Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 88 (12.11.1894)
- Date
- 1894-11-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1644 Verein „Chamrka" wurde zu dem Zwlcke gegründet, arme isr. Kinder, welche eine Volks-, Bürger- oder Mittelschule besuchen, au einem der Ehanukatage mit vollständigen Wtnteranzügen, Wäsche Beschuhung und Kopfbedeckung zu bethetlen. Herrn Brandeis dankt der Verein, der an 1000 Mitglieder zählt, seinen Aufschwung. Während der Zeit seines Bestandes wurden nahezu 3000 isr. Kinder bekleidet. Das Fondvermögen betrug im 1. Jahre 17.35 fl; heute zählt dasselbe, zumeist aus Legaten bestehend, über 10.000 fl., ohne daß hierzu Jahresbeiträge oder Spenden verwendet wurden; diese wurden vielmehr stets verausgabt. Herrn B. dankt der Verein außerdem seine Organisation, wie den Modus, nach welchem die Kinder zur Schonung ihres Zartgefühles bei der Betheilung nicht erscheinen dürfen, auch ihre Namen, an deren Stelle Nummern gesetzt werden, niemals bekannt werden. Auch ist ihm allein die Idee, die jedesmalige Vertheilung bis noch vor 3 Jahren mit einem Festabend zu verbinden, zuzuschreiben. Mit diesem Festabende wurden bisweilen Wohlthätigkeitsacte verbunden; so wurde einmal das bedeutende Erträgnis an demselben den Hinterbliebenen Kindern der in Wien beim Rtngtheaterbrande Verunglückten, das anderemal den Hinterbliebenen Kindern der bei der großen Ueberschwemmung in Szegedin Verunglückten gewidmet. Unter der Aegide des Herrn B. wurde vom Vereine anläßlich des 40jähr. Regierungsjubiläums des Kaisers Franz Joseph I. der Kaiser Franz Josef Regierungsjubtläums-Fond im Betrage von 1000 fl. zu dem Zwecke gegründet, die Zinsen desselben zweien armen isr. Handweikslehrlingen stets am 2. D.cember eines jeden Jahres zu verabreichen. Die großen Verdienste des Herrn B. um das Aufblühen des Vereines ehrte der Gesammtvorstand desselben durch die bereits vor mehreren Jahren erfolgte einstimmige Ernennung desselben zum Ehrenmitgliede. Der Verein „Ehanuka" hatte im Laufe der Jahre die Gründung der nunmehr bestehenden zahlreichen Chanuka-Vereine auf dem Lande, welche denselben Zweck verfolgen, zur Folge und diente bet solchen Ncugründungen stets als Musterverein. Schließlich sei noch bemerkt, daß Herr B. eine gleich ersprießliche Thätigkeit als Mitglied des Vorstandes anderer hiesiger jüd. Vereine, wie Verein für isr. Feriencolonien, Verein Ez Hadaas, Isr. Fortbildungsberein u. a. entfaltet, wobei derselbe von seiner edelsinnigen Gattin, Frau Louise Brandeis, welche eine hervorragende Rolle im Vorstände des hiesigen isr. Frauenveretns einnimmt, erfolgreich unterstützt wird. > Vermischtes. Mkt. Bechhofen in Bayern, 4. November. (Unlieb verspätet.) Am 703 nr my trugen wir hier einen Mann zu Grabe, dessen Tod einen großen, für seine Familie unersetzlichen Verlust, für viele andere eine sehr schwer auszufüllende Lücke hinterläßt. Herr Marx Schloß ist nach ganz kurzem Krankenlager am Sonntag, den 7. Oktober gestorben. Er erreichte ein Alter von etlichen siebzig Jahren. Er war ein aufrichtiger Jehudi, von dem man sagen konnte: }ür,D rrn msto "Qi 72p, zu jeder guten That war er bereit. Eine Zierde seiner Gemeinde stand er in Ansehen und Liebe in der ganzen Gegend. Streng rechtlich im Geschäfte, freundlich und mild gegen jeden, mit einem echten ED E7 begabt, war er stets hilfsbereit iruiü ’ttfpED 7E7. Viele Jahre war er ’NEJ für 7N7S> tnx und für die muri, dabei im Vorstand des 7'72 (Begräbniß-Verbandes) und Cassier des Fondes zur Erhaltung des Begräbnisses, unermüdlich und unverdroffen in der sorglichen Pflege dieser Aemter, uneigennützig, ."IlLO DK/1? weihte er Zeit und Kraft dem allgemeinen Besten, und setzte gar oft seine eigenen Angelegenheiten zurück. Was er in H2N 7tcr “ion nü’DJ geleistet, das darf mit Recht als ein leuchtendes Beispiel für weit und breit gellen. ->0H Ei' my war nicht der Tag zu "0Dn, doch sprach Herr Lehrer Rosenstein einige Worte der min, die er geliebt, zu seinemc»; hieraus Herr Elias Kohn aus Wassertrüdingen, der herbeigeeilt war, um dem Freunde die letzte Ehre zu erweisen, Worte des Dankes und der Anerkennung im Namen des >72. rruyjn. Sprechsaal. (Für alle unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaciion dem Leserkreise gegenüber keine andere als die prehgesetzliche Verantwortung.) Oppeln, den 5. November 1894. Beim Niederschreiben meines ersten Artikels des Vereins er™ narw betreffend, gab ich Herrn Graf- Glogau, der mit dem Satze „Steuer der Wahrheit" so meisteihaft umgeht, hierorts meine Erklärung ab, daß ich auf weitere Polemik mich einzulassen nicht Willens bin und dessen wettere Angriffe einfach — ignoriren werde. Der Satz p*rrna: 'di d”j?j orrm zwängt mir nun die Feder in die Hände, dem wahrheitsliebenden Herrn Graf nur zu sagen, daß die Herren Collegen Haase-Birnbaum, Rawitscher-Schweidnitz, die bet der am 15. Jult h.;i. in Breslau stattgefundenen Generalversammlung und Wahl auch anwesend waren, ihm seine in jüngster Nummer dieser geschätzten Zeitung seine von ihm genannte, wahrheitsgetreue, mit laufender Nummer versehenen Angaben, als — unwahr zu stempeln in der Lage sind und würde ich die Herren Eollegen on rwro Tr *6 und auch new;ya^ darum höflichst ersuchen. S. L. Ehrlich, Ober-Cantor, Oppeln, Schlesien. (Für uns ist diese Polemik erledigt. Red.)