Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 59 (26.7.1894)
- Date
- 1894-07-26
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1108 schäften. Als Parlamentarier stand er bis vor Kurzem an der Seite di Rudrni's, von dem er sich wegen dessen Opposition trennte. Romanin-Jacur ist Jude. Marktbreit a. M. Sämmtliche 14 Schüler des obersten Kurses der städtischen Real- und Handelsschule (Pensionat) dahier haben die Absolutarialprüfung bestanden. Für den folgende» Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Lebensversicherungs-Gesellschaft )u Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegr. 1830 (atte Leipziger). Es sind vom 1. Januar bis Ende Juni 1894 3177 Versicherungen über 22,904,300 M. beantragt worden, 228 Versicherungen über 2,101,100 M. mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Als gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 382 Mitglieder, die mit 2,379,500 M versichert waren. Der BersicherungSbestand stellte sich Ende Juni 1894 auf 60,300 Personen mit 418 Millionen M. Versicherungssumme. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüsie den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42"/^ der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Versicherungen außerdem 1*/, %> der Summe der gezahlten Zusatzprämien, was mit Rücksicht auf anderweite Auslassungen über diesen Punkt hier ausdrücklich hervorgehoben werden mag. Würde eine Dividende aus die Zusatzprämie nicht gezahlt, so wäre der Dividendensatz auf die ordentliche Jahresprämie noch wesentlich höher als 42(,/n. _ — Ein eigenartiges publizistisch bedeutsames Unternehmen ist in Lübeck ins Leben getreten. In dem „Allg. Anzeiger für deutsche Zeitungs-Redaktionen u. Expeditionen" ist dort ein Anzeigenblatt begründet, welches die engste Verbindung aller reichsdeutschen Zeitungen untereinander, mit der Schriftstellerwelt, den geschäftlichen Lieferanten für Zeitungen, sowie mit allen Denen anbahnt, welche sich der Presse (in ihrer Gesammtheit) bedienen wollen. Wer sich also in irgend einer Angelegenheit, sei es in Angebot, Nachfrage, Mittheilung oder Aufruf mit der gefammten reichsdeutschen Presse in Verbindung setzen will, der kann das nunmehr, unter bedeutender Erfparniß für Cirkulardruck und Porto, indem er sich an den „Allgem- Anzeiger für deutsche Zeitungs- Redaktionen und Expeditionen" in Lübeck, Mengstraße, 4 wendet. (Bon der galizischen Landesausstellung.) ES ist wohl erfreulich constatiren zu können, daß unsere Glaubensgenossen bei der Betheiligung an dieser wahrhaft glänzend ausgefallenen Landesausstellung nicht zurückgeblieben sind, vielmehr bedeutende Fortschritte auf den culturellen und technischen Gebieten auszuweisen haben. Von den Buchdruckereien unserer galizischen Glaubensgenossen ist aber nur eine einzige bei der Landesausstellung vertreten, u. z. bieder wohlbekannten Firma A. H. Zupnik inDrohobycz. Im Zeitungspavillon, links des Eingangsthores gelegen, befindet sich ein von dieser Firma ausgestellter schon geschnitzter Schrank, in welchem künstlich ausgeführte Druck,orten zu sehen sind. Den Glanzpunkt bildet das in dieser Buchdcuckerei gedruckte Bild Sr. Majestät des Kaisers, welches auf einem prächtigen Untergründe, umgeben von einem in den galizischen Landesfarben gedruckten Rahmen, wahrhaft Bewunderung erregt; in diesem'Rahmen sind a„ch die 3 Wappen: Galizien, Lemberg, Drohobycz, zu sehen, ferner Arabesken, grüne Lorbeerblätter auch die Volkshymne ist darin abgedruckt. Das BemerkenSwerthe dabei ist, daß die Clichöes hiezu in dieser Buchdruckerei auf Tonplatten selbst hergestellt wurden, welches als großer Fortschritt der Zeit zu verzeichnen und von einer Provinz-Buchdruckerei insbesondere anerkennend hervorzuheben ist. Als sechster Band des dritten Jahrgangs der Veröffentlichungen des „Vereins der Bücherfreunde, Berlin" erschien soeben: Die Geisterseher, humoristischer Roman von Fritz Mauthner. 300 Seiten in 8°. Einzelpreis geheftet Mk. 4.—, gebunden Mk. 4.75. Fritz Mauthner hat jahrelang das öffentliche und das geheime Treiben der Berliner Spiritistengemeinden studirt, und sein Roman „Die Geisterseher" ist die Frucht dieser Studien. Der Fülle der komischen Gestalten, welche dem Beobachter dieser Konventikel entgegentreten, war gar nicht anders beizukommen; als durch eine fast burleske Behandlung. Wir lernen sie nacheinander kennen: das Medium aus Geldgier, das Medium aus Uebermuth, die Gläubigen aus Dummheit und die Gläubigen aus den Kreisen der Halbbildung. Wenn die Thorheiten der Spiritisten durch Gelächter zu heilen wären, sie müßten durch Mauthners Roman geheilt werden. Aber Fritz Mauthner begnügt sich auch dieses Mal nicht, einen komischen Stoff bloS von seiner heiteren Seite zu nehmen. Sehr ernst steht die Heldin des Romans zwischen ihrem Vater, einem überzeugten Spiritisten, und ihrem Geliebten, einem kraffen Materialisten; in ihr, die ohne jeden Aberglauben sich den Glauben an etwas Uebersinnliches bewahrt hat, scheint der Verfaffer zu den tieferen Gedanken der echten Geisterseher Stellung zu nehmen. Der kraffe Materialismus scheitert am Ende ebenso wie der Spiritismus, und mitten in der lustigen Verzweiflung beider siegt mit ergreifender Natürlichkeit die Liebe. Auch dieses jüngste Erzeugniß des Mauthnerschen Geistes wird gewiß wieder sich der größten Beliebtheit erfreuen. Ueber den „Verein der Bücherfreunde" selbst ertheilt jede Buchhandlung, sowie die Geschäftsleitung, Verlagsbuchhandlung Schall & Grund, Berlin W. 62, Kurfürstenstr. 128 jederzeit gern Auskunft. Mrrzeigerr. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. S'H'WO'H' »c&we* v&cAitt>zxtc ITcifetcfrezätfu ShxuvsÄfywtX a. 9TC. eKwtbuz- «j. sss ‘M4U&- 991g«t«c SiiAtumj. 12)3 Hotel Land^kron, Bad IVeuenalir. 12)3 Wwe. G. B o r g, Besitzer. 3563) Prospecte des Bades gratis und franco. Referenzen deS In- und Auslandes zu Diensten.