Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 76 (24.9.1894)
- Date
- 1894-09-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1428 \ den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde inZ Brünn, Herrenhausmitglied Julius Ritter von Gomperz, ernannt, ferner dem Professor Gerson Steinschneider in Proßniß eine Stelle als Professor der deutschen Unterrichtssprache an der Realschule in Teschen verliehen. Der „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" hat in Magdeburg eine Filiale errichtet, und dessen Leitung in die bewährten Hände des vor zwei Jahren aus Marburg nach dort versetzten Archivars Herrn Dr- Winter gelegt. Leer. Die lügnerische Mittheilung des „Volk" über den „Juden Pohlmann", die jüngst beleuchtet wurde, stellt sich als eine böse Mystifikation heraus, der das Stöckerblatt zum Opfer geworden ist. Wir lesen darüber im „Volk": „Um unum so sicherer irre zu führen, hatte der Absender, der sich I. W. Gerdes nannte und als Mitlglied des RrsormvereinS bezeichnet-, sich den Familiennamen eines hervorragenden Gesinnungsgenossen beigelegt. Man schreibt uns nunmehr aus Leer, daß ein I. W. GerdeS dort überhaupt nicht existirt. Irgend ein Feind unseres Blattes hat uns also „hereinlegen" wollen, was ihm auch geglückt ist. Da dazu aber verleumderische Behauptungen über einen Verstorbenen benutzt worden sind, so hoffen wir, daß unsere zahlreichen Leerer Freunde sich die Ermittelung des Absender- — was mit Hilfe der Handschrift möglich sein muß — am Herzen liegen lassen werden. ES wäre doch schade, wenn der gewissenlose Verleumder der verdienten Strafe entgehen würde." Wie«. Die im Juli laufenden Jahres verstorbene Private Frau Jakobine Brandeis vermachte dem Wärmestubenvereine 1000 fl., dem Vereine für Feriencolonien, dem Thierschußvereine und dem Vereine zur Beköstigung armer Schulkinder je 700 fl. Weiters verfügte die Erblasserin, daß ihr werthvoller Brillantschmuck veräußert und das Erträgniß an besonder- Bedürftige vertheilt werden möge. Prag, 17. Sept. Die böhmischen Juden haben hier (zum ersten Male) eine jüdische Zeitung in czechischer Sprache geglündet. Dieselbe führt den Titel: Cesko-zidovskie Listy. Die erste Nummer ist am 16. September erschienen und enthält u. a. Kundgebungen zur Judenfrage in Böhmen, welche der Redaction von czechischen Parteiführern zugegangen sind. So schreibt Rieger: „Ich wünsche, daß es Ihnen gelingen möge, Ihre StammeSgenossen dahin zu führen, daß sie sich unter uns als die unfern fühlen, daß sie zu dem Volke, in dessen Mitte sie leben, mit ganzem Herzen hinneigen, und endlich aushören, als Fremdlinge auf diesem Boden sich zu fühlen, auf dem sie seit undenklichen^Zeiten heimisch sind und wo sie schon „zwischen den Burgen" ihre Ehen schlossen, als unser Prag noch am Beginne war." In der freisinnigen jüd. Gemeinde in Mailand, wo jetzt der frühere Rabbiner von Korfu, Alessandro de Sano, als Seelsorger fungirt, wurde ein rituelles Badehaus (mp») eröffnet. ES ist dies ein religiöses Ereigniß, das allgemein bekannt zu werden verdient. Sämmtliche Mitglieder des Verwaltungsrathes der Gemeinde Tempel Keneseth Israel von Philadelphia waren in New-Zork (am 29. Aug.) anwesend, um ihren Rabbiner Dr. Krauskopf bei seiner Ankunft zu empfangen und den Willkommengrutz der Gemeinde zu überbringen. Es ist dies zweifelsohne eine ehrenhafte Auszeichnung, wie solche hier bisher noch nicht stallgefunden hat. Auf dem Gebiete d^s Cognac-Handels hat sich in den letzten Jahren ein bedeutender Umschwung zu Gunsten der deutscher? Cognac-Brennerei vollzogen, der auch bei Vielen unserer jüdischen Consumenten die Nachfrage nach einem reinen, gebrannten "MI-Cognac verstärkt hat. Um dieser immer häufiger an sie gestellten Nachfrage zu genügen, hat die in weiten Kreisen bekannte irro-Wein-Handlung von N Rothschild, Binge« a. Rh. eine eigene Brennerei eingerichtet, in welcher aus Wein ein reingrbramrtes Weindestillat unter Aufsicht orthodoxer Rabbiner hergestellt wird. Dieses Destillat wird unter der Bezeichnung: Deutscher Cognac, HDD “)t!» in den Handel gebracht, und ist nicht zn vergleichen mit aus “it£D Sprit hergestellten Fabrikaten. Preisausschreiben für Fraueaerwerb. Die Frauen- Erwerbs-Geseüschaft in Frankfurt am Main beabsichtigt demnächst eine Abtheilung für Hausinbnstrie einzarichten, welche sich über ganz Deutschland erstrecken soll. Es handelt sich sowohl um praktische Gebrauchswie um Luxus-Artikel, welche einen Massen-Absatz im In- und Auslande ermöglichen, um tausenden erwerbsbedürftigen deutschen Frauen und Jungfrauen eine auskömmliche angemessene Existenz im Hause zu verschaffen. Za diesem Zweck setzt die Frauen-Erwerbs-Gesellschaft 3 Preise im Gesamt-Betrage von 500 Mark für die geeignetsten Vorschläge, Zeichnungen oder Muster aus. Die Bildung eines Preisrichler-Amts hat die städtische Arbeitslehrerin Fräulein Elise Hege übernommen. Preis-Bedingungen können von der Direktion der Frauen-Erwerbs-Gesellfchast Frankfurt am Main bezogen werden. N n zeige u. Für de« folgenden Theil ist die Rcdaction nicht verantwortlich. Heirath. Suche tüchtig, jung. Mann, zur Einheirathung in etnHerren- Confect..Geschäft, wenn auch ohne Vermögen. Offerten unter Nr. 5096 an d. (Sjp. d. Bl. erb. /Lin Jmmobilien-Agent em» pstehlt sich zur Ftnanzirung groß. Objekte, Fabrik-Etablissements rc., Umwandlung und Gründung von Aktien-Gefellfchaften. Offerten unter Nr. 3906 an die Exped. dss. Bl. erb. Herrath. Für ein junges Mädchen aus achtbarer Familie wird passende Parthie gesucht. Kaufleute od. an einer öffentlichen Schule definitiv angest. Lehrer werden bevorzugt. Mitgift 10—12000 M. Offerten unter 8. 8. 5093 an die Exp. dsS. Bl. erb. /Lin starker Junge von ordent- V' lichen Eltern in die Lehre gesucht. (5042 Herma«« Marx, Metzger in Keße«ich bet Bonn. /Ein gebild. 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