Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 68 (27.8.1894)
- Date
- 1894-08-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1276 Juden handelt, nahezu constant abnimmt. Blicken wir nämlich auf dar Jahr 1881 zurück, so erkennen wir, daß damals die Juden noch mit 4,2 Percent an der Begehung von Verbrechen betheiligt waren, diese Zahl sank bis zum Jahre 1889 — aus diesem Jahre stammen die letzten ossiciellen Berichte — bis auf 3,5 Perceut, daher nahezu um ein ganzes Percent. Bei den Bekennern anderer Glaubensbekenntnisse, so namentlich den Katholiken und Protestanten, steigt diese Beiheiligung. Detaillirter als die österreichische ist die deutsche Criminalstatistik, die bis ins Jahr 1890 reicht; auch hier ist das Resultat für die Juden äußerst günstig. Daselbst entfallen: Auf 100,000 Katholiken. 1238 Verurtheilte „ 100,000 Evangelische.1038 „ 100,000 Christen anderer Glaubensbekenntnisse .1108 „ 100,000 Juden bloß. 867 WaS die einzelnen strafbaren Handlungen betrifft, so ist die Betheiligung der Juden auffallend schwach bei körperlicher Beschädigung und bei der in socialer Hinsticht gefährlichsten Handlung, bei dem Diebstahl; dafür ist die Betheiligung etwas stärker bei Ehrenbeleidigungen, Erpressung, Betrug und Urkundenfälschung, Diese Erscheinung, es sei unverhohlen ausgesprochen, ist nicht erfreulich, aber begreiflich, wenn wir insbesondere bezüglich des Betruges bedenken, daß dieses Verbrechen vorzugsweise in der Handelswelt vorkommt. Aber die Ziffern der Criminalstatistik geben noch nicht daS wahre Bild bezüglich des Verhaltens der Juden. Die österreichische und deutsche Criminalstatistik rechnet bloß mit Strafurtheilen, während sie sreisprechende Urtheile, nicht angezeigt und unverrathene Verbrechen der Erwägung entzieht, wenn auch die Strafhandlung begangen wurde. Wir halten dafür, daß die Juden sich weder der Zuneigung von Geschworenen noch von gelehrten Richtern erfreuen, daß auch Anzeigen ihnen nicht erlaffen werüen, wenn sie strafbare Handlungen begehen. Daraus ergiebt sich, daß die Statistik strafbarer Verbrechen, durchgeführt nach der wirklichen Zahl, für die Juden noch günstiger wäre. Dieses günstige Verhältniß berechtigt wohl nicht zu Stolz, aber diese unwiderleglichen Facten berechtigten zu entschiedener Abweisung von Vorwürfen, die den Juden so oft ins Anlitz geschleudert werden. Aus der Lehrerwett. Bornheim (Bez. Köln), 21. August. Beachtenswerth ist ein Artikel der Sonntags-Ausgabe der Köln. Ztg. über „die Stellung der Lehrer auf dem Lande", umso mehr beachtenswerth, als auch jüdische Gemeinden und jüdische Lehrer so denken und handeln sollten, wie es der Referent jenes Artikels ausführt. Er sagt ungefähr: „Der Zug vom Lande zur Stadt macht sich immermehr auch im Lchrerstande bemerkbar. Die Beweggründe sind meist praktische, da viele darnach streben im höheren Alter eine auskömmliche Einnahme zu haben und diese auf dem Lande nur kärglich ist. Es ist für das Land von Schaden, daß ihm durch den Wechsel der Lehrer gerade die tüchtigsten und fähigsten Leute entzogen werden. Denn mehr fast noch als die Stadt bedarf das Land geistig und sittlich hochstehender, die Bedeutung ihrer Arbeit erkennender, für ihr Amt begeisterter Lehrer, und es genügt keineswegs, daß nur solche Lehrer dem Lande erhalten bleiben, die aus irgend einem Grunde eine Anstellung in der Stadt nicht erlangen konnten. Die besten Lehrer gehören aber aufs Land, weil hier oas Arbeitsfeld ein viel Schwierigeres als in den städtischen Schulen ist, ferner aber auch, weil hier die Persönlichkeit des Lehrers von ausschlaggebender Bedeutung ist. Möchten nur die Gehaltsverhältnisse bald bessere werden und die maßgebenden Männer im Sraate und in der Gemeinde dieser überaus wichtigen Angelegenheit die ihr gebührende Aufmerksamkeit schenken!" S. Bachen heim er, Lehrer. ■r Di ir; e i ge »♦ Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. HetralyS Gesuch. Eu>hnralh bevor;. v. tücht. nicht unbem. reisend. Kausm. (Waarenagent) vorth. Aeuß., Mitte 3Oer. Gest. Off. m. Namen-, Altersu. VermögenSang. rc. sub 0. 0. 3710 anHaascnstein LBog ler, A.-G., Stuttgart. Verschwiegenheit Ehrensache. (211b Herraths-Gesuch. Für ein streng religiöses, junges Mädchen mit geringer Mitgift wird eine paffende Parthie gesucht, dieselbe ist im Kochen sehr erfahren und im Stande einer Fleischerei oder einer Restauration vorzustehen. Off. unter Chiffre E. R. 4604 an die Exped. dsS. Bl. erb. (süchtiger Kaufmann, Mitte -'V' der 20er Jahre alt, Inhaber eines großen Manufacrnr- Gefch. im Rheinland, wünscht sich zu verheirathen. Bermögende Damen, welche häuSlich, sowie religiös sind, wollen gest. ihr Bild, sowie näh. Angaben unter 8. 11. 4602 an die Exped. dss. Bl. einsenden. ooqgoaaooooooosoa Aitfige Gemeinde sucht für yp die bevorstehenden hohen Fewrtage einen Hülfsvorbeter. Meldungen mit Angabe des Honorars werden sofort erbeten. Bad Nauheim, 20. Aug. Der Vorstand: 1 4614) LouiS Rofeuthal. Die Religionslehrer, Vorsänger- und Ech ächtcrftelle Gberniireit Unterfranken) wird am l.Nov. a. c. vacant. Jährl. Ertrag ca. M. 1000— nebst freie Wohnung i«nd 50 M. Vergütung für Beheizung. Seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse schriftlich an deir Unterzeichneten wenden. Der Cultusvorstand: 4607) L. Loebenberger. H)erfecte israelitische Köchin zu Anfang September gesucht von D. Hirsch, Köln, Werthstraße 41, (4608 suchen zur selbstständigen |VÜ Führung eines bürgerlichen Hauöhatts eine tüchtige Köchin. Eichholz & Eo., 4615) Bremen. Lehrling Gesuch. Suche für mein Kurz , Galanterieu. Drechslerwaaren-Geschäsl eu gros per sof. ein. Lehrling mit gut. Schulbildung. Lnnburg a. L. Hermann Herz. (331a ^Gegen doppelte Sicherheit bezw. Bürgschaft wird gegen entsprechenden Gewinnantheil Kapital aufzunehmen gesucht. Gest. Offerten unt. Nr. 4618 an die Exp. d. Bl.