Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 56 (16.7.1894)
- Date
- 1894-07-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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1047 Phönicier von ihrem ersten Auftreten in der Geschichte bis zu Hannibal, sowie die der Araber Beweis liefern, wenn wir die der Juden selbst außer Acht lassen wollen. Letzteres ist aber wenigstens in Hinblick auf eine Episode dieser Geschichte nicht möglich, nämlich die, welche sich in den ersten Jahrhunderten der neuen Zeitrechnung abspielt, denn Christen haben nicht das Recht, die Thaten der aus jüdischem Blute entsprossenen Menschen zu vergessen, denen sie ihre Religion verdanken. Mir war es nie verständlich, wie man eine Raffe schmähen konnte, welche solche Abkömmlinge hervorbrachte. Ueber den angeblichen Widerstand der Juden, im Deutschthum aufzugehen, wird gesagt: Wenn nicht Anschluß in sozialer Beziehung zu finden ist, so liegt die Ursache hiervon nicht bei den Juden, sondern bei den sie zurückweisenden Wirthen, wenn wir diesen Ausdruck mit dem des Gastvolkes den Antisemiten abnehmen wollen, ohne auf das Unpassende desselben einzugehen, die, die ihn anwenden, können nur in den seltensten Fällen Nachweisen, daß sich nicht in ihrem Blute ganz gehörige Bestandtheile anderer Nationalitäten finden, welche seiner Zeit unter den Deutschen das Gastrecht fanden: Slaven, Hugenotten IC. Der Angehörige einer Minderheit hat immer einen schweren Standpunkt. Sucht er sich anzuschließen, nennt man ihn zudringlich, schließt er sich ab, so wirst man ihm feindliche Jsolirung vor, und so geht es ihm auch in allen anderen Dingen. Läßt er z. B. sein Geld freigebig unter die Leute kommen, so ist er ein Protz, spart er, so ist er ein wuchernder Geizhals. Nimmt er die Religion der Andern an, so ist er ein verächtlicher Renegat, thut er es nicht, so wirft man ihm verstockten Fanatismus vor. Zeigt er Patriotismus, so macht man ihn lächerlich, thut er es nicht, so wirft man ihm seine Baterlandlosigkeit vor u. s. w. Es liegt nahe, aus diesen Betrachtungen die Schlußfolgerung zu ziehen, daß die Antisemtten selbst die Juden dazu drängen, sich als Fremde zu fühlen. Man solle, wie dann weiter ausgeführt wird, nicht die Juden für Uebelstände verantwortlich machen, an denen sie nicht in höheren Maße schuld seien, als andere, man solle überhaupt nicht sowohl Personen bekämpfen, als die Ursachen mißlicher Zustände zu beseitigen suchen. Ein hoffnungsvolles Zeichen in der antisemitischen Bewegung sei es, daß neben dem Schrei gegen die Juden, in neuester Zeit auch der gegen die Junker erschallt. Zum Schluß wird in dem Schreiben die Hoffnung ausgesprochen, daß die Zeit nicht fern ist, in der sich der Kampf nicht mehr gegen Personen und Stände, sondern gegen die Ausbeutung selbst, d. h. gegen die Systeme, welche sie ermöglichen, richten wird. Man wird dann erstaunt sein, wie schnell der jüdische Wucherer mit dem Aufhören der den Wucher schaffende Berhältnisse verschwinden wird. > Vermischtes. Czeruowitz, 1. Juli. Herr Professor Dr. Alois Händler ist zum Rector der hiesigen Universität gewählt worden. Briefkasten der Redaetion. A. G. X. Betr. Blatt existirt dort. _Vl n; e i g Für dm folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwoülich. Für ein hübsches, 24jähriges Mädchen, erfahren im Haushalt, suche ich einen passenden Lebensgefährten. Mitgift 5000 Mk. u. schöne Aussteuer. Briefe unter J. M. 3580 an die Exp. d. Bl. erbeten. Heirathe« werden durch eine vertrauenswerthe Dame, die in alle» jüd. Kreisen gut eingeführt ist, diScret u. gewissenhaft vermittelt. Gest. Off. unter dl. 2365 an die Exped. dsS. Bl. erb. Aür meinen Sohn, 17 Jahre O alt, welcher Lust hat das Sattler-Geschäft zu erlernen, suche einen tüchtigen Meister. Samstags und Feiertage geschlossen. (3779 Feist Goldschmidt, Hausen bei Oberaula. Kötel Restaurant Schmelzer =Antwerpen= Rue Pelikan 44. (366° WMiMsörMueukMkhelteil von Dr. Blumenthal, Frauenarzt, Darmstadt, Herrngartenstraße 37. Für lituelle Verköstigung ist Sorge getragen. Näheres durch die Oberin. (3753 Bockenheim-Frankfrrrt a. M. Sanatorium für iöraelit. Nervenleideude — Wasserheilanstalt. — Elektrotherapie. — In der Nähe eines hübschen Waldes. — Am Fuße des TaunuS. — Arzt im Hause. — Bei komfortabler Einrichtung mäßige Pensionspreise. Näheres enthalten die Prospekte. (4268 I)r. med. E. Roseuba«« in Aranksnrt a. M. Aür eine größere, häusliche ö Wirtschaft wird eine streng religiöse Dame, der auch die Erziehung einiger Kinder obliegt, per 1. August c. gesucht. Meldungen mit Zeugnissen oder Referenzen sind zu richten unter F. L. Memel postlagernd. (3757 Krhrliugs-Grsich! Für mein Manufactur- und Modewaaren-Geschäft suche 1 Lehrling. Wolf Goldschmtdt, _Me ininge n. (3732 IW I« Aachen ist ein seit 20 Jahren bestehendes großes Manufactur- und Damen - Confect. - Geschäft mit Haus in allerbester Lage zu verkaufen. Offerten sud 6i. 3724 an die Exped. dss. Bl. erb.