Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 55 (12.7.1894)
- Date
- 1894-07-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1026 Fischarten in den Handel gebracht haben, die man früher nicht beachtet hätte. vermischtes. •$- In Frankfurt a M. ist am 13. v. M. im 76. Lebensjahre Dr. Hermann Zirndorfer, der über 40 Jahre am „Philanthropin" als Lehrer wirkte, gestorben. Er war dort geboren, wo sein Vater ebenfalls Lehrer an der genannten israelitischen Realschule war. Für sein Hauptfach, die Mathematik, hat er einige Leitfäden verfaßt, die er seinem Unterricht zu Grunde legte. Vor wenigen Jahren trat Dr. Zirndorfer in den Ruhestand. Der Lemberger Magistrat hat an mehrere jüdische Kaufieute die Aufforderung ergehen lassen, daß sie binnen einer Woche alle Geschäftsschilder mit jüdischen Aufschriften zu entfernen und durch solche mit polnischen, ruthenischen oder deutschen Aufschriften zu ersetzen haben, widrigenfalls sie mit großen Geld- oder Arreststrafen belegt werden würden. Aus der Lehrerwelt. Sprechsaal. (Für alle unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaction dem Leserkreise gegenüber keine andere als die preßgesetzliche Verantwortung.) Zur Frage deS D. I. L. B. Es ist wohl mit Sicherheit anzunehmen, daß sich in kurzer Zeit Delegierte der meisten jüdischen Lehrervereine aus allen Gegenden Deutschlands in Kaffel zusammenfinden werden, um über die Gründung eines D. I. L. B. zu berathen, und ebenso sicher darf man auch annehmen, daß diese Gründung zu stände kommen wird. Es dürfen daher die mit Veritas Unterzeichneten Ausführungen in der pädag. Beilage des „Israelit" nicht unwidersprochen ihren Weg in die Oeffentltchkeit nehmen, um nicht den Glauben zu erwecken, daß die Gesamtheit der isr. Lehrer Deutschlands, welche einer Vereinigung jüdischer Lehrer Deutschlands sympathisch gegenübersteht, auch die in den Ausführungen hierfür angegebenen Gründe billige. Keineswegs treten wir aus dem Grunde zusammen, weil wir uns nicht in den allgemeinen Lehrerveretnen wohl fühlen. Wenn Letzteres der Fall wäre, so würden wir uns ein Armutszeugnis ausstellen, indem wir bezeugten, daß wir kein Vergnügen finden, uns an den Debatten wissenschaftlicher und pädagogischer Vorträge zu betheiligen, die doch ausschließlich in den allgemeinen Lehrerversammlungen auf der Tagesordnung zu finden sind. Zwar lese ich das im Norden Deutschlands erscheinende jüdische Blatt nicht, kenne auch den in demselben enthaltenen Artikel des Herrn Elias nicht weiter; jedenfalls haben wir nicht nöthig uns zusammenzuschlteßen, um naturwissenschaftliche Themata behandeln zu können. Dazu bietet sich unbestritten in den allgemeinen Lehrervereinen reichliche Gelegenheit, und es ist auch sicherlich Uebertreibung, wenn von Herrn „Veritas“ der großen Anzahl deutscher Lehrer Antisemitismus zugesprochen wird. Solch ein schwerer Vorwurf, welcher mit Recht vielleicht gegen einzelne, jedenfalls nicht zu den großen Geistern deutscher Pädagogen zählende Lehrer erhoben werden darf, ist nur dazu geeignet, da Zwiespalt zu säen, wo friedliche Eintracht besteht. Man sollte doch zu bedenken, daß wir wegen unseres Zusammenschließens von dem deutschen Lehrerveretne selbst dieserhalb nicht angegriffen werden, daß dieser uns nicht Absonderungsgelüste vorwirft (auch nicht vorwerfen kann), nachdem er die Gründe, welche unser Vorgehen rechtfertigen, erfahren. — Jeder deutsche Volksschullehrer weiß auch, daß die „Deutsche Lehrer-Zeitung" außer ihrem Namen nichts mit den Lehrern gemein hat. Dieses allerdings antisemitische Blatt, von einem Pastor redigiert, zählt die wenigsten Abonnenten unter den Lehrern. Kann man einen ähnlichen Vorwurf gegen ein maßgebendes Blatt z. B. die „preußische Lehrer-Zeitung" u. a. m. erheben? Also nicht Trennung von dem großen deutschen Lehrervereine bezwecken wir mit unserer Gründung des D. I. L. B., wie die Redaktion des „Israelit" hierzu taktvoll bemerkt: „Die isr. Lehrer sollten zu ihrem Vortheile beiden Vereinen als Mitglied angehörennein, Umstände mannigfacher Art, wie sie genug in den Konferenzen der isr. Lehrervereine besprochen wurden, zwingen uns zur Einigung. Es gehört nicht hierher alle die Gründe hier anzuführen; nur einer möge für viele hier seinen Platz finden. Es betrifft: Die Ausnahmestellung der jüdischen Lehrer im Westen Deutschlands ihren andersgläubigen Kollegen gegenüber, mit welchen sie wohl gleiche Pflichten zu erfüllen streben, aber nicht im Genüsse gleicher Rechte sich befinden. Diese Gleichstellung zu erstreben, wird eine der vielen Aufgaben sein, mit welchen sich der D. I. L. B. zu beschäftigen haben wird. Begeistert will sich hierzu der Norden und Süden, der Osten und Westen die Bruderhand reichen; wer wollte da noch seine abmahnende Stimme vernehmen laffen, wer wollte noch Gründe feindseliger Art der Bundesidee zur Richtschnur geben? — rnsn b« „Lebe im Ganzen, strebe zum Ganzen Schließe an ein Ganzes dich an." _S. H-x. in U. Briefkasten der Redaktion Abonnent in Tilsit. Ihre Mitteilungen über die Antecedenzien des Herrn „Redacteurs" waren uns bekannt; wir kommen vielleicht später daraus zurück. Wir haben von dem deutsch-isr. Lehrerstande eine zu gute Meinung, als daß wir an die Möglichkeit glauben, derselbe werde auf