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Der Israelit · 1894-06-28 · Heft 51 (28.6.1894) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 51 (28.6.1894)
Date
1894-06-28
Page
– (sequence 24)
Language
German
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WWWMWWWWWWWWMWMk^WWWWWW 954 er war geworden, wie sie es von Gott erbeten und erhofft hatten. Seine Frömmigkeit war eine ungekünstelte, Gott wohlgefällige; seine sociale Stellung und seine materielle Lage war beneidenswerth und hätte er noch eine ihm gleichgesinnte Frau gehabt, so wäre nach der Meinung seiner Mutter sein Glück vollständig gewesen. Und man bemühte sich redlich ihm eine für ihn passende Frau zu verschaffen. Nie waren die jungen Mädchen in der Stadt so fromm als in jener Zeit, nie besuchten sie fleißiger die Synagoge als an jenen Sabbaten, da Moscheh bei seinen Eltern weilte. Aber Moscheh sah und merkte nichts, war freundlich und liebenswürdig gegen jeden und vergötterte nur — seine Mutter. Sie wußte bald alle kleinen Geheimnisse ihres Sohnes und sie erkannte mit dem scharfen Blick der Mutter, daß sein Herz nicht mehr frei, daß jene Edith, deren Hand er ausgeschlagen, die Königin seines Herzens war. Sie hatte Mitleid mit ihm und that alles, was in ihren Kräften stand, ihn jene Edith vergessen zu machen. Aber so leicht vergißt die wahre Liebe nicht und wenn Moscheh sie auch niemals erwähnte, so fand die Mutter doch hie und da kleine Papierfetzen, auf denen in schön verschnörkelten Buchstaben der Name Edith stand. Auch der Vater erfuhr von der Liebe seines Sohnes, doch sagte auch er kein Wort; er wußte, daß sein Sohn allein damit fertig werden, allein das Richtige finden und auch thun werde. — Die Zeit seiner Ferien nahte seinem Ende. Manch schönes reiche Mädchen, fromm und hochgebildet, hatte man ihm angetragen, er hatte alles zurückgewiesen. Darüber war seine Mutter betrübt und sie sagte oft zu ihm: „Wenn '"2.1 mir nur auch noch das 8'eüus geben würde, dich unter die Oduxpe führen zu können, denn ich bin alt und kann jeden Tag des Rufs gewärtig sein, der mich heimführt zu meinen Vätern." „Das liegt bei Ihm", entgegnete er jedesmal. „Er kann alle Dinge zum Besten wenden." Eines Tages erhielt er einen Brief, der ihn in nicht geringe Aufregung versetzte. Der Vater- Ediths schrieb ihm unter Anderem: „Meine Tochter hat Sie noch nicht vergessen und where’s a will, there’s a way, sie hat einen Ausweg gefunden, der es ermöglicht, die Bedingung, die Sie mir stellten, wenn Sie der Gatte meiner Edith und mein Associe werden sollten, zu erfüllen. Kommen Sie also recht bald, daß ich wieder mein Kind vergnügt und die Rosen auf ihren Wangen wieder blühen sehe." Moscheh ließ sich nun nicht lange mehr halten. Seine Ferien waren zu Ende und vergnügt nahm er Abschied von den Eltern, die ihm versprechen mußten, ihn im nächsten Jahre in England zu besuchen. Es dauerte gar nicht lange, da erhielten Rabbi Gersch und seine Frau die Nachricht von der Verlobung ihres Sohnes mit Edith Benfty, einer der reichsten Damen Englands, und die Handelswelt wurde mit der Thatsache überrascht, daß das große Geschäft des Vaters derselben in den Besitz eines Consortiums von Nichtjuden übergegangen sei. Herrn Benfey's Thätigkeit beschränkte sich von nun ab auf die Ausübung der vielen Ehrenämter und Verwaltungsposten von Wohlthätigkeitsanstalten, die er inne hatte, während Moscheh mit dem reichen Erlös des verkauften Geschäftes ein neues begründete, dessen Führung den Vorschriften unserer heiligen Religion vollkommen entsprach. Moscheh hatte den Beweis erbracht, daß wer den Sabbat heiligen will, cs auch vermag, denn where 18 a will, there is a way. (Für den ernsten Willen gibt es auch einen Wrg, und die Heiligung des Sabbats hat nur Segen im Gefolge.) Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Co'l'H'd SwM'Oü' OtDCOt t X'fi vcvsit&ette j'c(yczät'ht a. 01t. vyv. cJCw ■ - 15. - - I, s GLn-f+t-tiyumj ivacfv ode< Wad Komöurg v. d. K. lüD Hotel-Restaurant Strauss "ieo LS Kaiser Friedrichs-Promenade ÄS in der Nähe des Kurgartens. Pension zu den billigsten Preisen. Zimmer per Woche von 10 Mark an. Schattiger Garten mit Halle. (3503 Thiergartenstr. 3 & 4. HANNOVER. Thiergarten str. 3 & 4. Pvnftotmf rr Aöheee Möthkeelihrrle °ro itau jor. pDtrfon *. iti. Conjtonce ftvy. Die Vorsteherin u. alleinige Inhaberin: COiTSTAliCE LEVY. Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „JSraelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Zoh. Wirth'schen Hosbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. , - t 11

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