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Der Israelit · 1894-09-20 · Heft 75 (20.9.1894) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 75 (20.9.1894)
Date
1894-09-20
Page
– (sequence 23)
Language
German
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gewählt, a*s Vortrag von den zur Auswahl gestellten Themen auf warme Befürwortung der Herren Rabb. Dr. Munk und Horowitz das Thema: „Was ist Thierschutz, und wie ist die Pflicht der Schonung der Thiere und Pflanzen zu behandeln?" — Das Referat übernahm auf einen aus der Versammlung geäußerten Wunsch Herr Dr. Munk, das Correferat der Unterzeichnete. Die Vorstandswahl fand auf Vorschlag des Herrn Heiser-Niedeustein durch Wiederwahl der seitherigen Mitglieder ihre Erledigung. Nachdem die Versammlung von dem Vorsitzenden für geschlossen erklärt worden war, sprach der College Heiser dem Vorsitzenden für die umsichtige Leitung der Geschäfte den Dank der Versammlung aus. Das sich an die Verhandlungen anschließende gemeinschaftliche Mahl vereinigte die Theilnehmer noch einige Stunden. Von den Tnnksprüchen seien erwähnt die des Vorsitzende» auf Se. Majestät den Kaiser, des Herrn Dr. Kares auf den Vorsitzenden, des Herrn Gutkind auf die Gäste, in deren Namen Herr Dr. Prager auf den Ausschuß und die Referenten toastete, des Herrn Dr. Munk auf die hessische Lehrerschaft und des Herrn Oppenheim-Barchfeld auf die Gemeinschaft zwischen Rabbiner und Lehrer. Den Gefühlen der Verehrung für Herrn Geheimrath Dr. Kristeller-Berlin gab die Versammlung durch Absendung eines »elegraphischeu Grußes Ausdruck. Treysa, 5. August 1894. G. Oppenheim, Schriftführer. Der deutsche Reichsverband jüdischer lleligionslehrer Einer Aufforderung von hochgeschätzter, dem Vereine sehr nahestehender Seite entsprechend, erlaube ich mir, einige Worte über den obgenannten Verein für Ihr geschätztes Blatt einzusenden. Der junge Verein, der sich am 16. Juli a. c. zu Breslau konstitutirt und organisirt hat, erfreut sich lebhafter Beiheiligung und freudiger Begrüßung. Hunderte von Beitrittserklärungen, sowohl von Rabbinern als auch von Lehrern sind dem Präsidenten, Herrn Dr. Neustadt in Breslau bereits zugegangen und gehen tagtäglich solche noch ein. Und in der That scheint auch der junge Verein in den beiheiligten Kreisen die schönsten Hoffnungen wachzurufen, die auch sicherlich, wenn sämmtliche Rabbiner und Lehrer Deutschlands dem Vereine ihre Mitwirkung leihen, mit G. H. erfüllt werden können. Geleitet von dem Gedanken, den unsere Alten in der Mischna bereits ausgesprochen nop pN min pN DN und umgekehrt min pN ncp ]’N DN haben die Satzungen des Vereins die Förderung beider als die Aufgaben des Verbands bezeichnet. Nur dadurch verdient der Lehrer seine den heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen entsprechende Stellung, wenn er nichts unbenützt läßt, um seine allgemeine und berufliche Ausbildung möglichst zu vervollkommen strebt nun pN dn nop rsl Thatfächlich streben auch viele jüdische Religionslehrer, ernstlich ihr Wiffen, namentlich in unsere heiligen Religionsschriften — und dies ist für den Religionslehrer zunächst das Wichtigste — zu vervollkommnen; allein nur in den seltensten Fällen bietet sich denselben Gelegenheit, ihrem Wiffenseifer Befriedigung zu verschaffen. Diesem Bedürfnisse will der neue Verband einigermaßen wenigstens zu Hilfe kommen, indem er Fortbildungskurse in's Leben rufen will, und zwar in der Weise, daß die Lehrer eines Bezirkes von Zeit zu Zeit — etwa alle 8 oder 14 Tage — zusammentreteu, um durch gegenseitige Anregung und Unterstützung ihr Wissen auf dem großen Gebiete des Talmud und Midrasch, der jüdischen Geschichte und Literatur zu bereichern. Selbstverständlich wäre es zweckdienlicher, wenn Rabbiner, denen reichlichere Kenntniß von O'pOiSi O"i7zu Gebote steht, die Leitung solcher Kurse übernehmen wollten. Außerdem sollen in diesen Kursen Fragen discutirt werden, über Methode des Religionsunterrichtes, Fragen pädagogischen Charakters, ganz besonders solche, welche die jüdisch-religiöse Erziehung betreffen, behandelt werden. Neben der Förderung der Interessen unsrer heiligen Religion — die ja in den Vordergrund treten müssen — will der Verein auch dem min |’N nop px dn möglichst Rechnung tragen. In einer Zeit, in welcher die Anforderungen, die das Leben stellt, so bedeutende, in einer Zeit, in welcher mehr und heftiger denn sonst die Waffen des Kampfes ums Dasein an unsere Ohren klirren, in einer Zeit, in der von Seiten der Staatsbehörden beständig gearbeitet wird, um die sociale Stellung der Volksschulmänner zu heben, ist es wohl auch am Platze, die Lage tüchtiger, pflichttreuer und gewiffenhafter Männer, welche der Religionsschule ihre Dienste leihen, zu verbessern. Und diese Aufgabe hat der Verein als wesentlichen Theil in sein Programm ausgenommen. Wie viel Gutes kann durch das Stellenvermittlung s b u r e a u des Verbandes bewirkt werden! Der bangen Sorge um die Zukunft will der Verein begegnen durch sei« Institut der Versicherung gegen Krankheit und Stellenlosigkeit. Veteranen und Invaliden des Standes der Religionslehrer besorgt der Bund unentgeldliche Aufnahme in das zu gründende Lehrerheim und sichert ihnen somit einen sorgenfreien Lebensabend. Von nicht zu verkennender Wichtigkeit ist die Bemühung des Vereins zur Ermöglichung deS kostenfreien Besuches von Kurhospitälern. Vom nächsten Jahre ab finden Lehrer, die eines Kurgebrauches bedürfen, unentgeldliche Aufnahme in jüdischen Kurhospitälern — mit einigen Hospitalverwaltungen ist bereits ein Abkommen getroffen. — ES bedarf wohl kaum der Erwähnung, daß nur solche Kurhospitäler in Betracht kommen, die dem Hilfesuchenden streng rituelles Leben ermöglichen. Ich glaube die erwähnten Zweige der vielseitigen Thätigkeit des Vereins dürften genügen, um ihm die Sympathien aller zu gewinnen, insbesondere ist zu wünschen, daß die verehrlichen jüdischen Gemeinden reichlich durch Zuwendung von Geldmitteln dem Vereine ihr Wohlwollen beweisen. Nlirs Stndt und Lund. Berlin, 18. Juni. Für die Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens hat eine Verordnung des Unterrichtsminifters vom 31. Mai folgende Grundsätze ausgestellt: 1) Als höhere Mädchenschule soll fortan nur eine Schule angesehen werden, welche neun Jahrescurse in sieben aufsteigenden Klassen hat und bet welcher allgemein verbindlicher Unterricht in zwei fremden Sprachen errheilt wird. 2) Wo jetzt Schulen mit zehn aufsteigenden Klassen bestehen, dürfen dieselben sortdauern, die oberste Klasse soll aber nur das an neunklassigen Schulen der obersten Klaffe zugewiesene Pensum erweitern und vertiefen.

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