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Der Israelit · 1894-11-29 · Heft 93 (29.11.1894) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 93 (29.11.1894)
Date
1894-11-29
Page
– (sequence 28)
Language
German
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säumte auch nicht, demgemäss die geeigneten Schritte zu thun. Es war nun zur Evidenz klar gaworden, dass es am zweckmässigsten wäre, die Vollstreckungsgewalt der Beschlüsse des Central- Comitös anstatt wie bisher in die Hände von drei Mitgliedern, nur in eine einzige, besonders erprobte Hand zu legen, und für dieses wichtige Amt einen Mann zu wählen, der nicht allein durch äusserste Redlichkeit und Gewissenhaftigkeit, sondern auch durch kaufmännische und organisatorische Begabung ausgezeichnet und dem Central - Comilö persönlich bekannt sein möchte. Demzufolge wurde die nunmehrige Leitung des Executiv-Comitös Herrn L. Bienstock, einem Manne, welcher der an ihn gestellten Aufgabe vollständig gewachsen ist, anvertraut, und wir sind nun im Stande, die Thätigkeit des Odessaer Zionsvereins nach dieser Richtung hin unseren verehrten Lesern im Nachfolgenden vorzuführen. I. Verbesserung des Handwerker- und Lohu dien er Standes. Das vom Odessaer Verein zur Vervollkommnung und Subventionirung ausersehene, zu fünf Kolonien abgetheilte Terrain in einer Ausdehnung von über mehr als 31,900 Dunam (3 Dunam — 1 Hektar) 10,633^3 Hektar Flächenraum, umfasst eine Bevölkerung von weit über 152 Familien, deren grösster Theil keinen eigenen Grund und Boden, oder wenigstens die Mittel zum Anbauen desselben besitzt. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. JHL J. in Ctfln. 5 M. für die allgemeinen Zwecke der Alliance richtig erhalten. Ich bitte Sie jedoch, in Zukunft den kleinsten Werthbetrag selbst nur eingeschrieben zu senden, da, wie ich wiederholt bekannt gegeben, seit Jahren schon zahlreiche an mich gerichtete Briefe mit inliegenden Werthzeichen nicht an mich gelangt sind. — 8. 8. in €r. Haben Sie die Güte, mir ihren auf dem Kupon Ihrer am 23. Septem her d. J. mir zugegangenen Postanweisung ausgedrückten Wunsch bei jeder ferneren Geldsendung in Erinnerung zu rufen, da es mehr als wahrscheinlich ist, dass mir derselbe sonst, aus leicht begreiflichem Grunde, aus dem Gedächtnisse entschwinden möchte. — Warum nur sieben Spenden aus 24 Büchschen?! H. Ij. in F. und vielen Anderen. Ich bitte höflichst, mir weder gedruckte noch geschriebene Bittgesuche aus Palästina zuzusenden! Ich erhalte von beiden Sorten solche Stösse, dass ich Jedermann damit reichlichst aufwarten kann. Möchte doch diese beklagenswerte Vielschreiberei endlich einmal aufhören! A. 8. in Cr. ich bitte höflichst, das Spendenverzeichnies in Zukunft genau so zu geben, wie Sie dasselbe in einer der nächsten Nummern gedruckt finden werden. ersparen mir dadurch das jedesmalige Ueberschreiben dei selben, was mir überaus schwer fällt. Die nachträglich gewünschte Correctur an dem Namen J. HP*. habe ich besorgt. Anonymus in Würzbnrg. Sie haben zweimal bereits vergessen, mir eine Chiffre anzugeben, unter der ich Ihnen antworten soll, weshalb ich die von Ihnen „postlagernd“ erbetene Empfangsbestätigung Ihnen nicht zukommen lassen kann. Notizen. Jaffa. In Rischon 1' Zion wird man demnächst eine Mädchenschule bauen. Die Leiterin derselben wird Frl. G i s s i n, Tochter des in der dortigen Kultur beschäftigten Herrn Gis sin sein, die ihre .Stadien in Paris absolvirt hat. Die Glasfabrik in Tantura wurde, behufs Vornahme der im vorigen Berichte erwähnten Reformen, für drei Monate geschlossen. Der Obergärtner von Rischon 1' Zion, Herr Ka wlan, hat seinen Posten verlassen und ist an seine Stelle Herr Apfelbanm, der Sohn eines Kolonisten von Sichron Jaakob, getreten. Herr Adelmann, Vertreter des Vereins „Lemaan Zion“, gedenkt eine jüdische Niederlassung in Kerak za gründen. Es ist dies das Kir-Moab des Alterthums, welches 80 Kilometer südöstlich vom Todten Meere sich befindet. Die Stadt, welche 10,000 durchwegs arabische Bewohner zählt, ist seit kurzem Sitz eines Paschas and ein bedeutender Handelsort. Daselbst finden nämlich grosse Märkte statt, welche von den Bedainenstämmen und den Bauern der Umgegend besucht werden. Seinerzeit versuchten es bereits Missionäre, sich in dem Orte anzusiedeln, wurden aber behördlich ansgewiesen. Aus Rischon 1 Zion wird gemeldet, dass die Kolonisten mit dem neuen Leiter, Herrn Ohas an, höchst zufrieden sind, und dass derselbe seine besondere Aufmerksamkeit auch der Schule zuwendet. In der Ackerbauschnle der Alliance Israelite („Mikweh Jisrael“) führte man Racine's „Esther“ auf. Alle Rollen wurden durch Zöglinge der Anstalt gegeben, und zeigten manche der Knaben vorzügliche Fähigkeiten. Der Vorhang war von einem Schüler gemalt worden. Aus dem Auslande wendete sich ein Regierungsbeamter an seinen Konsul hier zu Lande mit der Bitte, ihm ein Quantum palästinensischen Weizens zu sende«, um damit in regenarmer Gegend Anbau- Versuche zu machen. Der Konsul ging nun den Vertreter der russisch - jüdischem- „Zionsfreunde“, Herrn Bienstock, um den Weizen an, und dieser sandte ibin solchen aus den Kolonien Pethach Tikwah und Ekron. Die Deutschen in „Sarona“ exportirten 25,000 Liter Wein. Sie lesen auch zweijährigen Wein, wiewohl sie zugeben, dass dies den Weinstöcken schade. Die Milchwirthschaft in Pethach Tikwah reussirt. Die Besitzer von Kühen bringen Käse und Butter, wie sie in ähnlich guter Qui» lität in Judäa noch nicht gesehen wurden, nach Jaffa. In Rischon 1 Zion hat sich eine grosse Aenderung zum Guten vollzogen. Alle Gemeindeangelegenheiten werden jetzt durch die Kolonisten selbst entschieden, und die Verwaltung respektirt die Mehrheitsbeschlüsse vollkommen. Druck der Job. Wirtb’schen Hofbnchdruckerei Actien-Geaellschaft, Mainz,

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