Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 54 (9.7.1894)
- Date
- 1894-07-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1016 Aus der Lehrerwelt. Sprechsaal. (Für alle unter dieser Rubrik erscheinende« Artikel übernimmt die Redaction dem Leserkreise gegenüber keine andere als die preßgesetzliche Verantwortung.) Geehrter Herr Redacteur! Es ist nicht meine Gepflogenheit. Anzapfungen, die eine persönliche Spitze tragen, zu beachten, aber das Eingesandt des Herrn EltaS in Nr. 53. des Israelit behandelt einen Gegenstand, der mir so wichtig erscheint, daß ich dem Herrn Einsender einige Worte erwiedern muß. Da Herr Elias nicht neugierig ist, zu wissen, wer der Verfasser des frag!. Artikels in Nr. 6. der Blätter für die isr. Schule ist, so bin und bleibe ich für ihn Veritas — der Mann der Wahrheit. Ich habe in dem fragl. Artikel nur gesagt, daß ich Herrn Elias nicht kenne und es wird noch mehr jüdische Lehrer geben, die in der glei. chen Lage sind, von dem Wunsche ihn kennen zu lernen hätte mich sein Eingesandt, selbst wenn ich ihn gehegt hätte, sicher kuriert. Herr Elias schreibt, von seinen Ausführungen hätte ich keine widerlegt. Dieselben bedürfen sicher keiner Widerlegung. Die isr. Lehrerschaft Deutschlands ist von der Wichtigkeit der Gründung eines D.-J. L. B. so durchdrungen, — vide Bl. f. d. isr. Schule Nr. 7. - Protokoll der Lehrerconferenz in Hannover — daß sie die einseitigen Ausführungen des Herrn Elias sicher unberücksichtigt lassen und mit der seit Jahrzehnten geplanten Vereinigung aller isr. Lehrervereine Deutschlands endlich Ernst machen wird. Es liegt mir fern, den deutschen Lehrerverein bekämpfen zu wollen; ich selbst war lange Mitglied desselben und habe noch anderen — nichtjüdischen — Vereinen selbst als Vorstandsmitglied angehört. In keinem von allen Vereinen, denen ich angehörte, in keiner von den zahllosen Versammlungen, die ich besuchte, vom allgemeinen deutschen Lehrertag bis zur Lokalkonferenz der Lehrer eines kleinen Dorfes habe ich je ein Wort zu Gunsten der isr. Schule, zu Gunsten der isr. Lehrer gehört. Oder kann der Herr Professor Dr. Sulzbach, der seit v elen Jahren Vorstandsmitglied des Frankfurter Lehrerveretns ist, mich eines besseren belehren? Was hat dieser Verein schon während der langen Zeit seines Bestehens für die israelitische Schule, für den Israeli tischen Lehrerstand gethan? Ja, Herr Elias, ich erblicke das Heil des Judenthums nur in der isr. Schule, wo das Kind nicht vor die Alternative gestellt wird, den Sabbat zu entweihen oder seine schöne Schulzeit durch einen fortwährenden Kampf gegen die Versuchung meekaUel sodadbos zu sein, sich zu verbittern. Ich bin vielleicht nicht so liberal wie Sie und daher mag die Verschiedenheit unserer Ansichten rühren. Ich lese die pädagogische Presse vielleicht in noch ausgedehnterem Maße wie Sie — ich bin Abonnent von zehn der angesehensten pädagogischen Zeitungen — und weiß aus Erfahrung, daß das Papier geduldig und vieles faul ist im — Staate Dänemark. Veritas hat seine Wiffenschaft nicht nur aus Büchern, sondern das Leben, die Erfahrung, eine lange pädagogische und schriftstellerische Thätigkeit haben ihn die Dinge von anderem Standpunkte aus ansehen gelehrt, und was Ihnen heute lächerlich erscheint — ich vergebe Ihnen diesen wenig parlamentarischen Ausdruck — wird Ihnen nach Jahren vielleicht sehr ernst Vorkommen. Die übrigen Ausführungen des Herrn Elias übergehe ich, da dieselben subjective Ansichten, die von wenigen getheilt werden, wiedergeben und verwahre mich zum Schluß nochmals gegen die von Herrn Elias mir vorgeworfene „Bekämvfung des deutschen Lehrervereins" auch verzichte ich auf eine Fortsetzung dieser Polemik, die, da sie die Gründung eines D. I. L. B. doch nicht aufhalten wird, überflüssig ist. Dies mein letztes Wort Herrn Elias gegenüber. In den „Bl. f. d. isr. Schule" werde ich den Gegenstand vielleicht, wenn mein Aufsatz Aufnahme findet, noch einmal näher beleuchten._Veritas. Briefkasten der Redaktion I. N. in T. Wir haben uns betr. Ihre Anfrage erkündigt und werden Ihnen Antwort zukommen lassen._ Born Land, 22. Juni. Einsender dieses litt bereits seit 27 Jahren an chronischen Bronchialkatarrh mit Asthma, der sich in letzter Zeit verschlimmerte durch ununterbrochenen, oft sehr heftigen Husten, starke Schleimabsonderung und Heiserkeit. Um nicht genöthigt zu sein, wie bisher zur Linderung eine Morphiummixtur nehmen zu müssen, begab er sich in das Inhalatorium des Herrn Dr. Billig in Karlsruhe. Schon nach Ztägigem Jnhaliren war Besserung eingetreten und nach einem weiterem Gebrauch der Kur von l'/s Tagen war Husten, Schleimabsonderumg und Heiserkeit entfernt. Die Erfindung des Herrn Dr. Billig, unseres bescheidenen Landmannes aus der badischen Pfalz, wird, trotz allen Hindernissen und Schwierigkeiten, die ihm naturgemäß eutgegengestellt werden, eine Zukunft haben und jedenfalls die bisher angewandten antidacterischen Mittel in Schatten stellen, denn unter den 40 —50 Patienten (worunter mehrere aus gebildeten, höheren Ständen) lernte Einsender einzelne kennen, die in vorgeschrittenen Grade an Phthisis erkrankt waren. AIS Einsender diese Anfangs Juni zum erstenmal sah und hörte, hielt er eS nicht für möglich auf Heilung zu hoffen. Und dennoch erklärten ihm diese Kranken nach 14tägigem Jnhaliren, daß ihre Gesundheit große Fortschritte gemacht, was man denselben übrigens auch äußerlich ansteht. Natürlich ist für solche bisher für unheilbar gehaltene Kranke ein längerer Gebrauch der Kur zur gänzlichen Heilung nothwendig. Möchten doch alle an dieser heimtückischen Krankheit Leidenden, sowie alle mit Katarrh Geplagten nicht versäumen, dieses erfolgreiche Institut zu besuchen, zumal das Jnhaliren so wenig Mühe macht, wie daS Athmen in einem gewöhnlichen Zimmer und durchaus angenehm ist. Zum Trost der leidenden Menschheit wünscht Einsender von Herzen, daß die Anstalt bestehe und proSverire. Das Inhalatorium des Herrn Dr. Billig befindet sich in Karlsruhe, Schillerstratze 24. K., Pfarrer.