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Der Israelit · 1894-09-03 · Heft 70 (3.9.1894) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 70 (3.9.1894)
Date
1894-09-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1316 GeschästSpropheten die Antwort nicht schuldig. DaS Schauspiel, diese Gesellschaft sich gegenseitig die Wahrheit sagen zu Horen, ist erhebend. Sie haben ja beide so recht.' Amerika. Aus Paraguay schreibt ein E. v. T. in einer Berliner antisemitischen Zeitung, daß es keine Juden dort gäbe m'L Ausnahme eines einzigen, der sich als Hamburger Bürger bekennt. — Während bei uns die Antisemiten sich an der Anwesenheit der Juden stoßen, zerbricht sich der genannte Berichterstatter den Kopf über die Frage: Warum qiebt es hier in Paraguay keine Juden? Die Antwort, die darauf erfolgt, ist in mancher Hinsicht lehrreich. „Paraguay befindet sich seit geraumer Zeit schon in eine finanziellen Nothlage, gegen welche die auch nicht gerade blühenden Finanzverhällnisse der anderen südamerikanischen Republiken immer noch golden genannt zu werden verdienen. Der Kurs des Goldes ist so hoch, daß es zu fast unerschwinglichen Preisen gekauft werden muß, und ein Sinken steht in absehbarer Zeit nicht zu erwart n, Handel und Wandel liegen durch die Steuermaßnahmen der Regierung, welche durch die ungünstige Finanzlage verursacht sind, gänzlich darnieder, und der einzige Handelszweig, welcher noch einen nennenswerthen Gewinn abwirft, der Handel mit Yerba, (Paraguay-Thee) befindet sich in festen Händen und ist fast monopolisirt. Es ist also hier zu Lande nichts zu holen, am allerwenigsten aber mühelos etwas zu verdienen, obwohl das Land an sich fruchtbar und ertragsfähig ist. Aber Plantagenbau und Viehzucht erfordern eigene harte und entbehrungsreiche Arbeit bei verhältnißmäßig geringem Gewinn, und das ist nicht Jedermanns Sache. Warum sie nicht auch nach Paraguay kommen, ist klar: Das Volk ist hier arm, es giebt nichts auszusaugen, das Wenige, was vorhanden ist, wird durch die eigenen Landsleute schon auSgebeutet." Daß es von den Juden dumm und schlecht ist, nicht eine transatlantische, verkrachte Rt publik aufzusuchen, um im Schweiße ihres Angesichts die Steuern dort zahlen zu helfen, liegt auf der Hand. Was uns an diesen Auseinandersctzunqen interrssirt, ist das Geständniß, daß die Juden Reinheit Paraguays nicht vor finanzieller Nothlage schützt. Das pflegt doch nach der antisemitischen Moral und Statistik ausschließliche Domäne der Juden zu sein. Und da erfährt man nun plötzlich, daß Arier das auch fertig bekommen. Einem solchen Staate sollten die Antisemiten, so lange sie noch Geld haben, beisprtngen, damit er erhalten bleibe und so die arische Vielseitigkeit zur Geltung und Würdigung komme. Ungünstige Finanzlage ohne Juden! Auf Monopole verstehen sie sich auch und die Ausbeutung besorgen sie in Ermangelung von Juden kber falls selber! Ist das nicht merkwürdig? Sollten die Ureinwohner von Paraguay nicht doch verkappte Juden sein?__ Briefkasten der Redactiou Leser des Israelit in Berlin. Wir machen Sie auf das Werk: Deutsche AntisemiteiuEhronik 1888—1891, eine Sammlung von Thatsachen zur Unterhaltung und Belthrnng für Jedermann, Zürich I. Schabelitz, aufmerksam. Briefkasten der Expedition. F. L. Betrag linpfangen (Cfo. 186). Die höchste Anerkennung der 1. Preis — Ehrenpreis und Staatsmedaille von Bremen — ist Mondamin Brown u. Polson auf der „Deutschnationalen Ausstellung in $tei", v. 4.—19. August, Anerkannt worden. Diese Draht-Nachricht geht uns soeben zu und nehmen wir Veranlassung, unsere verehrten Leser hiervon in Kenntniß zu setzen. Mondamin ist ein vollständig entöltes Maismehl, gewonnett aus den feinsten Bestandtheilrn des Mais durch ein patentirtes Verfahren der alleinigen Fabrikanten Brown u. Bolson, welche bekanntlich im vorigen Jahre ihr 50jähriges Jubiläum gefeiert haben- Mondamin eignet sich nicht nur zur Verdickung von Suppen, Saucen, Cacao rc., sondern ist, mit Milch gekocht, auch für Kinder und Kranke vorzüglich, da eS die Verdaulichkeit der Milch fordert — Mondamin verhindert daS Gerinnen der Milch im Magen. Mondamin-Flameries, Mondamin-Puddings, Mondamin-Rothe-Grütze, Modamin- Fruchtspeisen rc. erfreuen sich der größten Beliebtheit; auch als Mischung mit gewöhnlichen Mehlsorten, zu Sandtorten und feinem Gebäck, ist Mondamin sehr zu empfehlen, da es zur Verfeinerung des Geschmacks und zum Gelingen des Backens wesentlich beiträgt. Mondamin-Sandtorten hergestellt nach Rezept, wie auf den Packeten vorgedruckt, sind wirklich köstlich im Geschmack. Mit Recht ist Mondamin Brown und Polson im Haushalte unentbehrlich! Der Artikel ist verpackt in Vi u. */a Pfund engl, und zu haben in allen besseren Kolonial-, Delikateß- und Droguen-Handlungen. 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