Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 79 (4.10.1894)
- Date
- 1894-10-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1468 ✓ Verblichenen, wie er fern von hier segensreich gewirkt und wie er (in Verfolg des Textes) 6 ptt'D yi?oa 'ppli sich hier auf Erden durch seine so gut erzogenen und gerathenen Kinder eine felsenfeste Wohnung geschaffen. Er gehörte zu den Wächtern, von denen der Prophet in der dieswöchentlichen mtssn ausruft »nnpsn DbnT -pmcin hv Dnonr, nun aber kann er beim Einzug in das jn in das bessere ewige Leben den Jubelruf: W'vx rw ’»bj 'na anwenden. Wir aber sollen in dem Dahingegangenen einen Freund u. Verwandten betrauern, D»anp ‘on ncp oan Tt^n und uns bestrtben ihn in uns forleben zu lassen, indem wir ihm ein gutes Andenken bewahren und feinem Beispiele, wie er das jüdische Leben auffaßte, folgen. ns»^> niort y^a. Diesem so schön gesprochenen nrvn schloß sich ein von P5D pitn p -itihd als langjähriger Freund und Amtsbruder des Verstorbenen abgehaltener nsvn würdig an. Der Redner sprach von den ihm bekannt gewesenen vorzüglichen Charaktereigenschaften des Verewigten, er gehörte zu den new »w« ^’n yjn ww D'p^N w die leider immer seltener werden. Als u'3n apy% nachdem er gestorben, seinem Wunsche gemäß von Mizrajtm nach Kanaan gebracht und bei der nmn pu eine große Leichenfeier abgehalten wurde, da sprachen diepinn 'awi', die unwissenden Leute, das ist eine Trauer für Mizrajtm, die aber uns nichts angeht; die Vornehmen jedoch, so erzählt der Talmud, hingen mit rpv ihre Kronen an die Bahre des Patriarchen, weil sie es verstanden, daß der ganzen Welt diese Trauer angehöre. Wenn auch der Verblichene nicht in unserer Mitte gewirkt, so empfinden wir dennoch den Verlust, der uns betroffen. Mögen seine Gattin, Söhne, Töchter durch die Theilnahme, welche sich hier bekundet, getröstet werden. Um 5J/2 Uhr Nachmittags war die miap beendet. — Der Schwiegersohn des Verewigten, Herr Feldbrand aus Bremerhafen hatte mit einigen anderen Herren die Leiche hierher begleitet, die Mittags 1 Uhr hier am Bahnhof etngetroffen. Zwei Söhne, welche seit einigen Jahren als prakt. Aerzte hier domiliciren, erfreuen sich guter Praxis und leben als gute D’-nn* nach dem Beispiele ihres sel. Vaters. *naa mnuo. Aus Qberfranken, 23. Sept. Eine Mittheilung des „Frank. Wald" zeigt wieder deutlich, wie die Märchen vom Rttualmord entstehen. In Burgkundftadt (Oberfranken) kam im vorigen Jahre ein siebenjähriger Knabe, Hans Püttertch, eines Abends spät nach Hause. Er brachte zur Entschuldigung vor, der Kaufmann Bernhard Markus in Burgkundftadt habe ihn in seinen Laden gelockt und ihn eingesperrt; erst der Gehilfe des Markus habe ihn auf sein Sörzen befreit und herausgelassen. Die Erzählung des Knaben wurde verbreitet, und in der ganzen Gegend von Burgkundftadt geht jetzt das Gerücht, der Jude Markus in Burgkundstadt habe einen Christenknaben umbrtngen wollen. Erft hieß es nur, Markus habe den Jungen mit dem Messer bedroht; jetzt wird schon erzählt, er habe ihn an der Decke aufgehängt und ihm den Mund zugestopft, ein Barbier sei dazu gekommen, habe den Knaben schreien hören und ihn gerettet, als Markus demselben schon das Blut unter den Nägeln ausdrücken wollte. Man bezeichnet« s,jden Markus als zweiten Schächter zu Burgkundftadt, und ein Reifender fragte jüngst am Bahnhofe daselbst: „Brauchen die Juden keinen Buben zum Schächten?" Die Gendarmerie sah sich infolge des allgemeinen Geredes veranlaßt, Nachforschungen zu pflegen. Der Knabe blieb auch zuerst bei seinen Behauptungen stehen; in das Haus des Markus geführt, konnte er aber den Keller oder ein solches Gelaß, wo er eingesperrt gewesen sein sollte, nicht finden und gestand, daß er diese Geschichte nur erzählt habe, um sein verspätetes Nachhausekommen zu entschuldigen, behauptete aber, daß ein Schneider ihm die Ausrede betgebracht habe. Auch diese Behauptung hat sich als Lüge herausgestellt. O esterr.-Un g ar. Monarchie. Wie«, 19. September. (Geheimnissesaus einer Goldkettenfabrik.) Der Sohn des vor einigen Monaten verstorbenen antisemitischen Gemeinderathes Slama, der Goldketten-Fabrikant Leopold Slama, und dessen Oheim Karl Slama standen heute vor dem Bezirksgerichte Alsergrund unter der Anklage der Ehrenbeleidigung. Laut Angabe des Prtvatklägers Franz Mufftl, der 16 Jahre hindurch in der Slama'schen Fabrik als Arbeiter thättg war, sollen ihn am 7. August die Angeklagten beschimpft und bedroht haben, insbesondere soll Karl Slama mit geballten Fäusten ans ihn zugegangen sein und ausgerufen haben: „Ich zerreiß dich, wenn du etwas aussagst!" Auf Befragen des Richters gab der Kläger an, daß er viele Jahre hindurch genöthtgt worden sei, an den betrügerischen Manipulationen des verstorbenen antisemitischen Gemeinderathes Leopold Slama theilzunehmen; die Angeklagten, die diese Betrügereien fortsetzten, hätten nun befürchtet, daß er nach seinem Austritte aus der Fabrik dies verrathen könne, und aus diesem Grunde hätten sie ihn bedroht. Richter (Adjunct Dr. Hoernes): Was verstehen Sie unter diesen berügertfchen Manipulationen? — Kläger: Das war 0, Herr Richter! Der verstorbene Gemeinderath Slama hat immer schwere Goldketten punziren lasen und dann in der Fabrik die punzirten Glieder an schwächere legiert, also mtnderwerthige Goldket-