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Der Israelit · 1894-08-23 · Heft 67 (23.8.1894) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 67 (23.8.1894)
Date
1894-08-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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lebens, in der Glückseligkeit, sondern in der Erhaltung und Förderung der leiblichen Gesundheit (S. 33.) Wie er bet der Darstellung der hygnienischen Einrichtungen und Bestrebungen der alten orientalischen Völker, der Inder, Perser und Egypter rein wissenschaftlich zu Werke geht und nach Vernunftsgründen urtheilt, so auch bei der Sozialhygiene der Juden. Aber dieses kritische Verfahren schützt den Verfasser vor dem Vorwurfe der Befangenheit der Partheiltchkeit und läßt die Resultate seiner Untersuchungen u. s. w. wichtiger und beachtenswerter erscheinen. Ihr jüdischen Männer, die ihr die biblischen Speise- und Mäßigkettsgesetze für längst antiquirt haltet und am liebsten an die christliche Table d'höte euch dränget; ihr Jünglinge, die ihr von Genuß zu Genuß eilet und im thörichten Leichtsinn Zeit und Kraft vergeudet; ihr jüdischen Frauen, die ihr jene strengen biblischen Vorschriften der ehelichen Reinheit und Keuschheit außer acht lasset und dadurch selber den Keim zu schweren Krankheiten oft leget; ihr Glaubensgenoffen, die ihr eure eigene Religion nicht zu schätzen und zu würdigen wisset, tretet heran und leset dieses Buch und lasset euch von dem christlichen Verfasser belehren, wie weise und zweckmäßig, wie zeitgemäß und wissenschaftlich begründet noch heute die Vorschriften und Einrichtungen eurer angestammten Religion sind. Es klingt ungemein hart, aber es ist dennoch ein wahres Wort, daß es oft erst der Belehrung und Ermahnung von Seiten Andersgläubiger bedarf, um so manche unter uns an ihre jüdischen Pflichten zu gemahnen. So möge denn dieses schöne, inhaltsreiche Buch von Dr. Nosstg recht viele Leser finden und in uns die Erkenntniß Hervorrufen und befestigen, daß das Gotteswort ewig jung und neu bleibt. Zeitungsnachrichten und Correspondenze«. Deutschland. Am Realgymnasium zu Erfurt sind jetzt Jugendbildner thätig, die aus ihrer antisemitischen Gesinnung kein Hehl machen. Der geistige Begründer und erste Lehrer dieser Anstalt war aber Professor Dr. E. S. Unger, ein Jude, dessen Verdienste die Stadt Erfurt mit folgendem vom 20. September 1860 datirten Ehrenbürgerbrief belohnt hat: „Sie haben, hochgeehrtester Herr Jubilar, in einem langen Leben voll eifrigen und gesegneten Forschens Ihren Namen mit Ehren in die Annalen der Wissenschaft eingetragen und haben zugleich, ja noch viel mehr ein vorzügliches Geschick darin bewiesen den Resultaten des reinen Denkens durch ihre Verwendung zum Lösen von tiefgeingreife«- den Fragen des Lebens Durchsichtigkeit des Ausdruckes ebenso wie Reichthum des Inhaltes zu geben. Wenn Ihnen darum ganz Deutschland als Gelehrten, unser Vaterland im Besonder« als Lehrer seiner Lehrer, den gerechten Dank nicht vorenthalten kann, wenn Wkttwen und Waisen in vielen Gauen Preußens die Hilfe zur Milderung ihres Loses Ihnen nachrühmen müssen, in wie viel höherem Grade hat der nächste Kreis für Ihre ununterbrochen angestrengte Arbeit, unsere Stadt, die Pflicht, Ihnen Achtung und Liebe zu zollen! Wir verehren in Ihnen den letzten Docenten unserer früheren Universität und damit einen der tüchtigsten Repräsentanten des Geistes, der in der wissenschaftlichen Bildung die Weihe des Lebens findet — unsere Schulen verdanken Ihnen unmittelbar oder mittelbar einen großen Aufschwung, ja die eine Ihrem Voranschreiten das Entstehen, viele unserer öffentlichen und privaten Verwaltungsinftitute haben sich Ihres durchdachten Rathes oder Ihres wirksamen Eingreifens erfreut, alle Bürger haben an Ihrer Treue in der Erfüllung der Berufspflichten, an der Uneigennützigkeit Ihres Handelns, an Ihrer liebenswürdigen Bescheidenheit im Umgänge ein Muster gehabt. Weil wir wissen, daß die Bürgerschaft von diesem Bewußtsein erfüllt ist, und weil wir es als eine unserer schönsten Pflichten erkennen, einem solchen Bewußtsein Ausdruck zu geben, ernennen wir. Magistrat und Stadtverordnete, Sie, als den Bürger, der unserer Stadt seit fünfzig Jahren Ehren gebracht und mit Gottes Beistand noch lange bringen wird, an Ihrem heutigen Jubeltage zum Ehrenbürger von Erfurt." Glogau, 18. August. Die alte Synagoge auf der Bailftraße ist für 23 000 Mark an den Prediger der Wesleyanischen Methodistenkirche Herrn E. Glotz hier verkauft worden. Commentar überflüssig. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Das Reichs-Krtegsministerium hat den Stiftsbrief über die von Natbaniel Freiherrn v. Rothschild gegründete Stiftung für invalide Officiere ausgefertigt und derselbe wird heute im Armee-Verordnungsblatte veröffentlicht. Wir entnehmen demselben folgende Bestimmungen: Herr Nathaniel Freiherr v. Rothschild, Herrschaftsbesitzer in Wien, hat in Folge a. h. Genehmigung mit der Sttftungs- und Schenkungsurkunde ddo. Wien 1. Juni 1894 die ihm eigenthümliche Besitzung sammt Grundstücken in Hinterletthen nächst Reichenau in Niederösterreich, ferner ein Kapital von 800,000 Kronen in vterpercentigen österreichischen Kronenrente-Obligationen, unwiderruflich auf den Todesfall, und ein Kapital von 500,000 Kronen in vierpercentigen österreichischen Kronenrent-Obligationen als eine Schenkung unter Lebenden zu

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