Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 67 (23.8.1894)
- Date
- 1894-08-23
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2448412-2448473--39162-2487300- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
134 Die Kolonisation Palästinas. -<C>*=a=«Ö^?^3=€=><C=*- Ackerbau in Palästina. (XIV. Fortsetzung.*) In der Geschichte der Kolonisation Palästinas durch Juden gezeichnet die Einführung des Weinbaues in den erwähnten Ansiedelungen einen hochbedeutsamen Wendepunkt. Plötzlich zeigten sich die vorhandenen Arbeitskräfte, die früher kaum genügende Verwerthung gefunden hatten, als unzureichend; wie geschäftig sich auch Aller Hände regten, sie waren der Arbeit, die es zu bewältigen galt, nicht gewachsen, und man musste die in der Nachbarstadt wohnenden Fellahs heranziehen, welche trotz der billigen Löhne dennoch 400 Fr cs. aus den jüdischen Kolonien heimtrugen. Da aber stellten sich bald andere Arbeitskräfte ein, die sich im Dienste der Sache besser verwerthen Hessen; es waren dies jene jungen Leute, die, wie erwähnt, trotz der Abmahnungen der „Zionsfreunde“, lediglich im Vertrauen auf die eigene geistige und körperliche Kraft in’s heilige Land ausgezogen waren. Sie meldeten sich nun zur Arbeit in den Plantagen und erhielten sie natürlich auch. Zwar bekamen sie einen höheren Lohn (1,50 Frcs. für den Tag), zwar fehlte es ihnen anfangs an dem nöthigen Geschick und an ausreichender Kraft, aber ihr Eifer ersetzte nicht nur alles dies, sondern Hess ihre Leistungen sogar denen jener Fellahs überlegen werden. Sie arbeiteten ja nicht bloss für ihr tägliches Brod, sondern auch für ihr Jdeal, für Zion. Das waren Arbeitskräfte, die sich selbst dirigirten, Tagelöhner, die keiner Aufsicht, keiner Kontrole bedurften, ein idealer Arbeiterstand, der selbstgedichtete Zionsliedtr sang. Auch palästinensische Juden, namentlich aus Saf ed, fanden sich zur Arbeit ein, und stellten ein stattliches Kontingent tüchtiger Arbeitskräfte für die Plantagen Sichron-Jaakob und Eosch-Pinah, ebenso wie für Jessod-Hamaalah, welches seit 1888 des gleichen Protectorates wie jene sich zu Alliance Israelite Universelle. Schulen und Lehrlingswerk. Konstantinopel. Die Alliance und die Schulen zu Konstantinopel haben durch das Ableben des Herrn Jules Dalem, Directors der Knabenschule zu Gal ata, der am 8. April erfreuen hatte. Gegenwärtig arbeiten auf diesen , Weinbergen etwa 2 0 0 jüdische Tagelöhner aus Sated allein. Vermöge der einsichtsvollen Leitung, welche den Kolonien von Seiten ihres Beschützers zu Theil wurde, konnte sich jenen Arbeitern allen auch die Aussicht auf dereinstige wirthschaftliche Selbstständigkeit erschliessen, es bot sich ihnen die Möglichkeit, den Grund und Boden, auf dem sie jetzt als Tagelöhner rüstig schafften, zum Eigenthum zu erwerben, und dies natürlich musste sie zu um so grösserem Eifer anspornen. Um dieses Versprechen erfüllbar zu machen, wurden in nächster Nähe jener Kolonien eine Anzahl Dörfer angelegt; hier konnten die tüchtigen Arbeiter, die sich durch Eifer und Geschicklichkeit ausgezeichnet hatten, mittels der ihnen gewährten Geldvorschüsse sich ankaufen, hier war auch Raum für die Heranwachsende Generation, die in der freien Gottesnatur, in ehrlicher, redlicher Arbeit gross werdend, einen gesunden, kernigen Stamm jüdischer Bauern darstellte. Diese neuen Anlagen, die Töchtei kolonien jener grossen Ansiedelungen, sind Dörfer von geringerem und grösserem Umfange, wie sie in der Nähe von Sichron Jaakob unter den Namen Schewa, Tantura, Em-el-Tut und Achos- Sichron-Jaakob entstanden sind. Daneben wurde die Kolonie Jessod-Hamaalah um 180, Rosch-Pinah um ca. 500, die Kolonie Ekron um 450 Hektar vergrößert In der Nähe von Rischon-Lezion entstand die Tochterkolonie Ajun -Kar ah mit 400 Hektar, und endlich wurde ca. 30 Kilometer von Jaffa entfernt die 630 Hektar umfassende Kolonie K astin je vom Protect or gegründet. (Fortsetzung folgt.) 1894, im 58. Lebensjahre starb, einen grossen Verlust erlitten. Herr Dalem war 38 Jahre Lehrer in Konstantinopel gewesen, und leitete seit 1875 die Schule zu Galata. Durch sein pädagogisches Wissen, seine Gewissenhaftigkeit und seinen gediegenen Charakter hatte er die allgemeine Achtung gewonnen und genoss in der Gemeinde grosses und gerechtfertigtes Ansehen. Seine ehemaligen Zöglinge hatten ihm grosse Liebe und Dankbarkeit bewahrt. Sein Name wird (* 8. Nr. 522.