Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 61 (2.8.1894)
- Date
- 1894-08-02
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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H. 8. in A. 4 M. Jcheuhause». Durch Seligmann Koschland 20 M., wobei 18 M. u^2°Sammlung bei Herrn Leopold Kohn in Kempten. J. L. in 8. 4 M. Illingen. Durch Vorstand A. S. Levy 5 M. Lesse». Aus R. I 4 M. L. A. M. in K. 3 M. Lobsens. Durch W. Alexander 5 M. Magdeburg. A. Geis 3 M. Meseritz. Durch Prediger I. Romm 4 M. M. 8. in B. 5 M. Neustadt a. H. Frau Koppel 4 M. Die Kolonisation Palästina’s. Ackerbau in Palästina. (XIII. Fortsetzung.*) --1 ♦- - I I Diese aber können wir wie folgt präcisiren: Sind die Juden fähig, in einer in Palästina errichteten und mit dem zum Betriebe der Landwirtschaft erforderlichen Material ausgerüsteten Kolonie sich durch Ackerbau selbstständig zu ernähren? Ein Experiment nach dieser Richtung hin sollte eben nach der Absicht ihres Schöpfers die Kolonie E k r o n darstellen, Es wurde für sechzehn arme jüdische Familien aus Rusch an i, Gouvernement Grodno, welche schon in Russland sich mit dem Ackerbau beschäftigt hatten, eine Fläche von 260 Hektar vorzüglichen Getreidebodens, der Hektar zu 147 Mark, angekauft; hier errichtete man für sie eine Kolonie, die man alsbald mit allem Erforderlichen ausstattete, — es war das erste, planvoll angelegte jüdische Dorf in Palästina. Und welches war der Erfolg? Nun, er unterschied sich zu seinem Vortheil ebenso von dem Verlauf, den die übrigen Gründungen nahmen, wie seine Vorbereitung sich von dem übrigen Ansiedelungsverfahren auszeichnete, er unterschied sich auch vortheilhaft von den Kolonien in A m e r i k a. Die Kolonisten in E k r o n blieben in ihrem Dorfe, wurden sesshaft, arbeiteten mit vollem Fleisse unter Einsetzung ihrer ganzen Kraft und Energie, und waren schon im Jahre 1886 so weit, dass sie aller und jeder Unterstützung entrathen konnten. Warum aber erzielten die übrigen drei Kolonien, obwohl sie doch desselben Protectorates sich erfreuten, nicht ein gleich günstiges Resultat? Welches waren die Gründe, die Rosch- Pinah,Rischon-Lezion und Sichron-Jaak o b hinderten, sich in gleicher Weise zu entfalten, wie ihre Schwestergründung? Sicher hätten auch diese Schöpfungen hochherzigen Wohlthätigkeitssinnes jenen Grad von wirtschaftlicher Selbstständigkeit erreicht, wenn sich dort nicht durch die Verhältnisse selbst die Jdee aufgedrängt hätte, eine Aenderung in der Bestellung des Bodens *) 8. Nr. 520. einzuführen, und anstatt wie bisher Getreide, nun Wein anzubauen. Die Anregung zu dieser Neuerung, welche allerdings die Entwickelung der Kolonien um viele Jahre verzögern musste, ging von Rischon-Lezion aus. Der Boden dieser Kolonien war, wie wir bereits in einem anderen Zusammenhänge ausführten, ein für den Anbau von Getreide nur wenig geeigneter, andererseits sah man doch bald, dass die benachbarten württemberger Templer, deren Besitzung gleich der unserer Kolonisten, ein von Hügeln reich besetztes Terrain war, dieses zu blühenden Weinbergen umgeschaffen hatten. Auch die Templer hatten ursprünglich, und zwar mit gutem Erfolge, Korn gebaut und waren trotzdem zur Rebencultur übergegangen; was lag also näher, als ihrem Beispiele und zugleich auch ihrem Rathe zu folgen? Mit fieberhaftem Eifer ging man an’s Werk, neuer Muth belebte die jungen Landwirthe, deren erste Versuche mit dem Getreidebau so wenig vom Glücke begünstigt gewesen waren; man pflanzte arabische, französische und amerikanische Reben, rastlos arbeitete man fünf Jahre lang und sah in der That das fleissige Werk vom besten Erfolge gekrönt. Aus der öden Wüstenei des Dorfes Aj u n - K a r u h war eine blühende Plantage, die jüdische Kolonie Ri scho n-L e z i o n entstanden, auf welcher man mehr als 1,200,000 Reben und 20 0,0 0 0 Mandelbäume zählte. Wie hätte dies glänzende Beispiel nicht auch die anderen Kolonien anlocken sollen, zumal man ia hoffen durfte, dass der Uebergang zur Weincultur den Zuzug weiterer Kolonisten erleichtern würde. Alles sprach für einen solchen Wechsel in der Art der Bebauung, es sprach dafür das ganze Naturell des jüdischen Landwirthes, der sich an die Monotonie des Ackerbaues nur schwer gewöhnen kann, der aber beim Weinbau mit seinen wechselnden, zahlreichen Anforderungen auch Beschäftigung und Befriedigung für den regsamen Geist findet; es sprach dafür das Ver-