein zählt heute mehr als 150 Mitglieder, welche Zahl für die hiesige nicht bedeutende Gemeinde als eine schon sehr beträchtliche bezeichnet werden kann, und gewährt zins- und kostenfreies Darlehen, gegen sichre Pfand- resp. Wechselunterlage. Das Vereinsstatut zerfällt in zwei Abtheilungen, in eine Abthetlung nibvr" „Viddo ncn und in eine Abthetlung non mb’DJi", und unterscheiden sich beide Abtheilungen von einander namentlich dadurch, daß die i'vvo non niboz auch an Nichtmitgliedern, die 'po non nibvz (Wohlthaten nach dem Ableben) nur an Mitgliedern geübt wird. Rogasen (Bezirk Posen). Gestern wurde in unserm Nachbarorte Obornik der in weiten Kreisen wegen seiner großen Wohlthätigkeit bekannte Kaufmann Herr Emil Wreschner zu Grabe getragen. Der Verstorbene, von Jugeud auf ein ^on 'vnn, später ein pon 'jnn (seine Gattin ist die Tochter des früheren Oborutker Rabbiners Hirsch bnn) benutzte seinen Reichthum, um npnx und non rö'vi im reichsten Maaße zu üben, er gab mit vollen Händen, es ist fast keine Spendenliste im „Israelit" erschien en,in der nicht Herr Emil Wreschner für px «ay nrnpn mit einer ansehnlichen Gabe verzeichnet war. Seine Kinder erzog er d'dp nxn’bi nninb. Das Ptetätsgefühl bet dem Verstorbenen war so vorherrschend, daß er ein Manuscript seines Schwiegervaters, das »ox non ied auf eigene Kosten drucken ließ, die Bücher nicht verkaufte, sondern sie »noib min gratis verteilte. Die große mb gab den besten Beweis dafür, welch hohe Achtung und Liebe sich der Dahingeschiedene n"y zu erfreuen hatte. Von Nah und Fern eilten die Freunde herbei, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Auf dem l'vby nn haben die Herren Rabbiner Chatm aus Znin, Dr. Ktrch aus Hamburg und Dr. Wreschner aus Samter Trauerreden gehalten, worin sie dcffen große Vorzüge in beredten Worten Ausdruck gaben. Möge /pon» n^n die Gattin und seine Kinder trösten! n"3san Afrika. (d.) Tunis, 26. November. Getreu meinem Versprechen übersende ich Ihnen heute eine deutsche Uebersetzung von dem Briefe, den unser verehrter Chacham-Baschi, Elia Burdjal, in Angelegenheit der aus Sibirien auswandernden Juden nach Europa gerichtet hat. Derselbe lautet: ."n'onn D*nnD koö„ iwmo n"i ov DJin pnyo noj wn by lpn* D’ornoo roonoi D’Dibr nys» ODnicon non yn — ’"oiy non px wo?y opin .n"o obiyb nyb 'w — vy nnmoo Dein werthes Schreiben erhielt ich erst vorgestern und wahrlich meine Hände zitterten, und Thränen cntstömten meinen Augen, als ich von den Leiden las. die über unsere Glaubensbrüder in Rußland hereingebrochen sind, da man sie dort förmlich mit Gewalt aus ihrem ruhigen Leben berausreißt, und sie hin- und herschleudert von Nord nach West, und sie sogar zwingt, nach fremden Ländern (om n-snx) auszuwandern. Möge der Allmächtige, dessen Barmherzigkeit doch weit geht, diesen Leiden bald ein Ende bereiten! Was nun Deine Anfrage betrifft, ob einige dieser Unglücklichen sich eventuell in Kairuan (jxin'p) anstedeln könnten, da in dieser Stadt doch nur wenige Israeliten leben, so wisse mein Lieber, daß genannte Stadt, seitdem das Paschalik Tunis unter französischer Oberhoheit steht, wohl nun allen Confessionen wieder offen steht, doch ist es sehr fraglich, ob die französische Regierung mehreren fremden Familien zugleich die Ansiedelung daselbst so einfach gestatten wird. Mein Rath geht daher dahin, genannte Familien mögen sich mit der „Alliance Jsraelite" ins Einvernehmen setzen, und diese Gesellschaft wird ihnen schon sagen, wie sie vorzugehen haben. Es ist sogar möglich, daß die „Alliance", die eine halbe Tagereise von hier eine große Ackercolonie angelegt hat, diesen Fremden gestatten wird, sich daselbst anzusiedeln. Später könnten sie sich dann auch in anderen Städten unseres Ländchens ansässig machen (o»od oion bvo iorsn\) Nur mögen dieselben nicht mit leeren Händen hierher kommen, da die Armuth unter unseren Glaubensbrüdern hierzulande ohnedies sehr groß ist (vyn D’ono nvjyi nbeffi nbn nxin), und die Ankunft von neuen Unbemittelten würde das Elend bei uns nur noch steigern. Dies sind meine Pläne ('N'p) und das Uebrige wird Dein practischer Sinn schon zu ordnen wissen. Nun zum Schlüsse entbiete ich Dir, Deinen Freunden und Deinen Auftraggebern meinen Gruß und möge der Allmächtige unsere Erlösung beschleunigen oibten ny ono unns pp onp* ronno bxm. Dies sind die Worte deines Verehrers Elia Burdjal, Chacham-Baschi. -£• Vermischtes. < New Nork, IO. November. Der soeben zur Ausgabe gelangte Bericht der United Hebrew Chanities („Vereinigten Wohllhätigk itsvereine") legt abermals ehrendes Zeugniß für den Opferfinn der hiesigen Judenheit^ab. HLaut dem in der Jahresversammlung vom 29. Oktober verlesenen Berichte hat die Gesellschaft in runder Summe 225,000 Dollars verausgabt.