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Der Israelit · 1894-10-25 · Heft 82-83 (25.10.1894) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 82-83 (25.10.1894)
Date
1894-10-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1543 Reden übten auf die Trauerversammlung einen tiefen Ausdruck aus. Zu Beginn seiner heutigen Vorlesung hielt Hofrath Nothnagel dem verblichenen Gelehrten einen warmempfundenen Nachruf. Amerika. New Aork nH-n am 5655. Heute will ich die geehrten Leser über einen Verein unterrichten, der sich von den unzähligen hiesigen Vereinen darin vortheilhaft abhebt, daß er nur Ziele zur Förderung unserer heil. Religion anstrebt, und von dem ich, trotzdem in diesen gesch. Blättern noch nie etwas erwähnt gefunden, nämlich: Die Jewish Sabbat- Obseivance- Association (rat? now rmm.) Die Tendenz desselben ist bereits in dem Namen ausgedrückt. — Vor einigen Jahren vereinten sich einige der hervorragendsten Rabbiner, divergirendster Richtung aus NewUork, um der Entweihung des Gottgebotenen Sabbat, die in erschreckend großem Maße hierzulande überhand genommen, entgegenzutreten. — Wie man hört, sollen vor längst vergangenen Jahren hier nur sehr wenige jüdische Geschäfte am Sabbat geöffnet gewesen sein, während heutzutage das Verhältniß leider umgekehrt geworden ist, trotzdem noch jetzt, nach der von der I. S. O. A. veranstalteten Zählung, die Zahl der am p"v geschloffenen Geschäfte (über 900) eine achtunggebietende ist. Es fehlte jedoch an Concentrirnng. — Die erwähnten ehrwürdigen Herren gaben eine Broschüre heraus, Predigten über die Wichtigkeit des raff enthaltend, aber cs blieb eben ans dem Papier und sogar von den Broschüren liegt noch heute eine Menge unvcr- Ihcilt. Es wurde auch ein odarttzr von der Staatsregierung erwirkt, um eine Fabrik zu begründen, in der nur jüdische Arbeiter beschäftigt und natürlich Pa«? gehalten werden sollte, aber durch die inzwischen eingctretene geschäftliche Krisis schlief auch dieses Projekt ein. Nun hat sich vor circa neun Monaten der obengenannte Verein constituirt, in welchem dem Laienelement, Kaufleuten, Rechtsanwälten 2C., die Leitung übergeben wurde. Auf realem Boden stehend, wurde zunächst ein Stellen nachweisebureau gegründet, um solchen jüdischen Arbeitern und Geschäftsleuten, die den siebenten Tag heiligen wollen, zum Engagement behilflich zu sein. Der Erfolg konnte in den ersten Monaten des Bestehens selbstverständlich kein sehr großer sein, besonders da die Geschästsverhältnisse erst jetzt sich wieder günstiger zu gestalten beginnen, aber ein solcher ist doch zu verzeichnen, da bereits einigen Leuten Anstellung verschafft wurde. — Ein weiterer Zweck des Vereins, von den staatlichen Behörden bas Zugeständniß zu erlangen, denjenigen Juden, die am raff feiern, zu gestatten, am Sonntag zu arbeiten, wtro wohl auch in kurzer Frist in Angriff genommen werden. Ein Aufruf an alle hiesigen jüdischen Rechtsanwälte,! am p"ff ihre Büreaux geschloffen zu halten — es gibt deren bereits eine ganze Anzahl — wird wahrscheinlich in nächster Zeit zur Constttuirung eines Zweigvereins der jüdischen Rechtsanwälte führen. — Die Seele des Ganzen ist natürlich wieder Herr Rabbiner Dr. Drachmann, der es jedoch beschetdenermaßen abgelehnt hat, zum Präsidenten der I. S. O. A. nomtntrt zu werden und die Aufmerksamkeit der constituirenden Versammlung auf Herrn David M. Pkza lenkte, einen Kaufmann, der für das echte alte Judenthum mit allen Fiebern seines Herzens begeistert ist und vielen jüdischen Institutionen thatkräftig zur Seite steht. Der Verein könnte jedoch noch mehr wirken, wenn die Beiträge nicht sacultativ, ob nroa ffw, sondern fixtrt wären. Es sind ca. 700 Mitglieder vorhanden, aber, von einigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, begnügen sich die Meisten mit der nominellen Mitgliedschaft; es müßte daher die finanzielle Basis der Gesellschaft etwas günstiger gestellt werden. Vielleicht geben diese Zeilen den hierländischen Lesern dieser geschätzten Zeitschrift Gelegenheit, die Ziele des Vereins nachhaltiger zu fördern. H. H. Vermischtes. Fürth, nn Dvn am miffa ff'tt 8p Keine gute Botschaft ist es, die ich heute bringe! Ein bEJ artn ~iff ff’K mnffa, ein Mann, groß als Gelehrter, groß in Frömmigkeit und Gottesfurcht, groß in Wohlthun und Menschenliebe ist gefallen in Israel! Er miH “l’Dnm pHSH ff'8.1 jn maiyttn ruv 'i mmno rmn weilt nicht mehr unter den Lebenden, hat am jüngsten 'p raff, am D"mm '1 ov nDD seine reine Seele seinem Gotte zurückgegeben! Noch unter dem schmerzlichsten Eindrücke dieser Trauerkunde sind wir nicht im Stande den Charakter dieses herrlichen Mannes, dieses Tiyjn pH3 schon heute gebührend zu schildern, sind wir nicht fähig, schon jetzt sein Leben naturgetreu darzustellen.- Hwie all sein Denken und Thun, sein ganzes Sinnen und Handeln nur dem Dienste Gottes und seiner Mitmenschen gewidmet war, wie er es als die Aufgabe seines Lebens hielt mffj/t>i UDffb 1Q-71 WQ» miffa m*n panmi, wie er viele, viele Jahre hindurch an seinem Wohnorte Zell a. M. in der uneigennützigsten Weise und mit großen Mühen und Geldopfern eine m’ff’ unterhielt, in der nicht wenige aN'apn auSgebildet wurden, von denen Viele später auch zu hohen RabbinatSposten gelangten; wie sein Haus ein Tempel wahrer und echter Gottesfurcht und Gottesverehrung war, ein Tempel, in dem er als Hohenpriester in der würdigsten Weise den Dienst verrichtete und seine Schüler und seine Söhne und Töchter zu o’p?« *wn nmn arm erzog. Noch niedergeschmettert von jener Nachricht sind wir heute nicht in der Lage, ein treues, umfassendes Lebensbild von dem Verblichenen P"1 zu entwerfen und begnügen uns einstweilen mit diesen wenigen Zeilen und wünschen nur noch NL27 mm j^n’ff rniff'?d uay ir iro a. Berlin, im Oktober. Im Reichenheim'schen Waisenhause der jüdischen Gemeinde zu Berlin (Weinbergsweg Ile), dessen Bericht für die Zeit vom 1. Januar 1893 bis 31. März 1894 jetzt erschienen ist, werden augenblicklich 76 Zöglinge (44 Knaben, 32 Mädchen) erzogen. Sämmtliche Kinder besuchen öffentliche Schulen, die begabteren höhere

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