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Der Israelit · 1894-08-02 · Heft 61 (2.8.1894) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 61 (2.8.1894)
Date
1894-08-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1136 auch dieser soll nunmeür nach einer Meldung der „Deutschen Wacht", zu der Ueberzeugung gekommen sein, daß Herrn V. H. Welker „ein ehrenrühriges Vorgehen nicht vorzuwerfen sei." Eschwege, 26. Juli. Ein harter Schlag hat unsere Gemeinde getroffen. Unser geliebter Kreisrabbiner, Herr Ph. Goldmann b"x weilt, wie Sie bereits berichtet, nicht mehr in unserer Mitte. Wir verlieren in Herrn Goldmann einen großen Gelehrten und bewanderten Schriftkundigen. Das Thorastudium hatte er sich schon in seiner Jugendzeit, wo er die .tte» zu Gelnhausen längere Zeit besuchte, zur Aufgabe gestellt; im Thorastudium ist er zu einem 86jährigen, ehrwürdigen Manne ergraut. Bis zu seinem letzten Atemzuge befolgte er getreu die Worte nWi DDr "a mm. Stets war er als treuer Hirte für das Wohl seiner Gemeinde bedacht, in welcher er segensreich 63 Jahre rastlos thättg war. Sein Hauptwirken bestand in der Aufrechthaltung des Friedens. Wie oft hat er uns zugerufeu: „-jiöd fjnV nanw," Kinder liebet euch. Daß der Dahingeschiedene sich diese Worte zur Devise nahm, zeigte uns feine Freundlichkeit und Gefälligkeit gegen Jedermann. Ueberall stand er, wo es galt, mit Rath und That bet, was ihn auch bei allen sehr beliebt machte. Seine allgemeine Beliebtheit und Hochachtung zeigte sich aber vor allem bei seiner Beerdigung. Von nah und fern hatte sich eine stattliche Theilnehmerzahl eingefunden, um dem Geehrten die letzte Ehre zu erweisen. Die Spitzen der Stadt Eschwege, die Geistlichkeit. der Landrath, der Bürgermeister, der verehr!. Stadtgemeinderath in eorxore und die Vertreter aller Stände in unserer Bürgerschaft waren bei dem feierlichen Trauerakte zugegen. Nachdem sich die Trauerversammlung in der Synagoge versammelt hatte, setzte sich der große Zug nach dem Friedhofe der israelitischen Gemeinde in Bewegung. Am Grabe des Verblichenen hielt Herr Seminardirektor Dr. Stein aus Kassel eine längere Rede, in welcher er die Verdienste des ehrwürdigen ManneS betonte. Auch Herr Lehrer Verthan rief dem Verstorbenen mit wahrhaft ergreifenden Worten zu: "jV' Ziehe in Frieden. M. L. Oester r.-U nga r.^M o n a r ch i e. Ketzthely am Plattensee, 26. Juli. Unser Gutsbesitzer, Graf Tassilo Festetics hat unserer Cultusgemeinde den Grund, auf dem die hiesige Synagoge und die Wohnung des Rabbiners erbaut sind, in Anbetracht der Treue, welche die Juden hier seinem Hause stets entgegengebracht, zum Geschenke gemacht. Dieser Grund war bis jetzt nur pachtweise der Gemeinde überlassen. Eine Deputation hat dem Grafen den Dank der Gemeinde überbracht. ■¥• Vermischtes. <4- Mosbach, 30. Juli. Es ist eine Trauerbotschaft, die ich Ihnen heute zu berichten habe. Sonntag Dru’D 'D 'n dv verschied nach langem Krankenlager Herr MoseS Eisemann, und heute Nachmittag 5 Uhr fand die Beerdigung statt. Zu derselben hatte sich eine große Zahl von Leidtragenden von Nah und Fern eingefunden. In welch großer Beliebtheit der Verstorbene bei seinen Mitmenschen7stand, geht schon daraus hervor, daß viele seiner christlichen Mitbürger ihm das letzte Geleite gaben. Galt es doch dem Manne, der nicht nur durch seine Einfachheit und Bescheidenheit, sondern auch durch seine rp’OJH nn’Dn DHDn allen voran glänzte. Er hat ein Alter von über 70 Jahren erreicht- Mit Liebe ging er an Seite seiner ebenso treuen Gattin fast 50 Jahre durch's Leben und hat die Freude gehabt, daß alle seine Kinder gut versorgt und zu echten DHin’ herangewachsen. Vor dem Trauerhause ergriff ein Enkel der Verewigten, Herr stud. jihil. Gerson Hanauer das Wort und schilderte in gewählten Worten das schöne Leben unseres verstorbenen Bruders. Am Grabe sprach sodann der Stellvertreter unseres Rabbiners, Herr Dr. Eschelbacher aus Bruchsal in kurzen und würdigen Worten. Mögen die trauernden Hinterbliebenen ihre ganze Liebe mit die verbliebene Gattin concentriren, so wird dies der schönste Dank sein, den abzustatten sie ihrem verstorbenen Angehörigen schuldig sind, rOnmn I. L. Wien. Die „deutsche Zeitung" ist in den Besitzstand der deutsch-national-antisemitischen Partei übergegangen. Somit beläuft sich die Anzahl der in Wien erscheinenden Tagesblätter, welche die systematische Verfolgung der Juden als politisches Progamm auf ihr Panier geschrieben haben, auf volle fünf. Eine bedauerliche Thatsache, die einfach constatirt werden muß. Noch vor wenigen Jahren hätte man es für ganz außerhalb des Bereiches aller Möglichkeit liegend gehalten, daß in Wien fünf täglich erscheinende, antiliberale Zeitungen ihr Lesepublicum fänden. Bercelli» 16. Juli. Der kürzlich verstorbene nichtjüdische Commendatore Luigie Ouagliottt hat 35,000 Lire für das hiesige israelitische Krankenhaus hinterlassen. Testaments- Vollstrecker ist der Erzbischof von Vercelli. Smyrna. Wir entnehmen dem ..Courier de Smyrne“ vom 23. Juni, daß vier wackere Israeliten, die Feuerwehrmänner Jsac Danon, Samuel Speranza und noch zwei andere nicht namentlich angeführte Glaubensgenoffen, sich anläßlich der letzten großen Brände außerordentlich tapfer und todesmutbig benommen und die Rettung von Menschenleben mit eigener Gefahr bewerkstelligt haben. Der Gouverneur Vali berief sie vor die Front, belobte in längerer Ansprache die Wackeren und heftete ihnen die vom Sultan verliehenen Ehrenzeichen an die Brnst. Briefkasten der Redaetion. Die Nummer 59 unseres Blattes brachte einen Bericht über die Rabbinerangelegenheit in Oberehnheim. Wir erklären hiermit, daß der dortige Lehrer, auf den die Unterschrift Bl. hinzudeuten scheint, mit dem erwähnten Artikel durchaus nichts zu thun hat. Unsere heutige Nummer enthält eine Annonce von I. Kaufsmann, Frankfurt a. M., worin derselbe das Erscheinen einer neuen Ausgabe von A. Baer's rDDH ankündigt. W r machen besonders darauf aufmerksam, daß dieses für den Cantor sehr wichtige Werk nur bis zum 15. September c. zu dem .billigen Subscriptionspreise von M. 18 — fl. 11 erhältlich ist.

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