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Der Israelit · 1894-07-19 · Heft 57 (19.7.1894) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 57 (19.7.1894)
Date
1894-07-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXV. Jahrgang. M 57 Der Israelit. Ein Aentrat-Hrgan für das orlHodore Iudentßurn. Begründet von Vr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 19. 3tili 5654 (1894). Leitender Artikel. Sprüche der Wäter. Fünftes Buch. XXII. Mainz, den 18. Juli, nmy by ,m» mnj* H3iy by nb^yb «3 .prm nDQtrn D'cn ro'Qff „Verbannung kommt in die Welt für Götzendienst. Geschlechtsverbrechen, Blutvergießen undVerletzung derBrachjahr-Pf icht." Der Gegenstand des uns heute zur Betrachtung vorliegenden Bäterspruches greift, wie vielleicht kein zweiter in unsere vitalsten Interessen ein. Er berührt, nein, er behandelt und löst die Frage, die heute aus allen Lippen schwebt, alle Kreise beherrscht, Völker und Fürsten beschäftigt die nicht zur Ruhe kommen w'll und nickt zur Ruhe kommen wird, bis der Wahrheit genügt ist, wie ihr die Weisheit der Väter hier das Wort redet. Es ist die Frage, zu der das Judenthum und seine Bekenner anregen, dieses einzige Volk ohne Land, dessen Volksthum den Besitz seines gemeinsamen Landes allein überdauert hat, das überall und nirgends ist, das Gott in alle Richtungen de .' Windrose zerstreut und in dieser Zerstreuung sondergleichen es trotzdem in seiner eigenthümlichen Sonderung erhalten hat. Alle Völker und Weltreiche des Alterthums sind den Jahrtausenden erlegen, die über sie hingegangen sind. Dieses Volk ist geblieben. Alle haben sich fest angestedelt, haben ihre Körperkraft durch Uebung, durch kunstvolle Bewaffnung und Ausrüstung erhöht, und sind trotzdem unterlegen. Dieses Volk steht da als die verkörperte materielle Schwäche, die den Völkercolossen so wenig Stand zu halten vermag, daß jeder einzelne Jude sowohl wie die Gesammtheit der zerstreuten Jakobsfamilie die alte Frage weckt: kv) pp '3 3pjr mp’ ’v „Wer erhält Jakob aufrecht, das doch so winzig ist?" Die Schwachen, Zerstreuten, Versprengten und Hilflosen beschäftigen ihre Häscher seit Jahrtausenden unausgesetzt durch die Erwägung, wie man ihnen endlich den Garaus machen könne. Diese Frage nennen sie, „die Judenfrage" und die Unmöglichkeit eine Lösung zu finden, macht die Suchenden zu Judenfeinden, oder wie man heute sagt, zu Antisemiten, weil das etwas fremdartiger klingt und die Contrebande von Rohheit und Menschenhaß. die diese Flagge deckt, erst auf den zweiten Blick verräth. Wie jener Riese in der Fabel, welcher durch die Berührung mit der Erde neue Kraft gewann, der mithin um so stärker wurde, je mehr man ihn zu Boden warf, so scheint die Stärke jenes Volkes in seiner Schwäche zu liegen. Der Verlust an Macht steigert seine Kraft. Auch die Zrrfällung und Zerstreuung, welche die einzelnen Glieder des Volkskörpers gewaltsam auseinanderreißt und sie so materiell schwächt, ist ein Mittel die Lebenskraft der Einzelnen und der Gesammtheit zu erhöhen. Die Verbannung, in welche Gott seine Kinder gewiesen hat, ist das Mittel, einerseits das Bewußtsein von Gott und seinem Gesetz durch alle Zetten und Zonen zu tragen und schützt andererseits die Träger vor vollständiger Vernichtung. Wenn ein Staat, ein Volk eine Judenverfolgung plant, ist durch die Verbannung Israels unter allen Völkern der Erde, den Verfolgten, die Möglichkeit geboten sich durch Flucht das Dasein zu retten und bei den Stammesgenoffen in den anderen Staaten Schutz zu suchen. 333 n"3pn bv IDJ/D DM3 31p'^ '33 3DN n« n"3pn n^n nb »n 3oni 331 'sjtp o’omn — 'di 'wr nnji DT^>y UDinw H3 t*bx nioiNn pV nffy npix ^3r^3 un© npia 3TD3 ’nd N’yxn« 3"k (3"J7 i"S D’nDS) '131 niD1N,3 \'2b ]3©V iwM'3 .3"3p.3 Aber so gewiß auch in der Verbannung das

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