Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 79 (4.10.1894)
- Date
- 1894-10-04
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1482 jeder Richtung gefördert haben, werden gewiß gern bereit sein, wo es gewünscht wird, nähere Auskunft zu ertheilen. Spenden nimmt die Expedition der „Frankfurter Zeitung" entgegen, sie können jedoch auch direkt an den Unterzeichneten Präsidenten des Vereins gesendet werden. Lindheim (Oberhessen), im September 1894. Dr. Leopold Ritter von Sacher Masoch." Leipzig. Der berüchtigte Antisenrit und frühere Juden- Missionar Paulus Meyer befindet sich seit mehreren Wochen im hiesigen Unlersuchungsgesättguiß, wohin er von Wien aus transpornir wnrde. Per wegen feiner Doppelzüngigkeit von den eigenen Parteigenossen längst falten Ge assene wird sich in Leipzig neben dem Verleger Rrrst und Tr. Wesendonck wegen Beleidigung deS Herrn Pastor Vodelschwingh und mehrerer Diakomssinnen zu vertheidigen Laben CK'tmnitz. 15. Sevteinber. Das hiesige Landgericht verunheUte den VolfsichiiUehrer Kart Julius Klivsch aus Heiersdo's bei Burgstädt zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Dieser „Erz'eher" hat sich seit Jahren durch Verü"ung schwerer Sittlichkeitsverbrechen gegen die 8-r 174 und 176 des Strafgesttzbuches fortgesetzt vergangen. Klietzsch war antisemitischer Agitator, der mit Vorliebe über die „jüdische Unmoral" eiterte. Eschwege, 21. Sevl. Ter amisemitische Reichstagsabgeordnete sür Eschwege-Schmalkalden, Hans Leuß, wird setzt von seinen eigenen Parteigängern im Stich gelassen. Das „Schmalkalder Tageblatt", welches ebenso wie sein Verleger und Redakteur in der Hanptwahl 1893 die Wahl des Herrn Leuß dringend empfohlen batte, schreib: jetzt: „Wir haben keine Veranlassung, Herrn Leuß in Schutz zu nehmen, im Gegenthcil bedauern wir außerordentlich, daß unser Wahlkreis einen solchen Vertreter erhalten hat." Wien. Der Justizminister hat den Rathssecretär des Landesgerichtes in Wien, Dr. Jacob Kohn, zum Landesgerichtsrathe bei dem Landesgerichte in Wien ernannt. Herr Dr. Kohn ist den juridschen Kreisen der Residenz als ausgezeichneter und höchst pflichteifriger Richter rübmlichst bekannt und wir bringen ihm zu seiner Besörderung unseren herzlichen Glückwunsch um so freudiger dar, als Herr Dr. Kohn nicht nur Jude dem Namen nach ist, sondern durch seine hervorragende Mitwirkung an den Aufgaben der österr. isr. Union, deren zweiter Viceprases er ist, auch seine warme Empfindung sür das Judenthum bekundet. (Tod eines Sonderlings.) In Trieft wurde vorgestern, wie die „Grazer Tagespost" von dort berichtet, der 75jährige Moriz Füchse! todt in seinem Bette gefunden. Er stammte aus Straßnitz in Mähren, hatte in der österreichischen Kriegsmarine gedient und es zum Range eines Maschinisten gebracht. Füchsel hat auch an der Expedition des Kaisers Max von Mexico theilgenommen und von diesem das Ritterkreuz des Guadelupe-Ordens erhalten. Im Jahre 1873 ging er in Pension und nahm in Triest Domicil. Obwohl er einen Ruhegehalt von 800 fl. bezog, lebte Füchsel, ein kleiner, mumienhaft aussehender Mann mit schneeweißem Haupt- und Barihaar, schlechter als ein Bettler; er wohnte in einer kleinen dumpfen Kammer und die Kleider hingen ihm in Fetzen vom Leibe. Täglich ging er zur Post, um ein Wiener Blatt, auf welches er abonnirt war, zu holen, sonst hockte er den ganzen Tag in seiner Kammer. Die nach seinem Tode durchgesübrte Inventur-Ausnahme ergab nun ein überraschendes Resultat. Zwischen zerrissenen Strümpfen und zerschlissenen Hemden fand mau in einer mit alten Hüten vollgepfropften Kiste Renten-Obligationen, Staatsschuld-Verschreibungen und andere Werthpapiere im Betrage von 60,000 st. Unter den Papieren lag auch ein Dankschreiben der israelitischen Cultusgemeinde von Straßnitz für eine Spende von 850 fl., welche Füchsel sür den dortigen Tempelbau gewidmet hatte. Dieser Wohlthätigkeitsact ist um so merkwürdiger, als Füchsel sich selbst niemals etwas gegönnt und sich stets für einen Christen ausgegeben hat. Sein Vermögen soll einem in Mähren lebenden Neffen zufallen. Auflösung des Aätysels in Wr. 73. ♦ pttny Kastanienbaum. . pöi Granatapfel. ♦ pü$? Alter Volksstamm. Nichtige Lösungen sandten ein: Abrah. Küchler in Karlsruhe. Herfch Fleiß in Kutty (Galizien). W. Sch. in St. Eh. H. Trumim in Kolomea. Leop. Fischer in Neuhansel. A. Davidsohn in Rastenburg. N. Levy in Zachan. Jsak Hirsch in Kolomea. Mrna Fabian in Lessen. Frau A. Elsb--g in Hamm i. W. S. M. Bachrach in Elmshorn. Jsaac Rosenthal in Wronke. L. Buxbaum in Wien. Joel Eoetler in Mikulince. Sam. Enselberg in Lanowcz. Abraham Ehaim in Znin. pr Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Rcdaction nicht verantwortlich. 6uche per 15. October resp. 1. Rov. s. rn. Sohn — Berechtigung j. eins. Militärdienst— Lehrlingsst. i. e. größer. Manufacturw. u. 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