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Der Israelit · 1894-09-13 · Heft 73 (13.9.1894) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 73 (13.9.1894)
Date
1894-09-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXV. Jahrgang. Erste Anlage;u M 73 -es „Israelis. Zeituugsuachrichteu nttb Correspondenzeu. Deutschland. Hall (Württemberg). trann my trat unser geehrter Lehrer, Herr Hühnlein um ersten male vor die n:rn unseres nD^n rra, um y* n^en pp vorzutragen; seine Anstellung erfolgte unter dem heute noch als Kirchenvorsteher thätigen Herrn Mano Reiß z. Waldhorn, der nun seit 32 Jahre im Kirchenvorstand-Amte sitzt. 25 Jahre sind seitdem in's Land gegangen und in dieser Zeit hat Herr Hühnlein innig verbunden mit seiner Gemeinde gelebt und Freud' und Leid mit ihr getheilt. Die Absicht, anläßlich der 25 jährigen Amtsdauer Herrn H. eine Ovation darzubringen, wurde den Gemeindemitgltedern unterbreitet und freudig ausgenommen; es wurde ein aus 4 Herren bestehendes Comiltz gewählt, das die Feier auf Mittwoch den 5. September abends 8 Uhr festsetzte und durch eine Notiz im redactionellen Theile der hier erscheinenden Zeitungen von der geplanten Festlichkeit Mttthetlung gemacht und bemerkt, daß Freunde und Bekannte des H. Hühnlein willkommen seien, von einer förmlichen Einladung jedoch Umgang genommen werde. Eine Stunde vor der officiellen Feier überreichte das Comite durch sein ältestes Mitglied, Herrn Kirchenrath Weil dem Herrn Jubilar in seinem Familienkreise ein passendes Geschenk mit einer kurzen Ansprache und dankte der Jubilar, sichtlich bewegt für diese Aufmerksamkeit. In dem hübsch decorirten Saale des Gasthofs z. goldenen Ritter versammelte sich nun eine sehransehnliche, aus allen Kreisen der Bevölkerung zusammengesetzte Gesellschaft, so daß der Saal die Thetlnehmer kaum fassen konnte. Der Vorsitzende, Kirchenvorsteher H. Herz begrüßte die Versammlung und betonte hauptsächlich, daß — gestützt auf das friedliche Zusammenleben der Confessionen — die jüd. Gemeinde es unternehmen konnte, die Feier zu einer öffentlichen und allgemeinen zu gestalten; daß sie in ihrer Voraussetzung sich nicht getäuscht habe, beweise die überaus zahlreiche Betheiligung. Im Anschluß hieran brachte Herr Oberamtspfleger und Gemeinderath Krumrey, als Stellvertreter des abwesenden Herrn Stadtvorstandes dem Herrn Jubilar die Glückwünsche der bürgerlichen Collegien dar und toastirte — Programmgemäß — auf seine Majestät unfern geliebten König Wilhelm, die von sämmtlichen Anwesenden stehend gesungene Königs-Hymne schloß sich hieran an. Die Festrede war Herrn Dr. med. Heimann übertragen, der in vollendeter Form die Leistungen des Herrn Jubilars anerkennend hervorhebend, das schöne Einvernehmen der Confessionen in unsrer Stadt streifte und mit einem begeistert aufgenommenen „Hoch" auf den Jubilar schloß. Herr Benni Wolfs, der beim Amtsantritt des Herrn Häbnlein die hiesige Religionsschule besuchte, sprach im Namen der Schüler dem Herrn Jubilar seinen und seiner Mitschüler Dank aus, für den bei ihm empfangenen Unterricht, betonend, Herr H. sei in seiner Schule streng aber gerecht gewesen. Redner verbreitete sich noch über die ungerechten Vorwürfe, die man heute den Juden mache und die sic nicht verdienen und gab gleichfalls seiner Freude über das schöne Verhältniß zwischen den Confessionen in unsrer Stadt Hall Ausdruck. Die im Programm vorgesehenen Toaste hatten hiermit ihren Abschluß gefunden; es sprachen nun die Herren: Lehrer Fahr, der in rührender Weise der isr. Gemeinde alle Anerkennung zollte, daß sie ihren Lehrer in solch' großartiger Weise ehre und könnten sich die anderen Confessionen daran ein Beispiel nehmen, ebenso Herr Oberlehrer Klingenstetn, es war ein nwn «rvrp im wahren Sinne des Wortes, wie diese Herren in ihren Reden für den confessionellen Frieden schwärmten und die allerorts herrschende judenfeindliche Strömung verdammten. Nachdem noch einige in schönen, theilweise mit Humor gewürzten Ansprachen ihren collegtaltschen Gefühlen Ausdruck verliehen hatten, sprach der redegewandte, Herr Redakteur Groh als Schriftführer des Gabelsberger Stenograsievereins, dessen Vorstand H.rr Hühnlein ist, und hob dessen große Verdienste um Hebung der Stenografie in 10 jähriger Thätigkeit in hiesiger Stadt anerkennend hervor; wollte man die Jünger Gabelsbergers, die Herr Hühnlein in diese Kunst eingeführt hat, zählen, so müsse man schon dreistellige Zahlen nehmen; aber nicht nur in engeren Kreisen unserer Stadt, sondern in ganz Württemberg, ja im ganzen deutschen Vaterlande sei der Name Hühnlein bei den Stenografen bekannt; nehme ja Hühnlein als Vorstand der Prüfungs-Cmmission für Lehrer eine hervorragende Stellung ein, Redner toastirte nicht auf den Jubilar, sondern auf den Stenografen Hühnlein. Endlich kam der Jubilar zum Wort: er wies all' diese Lobeserhebungen als zu weit gehend zurück,

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