Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 58 (23.7.1894)
- Date
- 1894-07-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 58. ' V"-’ 7tsv ' -y,,y j? j.v > XXXV, Jahrgang. Der Israelit. Ein Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 2». Juli S«S4 (1894). Leitender Artikel. Die Wahrhaftigkeit und die Ethik des Judenthums. Von Rabb. Heinrich Galandauer in Soborten (Böhmen). II. Weßhalb ist unser Nationalhetligthum und Jerusalem zerstört worden? Weil die Männer der Wahrhaftigkeit aufgehört haben zu existiren (Sabbat 117d) i). Die Wahrhaftigkeit in der Gesinnung läßt sich nicht contrelliren, nicht überwachen, nicht einmal so leicht erkennen; wer kann wissen, wie es der Andere im Herzen meint, ob gut oder aufrichtig oder schlecht und falsch. Es ist die Wahrhaftigkeit Sache des tiefsten innersten Gemüthes, die kein anderer schauen und prüfen kann als Gott allein und darum wird jedesmal in der heiligen Schrift, wo es sich um eine Sacke der Gewissenhaftigkeit handelt, gewarnt: „ehrfürchte deinen Gott". (Raschi Leviticus 19, V. 14, z. St.) -). Wenn dem Gottesvolke geboten wird, daß es sich heiligen und geheiliget sein soll, so ist damit nicht gemeint, daß es ein ascetischcs, abgesondertes, freudenloses und weltverachtendes Leben führe, sondern heilig und wahr soll es sein in Gesinnung, Denken und Fühlen; das ist wahre Heiligung im jüdischen Sinne. Bei Rabbi M«ir galt folgender Grundsatz als die Lebensanschauung jedes wahrhaft gottesfürchtigen Menschen: Set bestrebt mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele zu erforschen die Wege der Wahrheit, bewahre deine Zunge vor Falschheit, deine Lippen vor Trug, bewahre deinen Mund vor jeglicher Sünde, reinige und heilige dein Wesen vor mx n:22 :pD2ttf 7’3eq x3x dwv nnnn x3 (i (3"y , *"’p 737) . nj2x 77737 *w px: i7emj?7 o~x 7E' n73 71027 737 73 (2 '"Kn) 7p3x2 7X7': n 72x: x"' cx i7jn jn ex n 7i7'32 . (2"’ X7p7 Schuld und Frevel, und Gott der Herr wird zu jeder Zeit mit dir sein. (Berachoth 16 d)^. In unserem täglichen Morgengebete, ehe der Mensch an sein Tagewerk geht, das dem Juden durchaus nicht leicht gemacht wird, spricht jeder Jsraelite die ernsten Worte wie ermahnend sich zu: „Sei stets gottesfürchtig im Verborgenen, bekenne die Wahrheit und sei wahrhaftig im Innersten deines Herzens", und mit ähnlichen Worten schließt er wieder täglich sein Gebet, indem er spricht: „Mein Gott! Bewahre meine Zunge vor Falsch und meine Lchpen vor Trug, mit stiller Ergebenheit will ich Schmähungen ertragen und meine Demuth allen gegenüber bekunden"; ein dem oben citirten Grundsatz des Rabbi M^ir ähnlicher Ausspruch. Unsere Lehre gebietet: Und du sollst lieben den Ewigen, deinen Gott, das heißt, der heilige Name Gottes soll durch dein Thun und Handeln geheiligt und geliebt werden unter den Menschen, dein Verkehr mit deinem Nächsten sei aufrichtig und ehrlich, wahrhaftig und gewissenhaft. Von einem solchen Menschen sagt jeder: Heil und wohl dem Manne, der die Gotteslehre, in der er geforscht und gelernt, sich zum Lebensprinztp gemacht Hit (Joma 86).4) Das Gebot: was dein Mund ausspricht, sollst du halten, erklärt der Talmud als ein für jeden Israeliten bindendes Gesetz (Rosch-Haschanah 6)*), wer es genau beobachtet, hat sich nicht nur um seine Person Verdienste erworben, sondern um die große Gesammtheit, weil Gott nur seinen befruch- "ETJ 733: "337 s33 712.: 7'X2 '77 7’2103 X3.172 (3 jno "::»3 ny: cv ov ’7in77 sy 7:prc7i n-n nx njn7 ■psy KHpi 772* X27 732 73 712E> , 71272 7372 77-3K': (3>* ,72 DD73) •n.y’K'* 733 “2>? 7’7X 2X1 pj/i HDE'X 722 "j"' by 37X72 O'OE' OE' N7’E* : “]'p3x '7 7X 737X1 (4 1’7J/ C'72'X 772X3 J721 XE'21 7XJ pW2 272: :7p2 X7*E' ~7 X2V) 7717 727K' 2:7-3 '7K'X 71Ü2 :; U"3 0*737) ,712K'7 77-3K' XÖ12;J37 27 (5 .(': r]7 73107 K'X7) 7E'y