Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 82-83 (25.10.1894)
- Date
- 1894-10-25
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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1552 Deffau. 24. September. Bei der Eröffnung der Eisenbahn von hier nach Wörlitz durch den Erbprinzen Friedrich erhielt Baron v. Cohn als Urheber und Förderer des Bahnbaus, den Ehrenbürgerbrief der Stadt Wörlitz durch den Bürgermeister. Neuhänsel. Nach längerem Leiden ist der sich der allgemeinen Beliebtheit erfreuende Rabbi Mendel Leuchter im 76. Lebensjahr heute spy TiD HJO' my in ein besseres Jenseits abberufen worden. Der theuere Verblichene war in jeder Beziehung lobenswerth, ein p,-iy Mit ihm ist ein Mann gestorben, der eine Krone der hiesigen orth. Gemeinde war, die so schnell nicht zu ersetzen sein wird; die hiesige orth. Gemeinde hat ihm alles zu verdanken. Er war der Erste, der dafür eintrat, daß zur Erbauung eines jüdischen Tempels nach jüdischem Ritus geschritten wurde. Ein zahlreiches Publikum gab dem theuren Todtcn das letzte Geleite und allgemeine Trauer herrscht in allen Kreisen. Sr. Ehrwürden unser Rabbiner, Herr Josef Meir Thigermann, hielt eine tiesergreifende Trauerrede, welche die Zuhörenden aufs tiefste erschütterte. L. Fischel. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Professor an der Landes-Unterrealschule in Römerstadt, Arnold Kornfeld, zum wirklichen Lehrer an der StaatSrealschule in Troppau ernannt. Budapest. Das Graner Comitats-Municipium hat in seiner letzten Sitzung den israelitischen Bewerber Dr. Philipp Goldner einstimmig zum Notar des Waisenstuhles gewählt. An der Wahl betheiligten sich auch zahlreiche katholische Geistliche, welche sämmtlich für den Dr. Goldner ihre Stimmen abgaben. Es ist dies der erste derartige Fall im Comitate des Fürst-Primas. Groff-Bacsterrk, 23. September. D’öEQ DTiSiD Tirm Es geschehen Wunder! Ueber Antrag des päpstlichen Hausprälaten Anton Schaffer wurde in der hiesigen No.inenschule die Jüdin Frl. Caroline Massinger als Turnlehrerin angestellt. So dringt d e Toleranz auch in die Nonnenklöster ein! Auflösung des Aäihsels in Ar. 77 & 78. DlD Pferd. D1D Kranich, J'saias 38. 14. EC Olftotte „ 51. 8. Richtige Lösungen sandten ein: S. M. Bachrach in Elmshorn. Hersch Fleiß in Kuty. Dav. Lchur in Nachod. Isak Hirsch in Kolonie«. I. Menc^er und Joel Zivttler in Mituliuce. (§h. H Trnmim in Kolomea. Kniller und L-churtz in Kuty. Simon Händler in Koymann. Moses Rosenfeld in Mielnica. Samuel Enselberg in Lanowce. Literarisches. «Frohe Stunden" verdankt schon mancher Leser dem so betitelten Familienblatt aus dem bekannten Volksschriften- Verlag von Rich. Herm. Dietrich in Dresden, das beweist, nach den Mittheilungen des Verlags, die freundliche, erwartungsvolle Entgegennahme der Fortsetzungs-Lieferungen bei vielen Tausend Abonnenten. Wie nicht anders zu erwarten war, haben die spannenden Romane in den,, Frohen Stunden" das höchste Interesse der Leser gewonnen. Die köstlichen, humorvollen Erzählungen liest man mit behaglichem Vergnügen und die ausgewälten, von modernen Meistern hergestellten Illustrationen sind eine erquickende Herzensfreude. Wie könnte es da anders sein, daß die Stunden, in denen Jemand in diesem unterhaltenden und geistig anregenden Familienblatt liest, ihm, wie der Titel schon verheißt, zu „Frohen Stunden" werden und diese kann sich Jeder verschaffen, der auf die „Frohen Stunden" bei einem Buchhändler oder Kolporteur für den erstaunlich billigen Preis von 10 Pfennig abonnirt, wofür noch die einzelnen Lieferungen frei in's Haus gebracht werden. Die Nation. Eine Sammlung ausgewählter Artikel von C. Aldenhoven, L. Bamberger, L. v. Bar, Th. Barth, M. Broemeh, B. Becker, A. Bettelheim, A. Fttger, O. Gildemeister, E. Heilbron, F. Mauthner, A. Meyer, Th. Mommsen, P. Nathan, C. Schiff, P. Schleniher, R. Virchow, I. V. Widmann. Verlag von H. S. Hermann in Berlin SW. Preis: 1 Mark S. 220 in 8°. Der Verlag der bekannten Wochenschrift „Die Nation" reproducirt aus den elf Jahrgängen jener Zeitschrift eine größere Anzahl literarischer Arbeiten, die seit ihrem Erscheinen an Frische und Unmittelbarkeit nichts verloren haben und durch die Mannigfaltigkeit der behandelten Stoffe wie durch die Verschiedenartigkeit der darin zum Ausdruck kommenden schriftstellerischen Individualitäten in gleicher Weise interessant sind. Effai's von Gildemeister über „Renan" und die „Kaiserin Josephine" stehen neben einer politisch volkswirthschastlichen Arbeit „Papiere und Kanonen" und einer geistreichen Plauderei über die „Kunst zu schenken" Ludwig Bamberger. Der bekannte Rechtslehrer Prof. L. v. Bar erörtert die „Wurzeln und den Nährboden des Anarchismus," der Dichter Arthur Fitger den „Borwurf des Atheismus." Rudolf Virchow spricht über den Anthropologen „Quatrefages," Theodor Mommsen über die „Akten zum Säkulargedicht des Horaz," Fritz Mauthner über „Nitzsche." Alexander Meyer, Max Broemel und Theodor Barth behandeln in knappester Form einige bedeutsame volkswirthschaftliche Themata: „DaS Unternehmertalent," den „Schutzzoll gegen die Sonne," die „Sparsamkeit." Weiter finden sich Artikel über Bismark und Windthorst, über Pariser Prediger und preußische Junker, und Rudolf Löwenstein und Theodor Storm, über Kropotkin und Vaillant, über Bruno Piglheim, Jay Gould und den Anatomen Hyrtl, über Perugia und die Lokomotive auf der Wengernalp. Auch die Frauenfrage wird erörtert. Eingeleitet wird die Sammlung mit einer Studie des Herausgebers der „Nation" über „Die Journalistik als Gewerbe und alS Kunst." Man wird nicht leicht eine gleiche Fülle geistiger Anregung in einem Buche von so geringem Umfange finden. »M" E tt } e i q e n. "M» Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. o^t-awkfyiwX a. vyt. efCwCtua- WiAij. auu .ig imA o9m