Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 97 (13.12.1894)
- Date
- 1894-12-13
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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'imi ür das Mrthodoxe Muderrthum^ -0/V> 05E Sv"! Alätter für die israekii. Schute IS. Dez. 1894.] lRr IS. mm mi’M .«i (; 'S; Zur Lebensversicherung israelitischer Lehrer erhalten wir aus Bayern folgende.'sehr bemerkenswerthe Zuschrift: In einer Anmerkung zu der in Nr. 95 Ihres geschätzten^ Blattes enthaltenen Korrespondenz aus der Provinz Posen wird darauf hingewiesen, daß das Abkommen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes mit der Lebensversicherungs-Gesellschaft Victoria ein für die Lehrer nur scheinbar günstiges sei, und daß die Interessen der Lehrer bei anderen Anstalten, welche statutengemäß den ganzen Gewinn den Versicherten zuwetsen, wohl besser Gewahrt würden. Ich halte die Anregung dieser wichtigen Frage für sehr dankenswerth, und erlaube mir hiermit einen kleinen Beitrag zur Klarstellung derselben zu lieferen. Es giebt in der That, wie ich mich überzeugt habe, mehrere große Gesellschaften, sogenannte „Gegenseitigkeits-Gesellschaften", welche allen Gewinn, den sie erzielen, den Versicherten zusließen lassen, und welche vor den Aktien-Gesellschaften wesentliche Vorzüge haben. In der „Münchener Allgemeinen Zeitung", eines der angesehensten Blätter des Deutschen Reiches, ist vor kurzem eine ausführliche Besprechung aller Deutschen Lebensversicherungs-Gesellschaften erschienen, welche von einem Redakteur dieses Blattes verfaßt ist. In diesem Artikel wird ziffermäßig nachgewiesen, daß die Aktiengesellschaften viel mehr Unkosten haben, als die großen Gegenseitigkeits- Gesellschaften. Letztere gehen mit den Einzahlungen der Versicherten weit sparsamer um und brauchen vom Gewinn nichts an Aktionäre abzugeben; sie weisen daher ihren Versicherten bedeutend höhere Ueberschüsse zu, als jene. Gerade über die Victoria fand ich in dem genannten Artikel einige Angaben, die mich im Interesse der bei ihr versicherten Mitglieder des Bundes unliebsam überraschten. Es wird dort mit Recht getadelt, daß diese Gesellschaft, wie auch einige andere, von solchen Personen, welche ihren Versicherungsantrag zurückziehen wollen, ganz ohne Grund hohe Konventionalstrafen einzieht; ferner wird gezeigt, daß gerade die Viktoria einen sehr großen Aufwand macht, und daß ihre Direktoren und Aufsichtsräthe im letzten Jahre sage und schreibe 245,000 M. Tantiemen erhalten haben. Da muß sich doch jeder sagen, daß wir Lehrer keine Ursache haben, mit unseren Spargroschen einer solchen Verschwendung Vorschub zu leisten. Unter den erwähnten großen Gegenseitigkeits- Gesellschaften, welche in Gotha, Stuttgart, Leipzig und Karlsruhe ihren Sitz haben, ist mir die Stuttgarter, mit vollständiger Firma „Lebensversicherungs¬ und Ersparnis-Bank in Stuttgart", schon von anderer Seite her vortheilhaft bekannt. Der hier sehr angesehene Bayerische Volksschullehrer- Verein hat mit dieser Bank seit langen Jahren einen Vertrag, der im Vorjahre erneuert wurde, obwohl sich viele andere Gesellschaften eifrig darum bewarben. Der Vorstand dieses Vereins hat erst vor einiger Zeit in der Bayerischen Lehrerzeitung erklärt, unter allen deutschen Lebensverstcherungs - Gesellschaften stehe die Stuttgarter in jeder Beziehung obenan. Unseren Glaubensgenossen ist diese Gesellschaft nicht mehr fremd, da sie schon vor längerer Zeit mit der „Freien Vereinigung für die Interessen des