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Der Israelit · 1894-08-02 · Heft 61 (2.8.1894) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 61 (2.8.1894)
Date
1894-08-02
Page
– (sequence 19)
Language
German
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1145 Tluste. Wir erhalten folgenden Aufruf: Wie es Ihnen aus den öffentlichen Zeitungen gewiß bekannt ist, grassirt im Zaleszczyker Bezirke, wozu unser armes Städtchen Tluste gehört, die Choleraepedemie und rafft dieselbe (zumeist cholera asiatica) täglich zahlreiche Opfer weg. Das Städtchen Tluste mit einer vorherrschenden jüd. Bevölkerung von über 3000 Seelen, auch sonst arm und einzig auf den Zwischenhandel m>t Rohproducten angewiesen, ist durch dieses Unglück, welches dasselbe heimgesucht hat, mit dem größten Theile seiner Einwohnerschaft, der größten Noth, dem tiefsten Elende und der schrecklichsten Verzweiflung preisgegeben. In Folge der immermehr um sich greifenden Choleraepidemie, wurde unser Ort seitens der Hohen Behörde laut Publication in der Neuen Freien Presse seitens des Hohen k. k. Ministeriums des Innern als Seuchenherd erklärt. Demzufolge wurden die umfassendsten Ausfuhrverbote angeordnet, die Wochenmärkte, welche bis nun die vornehmste, ja einzige Einnahmsguelle der Einwohnerschaft bildeten, auf unbestimmte Zeit geschlossen, ja svgar das Schlachthaus gesperrt. In Folge dieser gewiß nur zu billigenden behördlichen Verfügungen und prophylacktischen Maßregeln, sieht sich der größte Theil der Einwohnerschaft dieses Städtchens, der einzigen Einnahmsquelle entäußert und in der ganzen Stadt sieht man vor Kummer, Schreck und Entbehrung mit Todesblässe bedeckte Gesichter und vor Entkräftung und Schwäche zitternde und taumelnde Gestalten unsicher in der großen hier herrschenden Sonnengluth sich herumschlepp-n- In dieser allgemeinen Noth und großen Bedrängniß sieht sich die Einwohnerschaft der Stadt derzeit vergebens nach irgend welcher Rettung und Hilfe um. Die wenigen besser situirten Einwohner der Stadt, die gerne nach Möglichkeit helfen wollten, sind bereits in ihren schwachen Kräften erschöpft. Ter intellegentere Theil der Stadt hat sich nun zu einem Rettungs- und Unterstützungs - Comite constituirt zu dem Zwecke, die nöthigen Mittel aufzutreiben, die geeignet wären, so viele Hunderte ja tausende Personen vor Noth, Hunger, Veizweiflung, ja sogar vor dem wahrscheinlichen Tode zu schützen. Da aus eigenen Kräften nicht mehr die erforderlichen Mitteln aufgetrieben werden können, indem auch die Gemeinde- und Cultuscasse bereits aller Fonde entblößt ist, so hat das gefertigte Comite beschlossen, an die allgemein bekannte und gerühmte jüdische Mildthätigkeit und Mildherzigkeit zu appelliren. Juden! Brüder! Glaubensgenossen! Die Noth ist hier unendlich groß, das Elend nicht zu beschreiben, darum rettet! helfet! und zwar rasch bevor es zu spät ist. Die Juden haben sich stets in ihrer Bedrängniß groß gezeigt. Wollen Sie auch jetzt, werthe Brüder und Glaubens genoffen Ihren armen von Unglück verfolgten und von der Epidemie heimgesuchten Mitbrüdern helfend unter die Arme greifen; wollen Sie uns irgend welche Mittel einsenden, damit wir die armen, kranken und gebrochenen Gestalten vor Verzweiflung, Hunger und vor Kräfteverfall schützen. Die Beträge, die Eure Mildthätigkeit uns sicher zuwenden wird, werden gewiß hunderte von Familien am Leben erhalten und vor dem Bettelstab schützen und Eure edle Handlungsweise wird Euere Mitbrüder zum ewigen Danke veranlassen. Zeigt, Glaubensgenossen, daß Euch das Schicksal Eurer Brüder auch im entferntesten Osten des Reiches angeht und schickt gütigst Unterstützungsbeiträge und Spenden zu Händen unseres Präsidenten, Herrn Dr. Marek Kronik, Landes- und Gerichts-Advokaten in Tluste ein. Indem wir um die thunlichst rascheste Beschleunigung und Erledigung unserer ergebenen Bitte höflichst ansuchen, zeichnen wir Euere Mitbrüder und Glaubensgenossen, hochachtungsvoll für das Comite: Dr. Marek Kronik, Landes¬ und Gerichts-Advokat, Abraham Wolf Brecher, Präsidenten. Chaim Langenholz, Kassirer. Nathan Samuel Wolfram, Elo Platzker, Controlore. Jsak Platzker senior, Kasriel Streusand, Ausschußmänner. Elias Biener, k. k. Steueramtsadjunkt, Schriftführer. Wiesbaden 1ED § * x $ X X xxxxxxxxxxxxxxxxx Altrenommirtes Hotel und Restaurant 2720) „Zum Badischen Hof“, ifl der Nähe des Kochbrnnnens and des Kurhauses. Besitzer: H. Hrrschbergrr. Referenz: Sr.Khrw. Herr Dr. Kahn, Rab. daselbst. Neubau sämmtlicher Lokalitäten mit modernsten Einrichtungen. Besonders zur Abhaltung von Hochzeiten und Festlichkeiten geeignet. Möblirte Zimmer mit ganzer Pension zu billigen Preisen. 7 Nerostraße 7. J. G. Eberhardt, Speyer a. Rhein. Königl. Bayer. & Grossh. Bad. Hoflieferant. 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