Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 91 (22.11.1894)
- Date
- 1894-11-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2446951-2448412-2448494--39656-2487816- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXXV. Jahrgang. M 91 Der Israelit. Ein Aentrat-Hrgan für das orthodore IudenLhum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den SS. November 5655 (1894). Leitender Artikel. Die Wahrhaftigkeit and die Ethik des Judeuthums. Von Rabb. Heinrich Gqlandauer in Soborten (Böhmen). X. Wir erwähnten bereits im vorigen Kapitel, daß wie in der Bibel, so auch im Talmud strenaste Gewiffenhaftigkett und Wahrhaftigkeit von den Organen der Staatsgewalt gefordert wird. Eine von den drei Säulen, auf welchen die Gesellschaftsordnung bastrt, ist die R echt sp fl ege (Abot 1,18.)*) Selbst das „roachidische" Gesetz, welches auch für die Heiden Gütigkeit und Rechtskraft hatte, verordnet die Rechtspflege , die zwischen Mein und Dein unterscheidet (Sanhedrin 56.)2) Da die Grundlage der staatlichen Organisation auf Recht und Gerechtigkeit beruht, so hat derjenige der das Recht in Wahrhaftigkeit vertritt, gleichsam einen Stein zum Staatsgebäude beigetragen. Diesen Gedanken kleidet der Talmud in folgenden Ausspruch: Es heißt: Und das Volk stand vor Moses von Morgen bis Abends um sich von ihm Recht sprechen zu laffen (Exodus 18.) Dazu fragt der Talmud: Ist es denn denkbar, daß Moses den ganzen Tag hindurch das Volk gerichtet habe? Wo hätte er da die Zeit genommen, um dasselbe in der Gotteslehre zu unterweisen? Diese Bibelstelle lehrt uns vielmehr, daß derjenige, der nach Gerechtigkeit richtet, und wenn dies auch nur eine kurze Weile dauert, das Verdienst hat, wie wenn er bet dem Bau der Schöpfung mitgewirkt hätte: denn die Worte, „von Morgen bis Abends" weisen hier auf dieselben Worte, die von den Si raa^n 7y pnn Sy naiy cSyn Dnan 'j 7y (i . (n"’ ,'n pns nnN) oSn . (n p pimD) pn m \d iidsmw msra yat^ p (2 Schöpfungstagen lauten: „Und es ward Abend und es ward Morgen." (Sabbath 10a.)3) Wer ehrlich und gewissenhaft sein Richteramt versieht, von dem heißt es mit Recht: „Heil und Segen dem Manne, der auf Gott vertraut, dessen Zuversicht der Herr ist:" der Richter aber, der Geschenke annimmt, um das Recht zu beugen, dessen Augenlicht wird verdunkelt (Peah 5, 6.)*) Die Sünde der Rechtsverdrehung und der Rechtsunterdrückung, wenn sie im Staate, im öffentlichen Leben überhand nimmt, hat das schlimmste und furchtbarste Uiglück im Gefolge; Krieg, Raub, Pest und Hungersnoth sind die Früchte dieser frevelhaften Gfftsaat. (Sabbath 31b.)') lieber die Wahrhaftigkeit des Richters verordnet das rabbinische Gesetz folgende Bestimmungen: Der Richter darf für keine Amts« Handlung eine Entlohnung nehmen; wie Gott die Welt, ohne irgend einen Entgelt dafür zu beanspruchen, richtet, so muß auch der menschliche Richter sein Amt unentgeltlich ausüben; (Bechauraus 29.)6) Aus diesem Grunde muß er reich und ganz unabhängig, sozusagen ein „König" sein; denn wenn er dies nicht wirklich sein kann, dann hat sein Rechtsspruch keinen Nutzen für das Gesammtwohl (Ketuboth 105.)*) .p"' niDBO anyn iy npan \a rura S Dyn “naya (3 tid imin Pa ovn aa p atpr nyattf inyi ay n3yn di ,“W DDN 1HDN7 DDX p“ ]1W pH 73 p n017 N7N , H’Ü'yj S^yoa n"apn7 ppw nupyj i7’«a ainan vay naya nnx any tvi cnn anai anyn ny npia jo d ama »rviwna , (N"y “i"’ natcO 'di npia ’nn nttw naan “pn newi ry ino«1? ns« p p» pn aa (4 pnn ns ncoi nni? nputp pn 731 , incaa 'n n’m na nan’ .('i mttfD 'n p>a hnd) mna nw ny njpm jo na i:*n nnn nrai a~in pin aipapi pnn nnyi pn nry pya (5 .(a"y , s"7 na&a) Na nnsai “inm THN“) N"lp 10N1 0"nJO p7B3 PJH p7 13^?DUn (6 . (D"a nrnaa) ojna an« ps* c:na un na ,canx 'nnaa Dpa) njDnn’ mann ttf\xi px n'ay anyan pa (7 caxi nx n'ay craa 71s uw pap pn non cn (D"a . (n"p niama) njDnn’ rorun 7y Tinoff pan non