Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 94 (3.12.1894)
- Date
- 1894-12-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Anstalt mitgewirkt und beigetragen haben, können von dem beglückenden und erfreuenden Bewußtsein erfüllt sein, daß sie Großes gefördert, Erhabenes geleistet und unberechenbar Wichtiges geschaffen haben. Mit dem Schluffe des Schuljahres wurden neun Zöglinge, welche die Austrittsprüfung am kgl. Schullehrer-Seminar dahier mit gutem Erfolge bestanden, in die Praxis entlassen. Die Zahl aller seit dem Bestehen der Anstalt Ausgebtldeten und in die Praxis Entlassenen beträgt jetzt 256, die in den verschiedensten Gegenden Deutschlands und noch weiter hinaus segensreich wirken. Die Anstalt hatte im abgelaufenen Schuljahre 31 Zöglinge; von diesen erhielten 5 Unterricht, Wohnung, Beköstigung und ärztliche Behandlung in der Anstalt unentgeltlich, 4 bezahlten die Beköstigung ganz, 21 theilweise und ein Schüler war extern. Bei Beginn des laufenden Schuljahres meldeten sich zum Eintritt in den I. Kurs 6 aus den Präparandenschulen zu Burgpreppach und Höchberg, und 2 aus dem Privatunterricht. Die bezeichnten 6 erhielten Aufnahme mit sechs wöchentlicher Probezeit und die 2 bestanden die Prüfung und erhielten bedingungsweise die Aufnahme. Die Spenden im abgelaufenen Jahre sind so reichlich eingegangen, daß nicht nur die laufenden großen Ausgaben gedeckt wurden, sondern daß der Fond der Anstalt um einen kleinen Betrag vergrößert werden konnte. Wesentlich haben hiezu die der Anstalt zugewendeten Legate und Stiftungen beigetragen. Die Einnahmen betragen 23,582 Mk., die Ausgaben 21,285 Mk.; das Gesammtvermögen der Anstalt ist auf 59,822 Mk. gestiegen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. In Lemberg wurde anläßlich der galizischen Landesausstellung den Juden die Führung hebräischer Straßenschilder untersagt. Umgekehrt wurde in Warschau Inden, die ihre alttestamentarischen Vornamen wie „Moscheh" 2c. unter einem harmlosen M. auf den Straßenschildern verbergen wollten, die volle Führung ihres Vornamens von der Polizei zudictirt. Wer von Beiden hat Recht — Lembera oder Warschau? Krakau, 15. Nov. (Die Verschärfung der Sonntagsruhe und die galizischen jüdischen Handwerker.) In den nächsten Tagen soll im oster. Abgeordnetenhause über eine Gesetzesnovelle verhandelt werden, welche die Verschärfung der Sonntagsruhe zum Zwecke haben wird. Wenn diese Gesetzesnovelle in Kraft treten würde, müßten die galiz. jüdischen Handwerker bet sonstiger Strafahndung 48 Stunden in der Woche, d. t. den Samstag und den Sonntag feiern. Nachdem in Galizien durch die Ueberschwemmung des Landes mit fertiger Maaren von auswärts das Handwerk schon genug daniederliegt, weil der Handwerker zu Spottpreisen arbeiten muß, wäre die Verkürzung der Arbeitszeit desselben eine Beschränkung feiner Existenzmöglichkett. Wir glauben, daß sowohl die Regierung als die Koalitions-Parteien über das Interesse einer blutarmen Arbeitsklaffe eines Landes nicht ohneweiters hinweggehen würde, wenn geeignete Schritte unternommen werden sollten. Wir sind daher der Meinung, daß die Handwerker aller Zweige in jeder galizisch. Stadt so schnell als möglich Petitionen an den Retchsrath schicken mögen, welche die Bitte enthalten sollen, daß die jüdischen Handwerker Galiziens, in Erwägung ihrer prekären materiellen Lage, in Erwägung, daß sie den Sabbat heiligen, von der Verschärfung der Sonntagsruhe ausnahmsweise, bis sich ihr Zustand einmal gebeffert haben würde, verschont bleiben mögen. Die Handwerker keiner einzigen Gemeinde in Galizien dürfen es unterlassen, sofort besagte Petitionen versaffen zu lassen, dieselben zahlreich zu unterschreiben und solche an Dr. Josef Bloch oder Dr. Emil Byk, Wien, Abgeordnetenhaus, einzuschicken. Also, Handwerker jüdischer Confesston in Galizien, bewerkstelligt schnellstens unsere Anregung! (SprawiedliwoSz.) SzUafch V., im Marcheschwan. Unsere Nachbargemeinde Görbö und mit ihr das ganze gesetzestreue Judenthum hat einen herben und unersetzlichen Verlust erlitten. nnwna pwa verschied der dortige hochgelehrte Bez. Rabbiner m» ooi©ön jwxi dv^vd-»wp pan om2K nach 42jährlger rabbmischer W rkmmkctt im A ter von 64 Jahren. Mit Abraham Karpeles ist eme Zierde des ungarischen Rabbinerstandes dahtngegangen, ein Stern erster Größe am Himmel der Thora-Gelehrsamkeit erloschen. 1828 als Sohn des Rabbiners zu Eiwanowitz (Mähren) geboren, frequentirte er lange Jahre die Preßburger rav und hatte er das Glück, einer der ersten Schüler derselben zu sein, dem pkur» po “isiD aro tya die mnn ertheilte. — 1852 vom Rabbinats-Bezirke Görbö zum Rabbiner gewählt, versah er dieses Amt bis an sein Lebensende in segensreicher Weise, kein anderes Ziel kennend, als sich in der pvnn zu vervollkommnen, selbe zu fördern und zu verbreiten, und die ihm unterstehenden Gemeinden im Sinne der wahren Frömmigkeit zu leiten. Sein edles Streben fand die verdiente Anerkennung, von weit und breit wandte man sich in religiösen Fragen an ihn, um seinGutachten und seine roawn, kurz und bündig, voll nix'pai nienn, im Sryie des ohjo »nv gehalten, wurdennvyab) rabrfr zur Richtschnur genommen. Ebenso groß wie seine