Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 52 (2.7.1894)
- Date
- 1894-07-02
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Blätter für die iSr. Schule. das^^ - - - ~ - MtthodM MudenchumÄ l'C^AA O S B S si>-~ s. Juli 1894] P-95Sl*g^ V mu rr aWMIRtS: rTiY Inhalt: Zur Frage des D. I. L. B. — Die Organisation deS Ingendunterrichts im talmudischen Zeitalter. — AuS Stadt und Land: Breslau. Iur Irage des D. I. L. W Ein im hohen Norden Deutschlands erscheinendes jüdisches Blatt bringt einen Artikel über obige Frage, dem wir, in Anbetracht der Wichtigkeit der Sache sofort entgegnen wollen. Herr Michael Elias in Frankfurt a. M. ist der Verfaffcr dieses Artikels und wir wissen nicht, ob der Herr, Religionslehrer, Volksschullehrer oder gar „höherer Lehrer" ist — cs thut nichts zur Sache — der Herr Elias hält die Gründung eines D. I. L. B. für einen falschen Weg und fühlt sich berufen, die deutsche israelitische Lehrerschaft vor dem „Betreten dieses falschen Wegs" zu warnen. Wir wollen die, Herrn E. eigenthümliche Schreibweise außer Acht lassen und uns nur mit den Gründen befassen, die derselbe gegen die Gründung eines D. I. L. B. ins Feld führt. Wir denken uns den D. I. L. B. als einer Vereinigung aller isr. Lehrervereine (nicht Lehrer) und demgemäß fällt der Entwurf des Herrn Becker, der einen Verein „isr. an öffentlichen Volksschulen, wirkender Lehrer" im Auge hat, für uns von vornherein weg. Eine solche Vereinigung, welche die Gesammtheit der isr. Lehrer vereine (und folglich auch die derjenigen ihrer Mitglieder) umfaßt, ist wohl im Stande die Interessen der israelitischen Schule zu vertreten, ist wohl in der Lage auch die Interessen und Rechte der isr. Lehrer zu wahren, da sie dieselben genau kennt und nicht, wie der große allgemeine deutsche Lehrerverein — von dessen Judenfreundlichkeit (!) jüngst eine Notiz in der deutschen Lehrerzeitung einen schlagenden Beweis gibt — erst sich bei israelitischen Lehrern erkundigen müßte. Help ^oursolt, sagt der Engländer, und was man selbst thun kann, sollte man keinem anderen zu thun überlassen. Wir fühlen uns nicht veranlaßt, den Vorwurf, den Herr E. dem Lehrerverein in Hannover macht, zurückzuweifen; jeder fege vor seiner Thüre — und es gibt keinen Verein, — auch keinen solchen von nichtisraelit. Lehrern — in welchem nicht auch einmal ein Gebiet gestreift wird, welches etwas abseits liegt. Wir sehen übrigens nicht ein, wetzhalb in einem jüdischen Lehrerverein nicht auch einmal ein naturwissenschaftliches Thema behandelt werden sollte. „Dazu bietet sich ihnen reichliche Gelegenheit in den allgemeinen Vereinen, wenn fte dieselbe nur besuchen wollen." Ja, Herr E. es will nicht jeder jüdische Lehrer Mitglied eines allgemeinen Lehrervereins sein. Es will sich nicht jeder jüdische Lehrer der Unannehmlichkeit aussetzen in einem solchen Verein Dinge zu hören, Collegen zu begegnen, die ihrer Gesinnung nach in eine waschechte Antisemitenversammlung gehören. In den allgemeinen Lehr er vereinen und -Versammlungen hat man kein Herz für den isr. Lehrer und kein Verständniß für die isr. Schule, ja man bekämpft sie, weil sie Confessionsschule ist und de tzhalb ist es Pflicht der Selb ft er Haltung für den isr.Lehrer diesen Vereinen und ihren Versammlungen fernzu bleiben.*) Also aus Zwcckmäßigkeitsgründen wünschen wir die Gründung des D. I. L. B. Es ist die höchste Zeit, daß die isr. Schule und ihre Vertreter, die isr. Lehrer sich aufraffen und in thätiger Ar- *) Diese Ausschließlichkeit können wir nicht billigen; die isr. Lehrer sollten zu ihrem Dorther! beiden Bereinen als Mitglied angehören. Red.