Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 95 (6.12.1894)
- Date
- 1894-12-06
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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für das HKä javj/ Wm Orthodoxe MuderrthumÄ lätter für die israetii. Schule Mr. 14. «. Dez. 1884.^ »vil \3gmasm.'- i imtiv:n üi t .' Pädagogische Ilm- und Ausschau. Von Elias Gut, Cöln. Halten wir uns die Thatsache vor Augen, daß auf dem päd. Büchermärkte eine wahre Ueb^rschwemmung herrscht, so muß uns der Umstand befremden, daß auf dem Gebiete der Pädagogik des jüd. Religionsunterrichtes fast gar nichts Nennenswerthcs zu Tage tritt. Wer nicht gut in der jüd. Lehrerwelt bekannt ist, könnte auf den Gedanken kommen, es fehle der jüdischen Schule an denkenden Geistern, an tüchtigen Pädagogen, was G. s. D. gar nicht der Fall ist. Vielmehr zählen wir in unserer Mitte bewährte Erzieher und Lehrer, die großer Erfolge sich rühmen dürfen, die aber, um mit Eomenius zu reden, ihr Pfund im Schweißtuche begraben. „Gebt uns auch etwas von euren Schätzen mit", werden viele junge College« mit mir ausrufen. Der Herausgeber dieser Blätter hat in sehr entgegenkommender Weise sowohl jetzt, als auch schon früher die Spalten des „Israelit" der isr. Schule zur Verfügung gestellt und versprochen, jeden Donnerstag eine pädagogische Beilage erscheinen zu lassen, falls die jüd. Lehrerwelt die Früchte ihres Denkens, das Ergebnis rhrer Erfahrungen auch der Mit- und Nachwelt überliefern wollte. Umsonst ist der Ruf erschallt! Bis jetzt herrscht Stille, Grabesstille in der jüd. päd. Litteratur. An Stoff fehlt cs wahrlich nicht. Die Behandlung von Themen, wie: „Wie gestaltet sich der jüd. Religionsunterricht am fruchttragendsten?" „Form und Stoff des hebräischen Grammatikunterrichtes." „Wie sichert sich der jüd. Lehrer eine etwas festere und einflußreiche Stellung in seiner Gemeinde?" „Ueber die Fortbildung des jüd. Lehrers." „Jüdische Mutterschule." „Jüd. Schule und jüd. Haus" u. s. w. wären ein sehr dankbarer Stoff, der aber noch der Hand des Bearbeiters harrt. Im Interesse der hochhl. Sache, im Namen vieler Kollegen, zum Heile unserer Jugend richte ich den dringendsten Mahnruf an alle Erfahrenen unseres Standes, uns auch der Schätze ihres Geistes theilhafttg werden zu lassen. Lassen wir nicht den Vorwurf der Gleichgiltigkeit und Trägheit auf uns haften, sondern jeder gebe seinen Beitrag vv njnos nach bestem Können und Vermögen. Die Sammlung der pädagogischen Beilagen des „Israelit" gäbe ein werthvolles Werk, das großen Segen stiften könnte. Ich gestatte mir nun, einige Wünsche meines Herzens meinen College« vorzulegen in einem Briefe, der zwar schon im Frühjahre entstand, der aber trotzdem manches jetzt noch Giltige enthält. Sollten meine Gedanken anerkannt, oder auch verworfen werden, ich will zufrieden sein, einen kleinen Stoß zur Anregung gegeben zu haben und sehe den Aeußerungen der geschätzten College» in der nun hoffentlich wöchentlich erscheinenden pädagogischen Beilage des „Israelit" entgegen.