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Der Israelit · 1894-09-17 · Heft 74 (17.9.1894) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 74 (17.9.1894)
Date
1894-09-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1888 Feiwels und manche schrieben die geringen Erfolge seiner geschäftlichen Thättgkeit, seiner Ehrlichkeit und seinem Sarkasmus zu. Jetzt hatte er seinen Namen in schön geschuörkelten Buchstaben unter den letzten Brief gesetzt und lehnte sich behaglich brummend in seinem alten gebrechlichen Rohrstuhl zurück. Da wurde die Thüre geöffnet und ein wunderschönes Mädchen trat ein. Es war Selma, Feiwel's Tochter, die eine Tasse Fleischbrühe für den Vater brachte. Bet ihrem Anblick flog ein Freudenschein über sein runzeliges Antlitz und mit befriedigter Kennermiene sah er auf sein Kind. Es war wirklich eine Schönheit und wer sie einstens als sein Weib heimführen wollte, der bekam einen schweren Stand. Eine Schwiegermutter bekam er nicht mehr, denn Selma's Mutter lag schon zwölf Jahre in der kühlen Erde, aber einen Schwiegervater, der schlimmer war, als alles was Sage, Legende, Wirklichkeit und die kühnste Phantasie von einer bösen Schwiegermutter je erdacht und erzählt haben. Seine Selma war sein Ideal, der Inbegriff aller irdischen Vollkommenheit und wer sie zum Weibe begehrte, mußte nicht weniger als ein „Malach*)" und ein „Melech"*) sein. „Hier, Vater", sagte sie mit ihrer Silberstimme, „bringe ich Dir ein Täßchen Fleischbrühe. Der Hausknecht des Vorstehers war da und der Parneß läßt Dich bitten, ihn um zwölf Uhr zu besuchen." „Ich danke Dir, mein Kind, mein Engel. Die Bouillon werd choschuw sein wie alles, was Du machst; sie wird mir schmecken. Und der Parneß hat mich bitten lasten — wie ein echter Srore — ihn um zwölf Uhr zu besuchen? Es soll geschehen. Hat er nicht sagen lassen, was ich soll, oder was er von mir will?" *) Engel und ein König, d. h. die höchste sittliche und materielle Vollkommenheit. „Nein, Vater." „Gerade wie die Srore. Haschern jisborach soll ihm maarich jomim wesclionim sein. Werd er was Gutes von mir wollen?" „Du wirst es ja hören. Vater." „Du hast Recht, mein Engel, o Deine Cliochmo ist groß; Du weißt stets das Rechte zu treffen. Das kommt aber daher, weil Du eine echte da« jisroel bist und jede freie Stunde benutzest, um in den Sforim zu lesen. Ja. Es ist einmal e schen Medche gewesen Das hat immer im jüdisch-deutsch Chumisch gelesen. Auf einmal ist ein Melech gekommen, Der hat das Mädchen sich zur Frau genommen." „Gewiß, mein lieber Vater," erwiederte Selma lachend. „Ein König muß es wenigstens sein, dem Feiwel Rothenstes seine Selma zur Frau gibt." „Für's erste, bekommt sie noch keiner;" erwiederte Feiwel Rothenstes „und selbst wenn er ein Melech wäre, d. h. Haschern jisborach wird mich nicht so hart prüfen wollen." „Nein, Vater," erwiederte Selma. „Für's erste bleibe ich noch bei Dir. Wer wird mich auch wollen." „Wer Dich will? Er soll nur kommen. Wenn ich Dir auch kein Vermögen geben kann, so bist Du doch selbst mehr werth als alles Vermögen der Welt. Haschern jisborach hat noch gar viel, und wenn die Reihe einmal an mich kommt, wird er mir ein großes Asc-hirus geben, daß ich Dir einen Mann aussuchen kann, der in jeder Hinsicht Deinen und meinen Wünschen entspricht." „Sorge Dich nicht darum, lieber Vater, kommt Zeit, kommt Rath." Mit einem freundlichen Nicken verließ Selma das „Bureau", um die Arbeiten, die der kleine Haushalt erforderte, zu verrichten. (Forts, folgt.) Briefkasten der Expedition. Restaurateur in Paris M. 2.— it n j e i fl e «. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Buverlässiger junger Mann für Buchhaltung u. Korrespondenz gesucht. Offerten mit GehaltSansprüche u. Darstellung deS Bildungsganges an I. Kauffman«, Buchhandlung, Frankfurt a. M. (215c ■»•um baldigen Eintritt wird «O kin religiöses Dienstmädchen zu engagiren gesucht, welches auch bürgerliche Küche zu führen versteht. (5046 Fra« Samuel Kahn, _ Witten a. d. Ruhr. /£in gebild. Kaufmann, nicht unvermögend, sucht Mangels Damenbekanntschafr eine Lebensgefährtin. Offert, unter Beifügung ciner Photographie u. näherer Familienangabe snd B. B. 5030 an d. Erp. d. Bl. Olthndor. Hauslehrer per sofort gesucht. Offerten unter Beifügung von Zcugniß- Abschriften und Referenzen unter Nr. 5044 an die Exped. dss. Bl. erb. in junger Mann von 20 Jahren, der das einjährige Examen gemacht hat, sucht in einem Samstags geschlossenen Geschäfte Stellung als Comptoirist, Lagerist oder Reisender. G fl. Off. snd Chiffre 8. 5035 an die Exped. dss. Bl. erb. ie Stelle eines Retrgionslrhrers, Vorbeters und Schochkts in hiesiger Gemeinde ist bis zum 15. Nov. l. I. zu besetzen. Fixum bei freier Wohnung und Heizung 500 Mk. Schechita und Nebenverdienst beträgt ca. 300 M. Nur vertieiralhete Bewerber wollen sich an Unterzeichnete Stelle melden. Borstand in Flonheim Rheinheffeu. (5039 Vorzügliche m-ro empfiehlt zu billig. Preisen A. J. Hofmann, Buchhdlg., Frankfurt a. M. P. S. Auswahlsendungen stehen gerne zu Diensten. (52s

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