Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 87 (8.11.1894)
- Date
- 1894-11-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1624 fitzer von Grüften und Gräbern, darunter Obersthofmeister Prinz Hohenlohe, Feldmarschall-Lieutenant t. R. Eduard Freiherr Schartz v. Meiller, die Generalmajore Adolph v. Fuyschlag und Edler de Mingazzi, sowie zahlreiche andere hohe Staatsbeamte und Militärs. Vermischtes. BreSkau, 24. Okt. Der Hörer des hiesigen jüd. theol. Seminars, Herr Dr. Josef Burstyn, Sohn Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabbiners Pinkas Burstyn in Sereth (Bukowina) wurde einstimmig zum Rabbiner und Prediger der isr. Cullusgemeinde Rakonitz (Böhmen) als Nachfolger des Herrn Rabbiner Dr. I. Rabbinowicz gewählt. London, 20. Oktober. Der hebräische Gelehrte Dr. Ginsburg stattete gestern Gladstone in Hawarden einen Besuch ab, nm dem greisen Staatsmann, welcher bekanntlich neben zahllosen anderen Gegenständen allen theologischen Fragen das tiefste Interesse entgegenbringt, die soeben vollendete neue Ausgabe des masioretischen Textes der hebräischen Bibel vorzulegen. Dem Verfasser zufolge ist dies die dritte große Ausgabe der ganzen hebräischen Bibel. Die erste wurde 1488 in Soncino, die zweite 1524 in Venedig gedruckt. Zum 96. Male erlebte der Privatier Herr Seligmann Reutz in Bambera das israelitische Bersöhnvngsfest. Welcher Frische der Greis sich zu erfreuen hat, geht daraus hervor, daß er diesen Tag genau nach den Vorschriften verbracht hat. Przemysl. Am 14. September hat bei dem hierortigen städt. deleg. Bezirksgerichte nachstehende Verhandlung stattgefunden: Eltern, ka.holisch, „Landleute", klagten ihre Tochter und ihren Schwie ersohn und beharrten fest darauf, daß die Letztgenannten eine schuldige Summe sofort mit „eiriemmale" berichtigen sollen. Die Belangten baten flehentlich die Eltern mögen die Erbringung des geforderten Betrages in monatlichen Theilzahlungen gewähren, worauf sich folgende Auseinandersetzung entspann:' Klageanwalt Dr. Glanz (zu den Geklagten): Ihr seid doch gute Kinder, zahlet den Eltern den schuldigen Betrag auf "einmal" zurück. Angeklagte (Tochter): Ich war einem Juden Geld schuldig, als wir dem unsere Noth klagten und sagten, wir können Dir nicht gleich zahlen, hat er sich unser erbarmt, und Ellern sollen so rücksichtslos Vorgehen? Richter: Gebt ihnen den ganzen Betrag, damit sie sich eine Kuh kaufen können. Angeklagter: Herr Richter, es ist uns unmöglich auf einmal den „ganzen,, Betrag zu decken. Richter: So werde ich Euch verurtheilen, daß Ihr diesen ganzen Betrag binnen acht Tagen zahlen müßt. Angeklagte: Sehr gut, Herr Richter, „desto besser" für uns; die Eltern werden dann das Urtheil einem Juden verkaufen, der wird uns nicht zu Grunde richten, der wird bei uns die Forderung auch in den „kleinsten" Theilbeträgen annehmen. Richter: Hältst Du denn die Juden für bester, als Deine Eltern? Beide Angeklagten (einstimmig): O, hundertfach besser! Richter: Ihr gebt doch da den Juden ein großartiges Zeugniß. Angeklagte: Die reine Wahrheit. Dr. Glanz (zum Richter): Wenn die Antisemiten dies da hören könnten, was müßten die aus dieser ungekünstelten Aeußerung entnehmen? Sprechsaal. (Für alle unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaction dem Leserkreise gegenüber keine andere als die preßgesetzliche Verantwortung.) 8. D, In dir. 82 und 83 des „Israelit" wird bei Besprechung der Versetzung des seitherigen Privatlehrers Herrn Joseph zu Wöllstein als staatlichen Elementarlehrer nach Wörrstadt (Rheinhessen) die Behauptung ausgesprochen, daß das Großherzogliche Ministerium des Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten, jede Gelegenheit gerne benützt, um jüdische Lehrer anzustellen. Demgegenüber möchte der Berichterstatter dieses sich dahin äußern, daß dieser Schritt Allerhöchster Staatsbehörde ein durchaus erfreulicher und höchst lobrnswnrdiger sei, jedoch noch nicht dazu berechtige, zu erklären, „daß das Ministerium des Innern, Abtheilung für Schulangelegenhetten, jede Gelegenheit benützt, um jüdische Lehrer anzustellen." Im Gegentheil läßt sich darthun, daß viele hessische israelitische Lehrer vergebens auf eine Anstellung hoffen. Doch kann man daraus wohl weniger dem hessischen Ministerium als vielmehr der hessischen Bevölkerung und zum Theil auch den hessischen christlichen Lehrern Vorwürfe machen. Zum andern möchte der Schreiber dieser Zeilen bemerken, daß er seinerzeit in Erfahrung gebracht hat, daß israelitische Zöglinge bet ihrem Abgänge von einem christlichen hessischen Seminare einen Revers unterschreiben müssen, durch den sie sich des Anspruches auf Uebernahme in den hessischen Volksschuldtenft begeben. Der Fall Joseph.Wörrstadt ist demnach nur ein Ausnahmefall erfreulicher Art. Diese Ausführungen haben keineswegs den Zweck eine Polemik herauf zu beschwören, sondern sind ausschließlich dazu bestimmt, dem Ausdrucke „der Wahrheit die Ehre" zu seinem Rechte zu verhelfen. Briefkasten der Redaetion. Eine Reihe interessanter CorreZpondemen muhten w gen Raummangel für die nächste Nummer zuriickzestellt werden. W. S. in Stefauesti. Unverwendbar, senden Sie Besseres. holländ. wurde auf der Weltausstellung in Antwerpen 1894 mit dem vOrand Prix“, der höchsten Auszeichnung prämiirt. Eine derartige hohe Anerkennung' wurde his jetzt noch keinem holländ. Fabrikate verliehen; mithin bleibt Blonkev’s Oacao die feinste Marke.