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Der Israelit · 1894-06-14 · Heft 47 (14.6.1894) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 47 (14.6.1894)
Date
1894-06-14
Page
– (sequence 31)
Language
German
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der letzten Jahre war der Verkauf der Bäume schwieriger geworden, und wir hatten uns vorgenommen, die Entwickelung der Baumschulen einzuschränken, da es uns an Absatz fehlte. Die neuen Anfragen gestatten uns indessen, diesen Betriebszweig weiter zu pflegen, zum grossen Nutzen der Belehrung unserer Zöglinge und unserer Einnahmen. Ich glaube, dass es wünschenswerth wäre, in Jerusalem ein Depot zu errichten zum Verkauf unserer Erzeugnisse, wie Wein, Spiritus, Essig, Obst, Gemüse, Pflanzen etc. Wir verkaufen ungeheuer viel nach Jerusalem, so diesen Winter allein für 2000 Fr cs. Pflanzen, aber die Zwischenhändler, an die wir uns wenden müssen, nehmen zu grossen Nutzen und fälschen oft unsere Waaren, namentlich den Wein. Der Gesundheitszustand ist fortdauernd wenig befriedigend; wir haben immerfort Fieber, was eine Folge des öfter sich wiederholenden plötzlichen Wetterumschlages der letzten Zeit sein mag. Die Direction der Schule zu Jerusalem hat dem Central-Comite verschiedene Berichte zukommen lassen über den Fortgang der Werkstätten in den letzten Monaten. Zwei Notizen von den Meistern der Mechaniker- und Schmiedewerkstätten, den Herren Guini und Raitan, welche beide in Paris ausgebildet wurden, sind namentlich hervorzuheben. Mechanik. Das verflossene Jahr zeichnet sich durch bedeutende Verbesserungen aus, welche im technischen Unterricht eingeführt wurden. Die Werkstatt ist auf dem besten Wege, und wir sind in der Lage, sowohl uusei e Kunden zu befriedigen, wie auch unseren Lehrlingen ernsten Unterricht zu ertheilen. Die Fabrikation von ziemlich complicirten Maschinen und namentlich die Anfertigung von Quincaillerie-Artikeln, die wir einzuführen versuchten, haben ganz und gar eingeschlagen, da wir von etwa 800 Gegenständen, die wir von den Lehrlingen hatten anfertigen lassen, nichts mehr auf Lager haben. Dieselben haben auch zahlreiche Reparaturen an Maschinen, wie Winden zur Drechslerarbeit, Druckerpressen, Pumpen, Waschmaschinen, Weinpressen, Dampfmaschinen, Nähmaschinen, Mühlen, photographischen Apparaten,Velocipeden, Gärtner- Geräthsehaften vorgenommen. Das Roths child’sche Hospital hat uns soeben eine sehr bedeutende Arbeit anvertrantj: die Einrichtung eines Hebewerkes von zwei Pferdekräften zur Wasserversorgung für die ganze Anstalt. Die Maschine wird in unserer Werkstatt hergestellt, wie auch die beiden Reservoire und alle dazu gehörigen Gegenstände. Im Allgemeinen sind sämmtliche Arbeiten zur völligen Befriedigung der Kunden ausgeführt worden. Wir haben vierzehn Lehrlinge. Lange Zeit war diese Werkstatt sehr kostspielig für die Alliance, weil die Bestellungen gering waren und die Kunden die Hauptartikel ans Europa bezogen. Der im Jahre 1898 erreichte Nutzen beweist, dass die Lage unserer Werkstatt jetzt eine befriedigende ist. Schmiede. Um die Kundschaft der Werkstatt auszudehnen und unseren Lehrlingen fortwährend Arbeit zu schaffen, haben wir im Jahre 1893 den Wagenbau eiDgeführt. Dieses Unternehmen gewinnt mit jedem Tage eine grössere Ausdehnung. Wir haben die meisten Droschkenbesitzer zu Kunden; dieselben wenden sich an uns zur Reparatur der Räder, Sprungfedern, Achsen, etc., auch zur Herstellung neuer Wagentheile. Im Februar haben wir drei ganze neue Wagen gebaut, die der Werkstatt Ehre Einbringen durch ihre Eleganz und ihre Elasticität. Wenn man sie mit denjenigen vergleicht, die hier oder inBeyruth gebaut werden, sind sie derart, dass Manche sie für europäisches Fabrikat halten. Der Wagenbau geht einer solchen Zukunft entgegen, dass man jetzt schon die Notwendigkeit voraussehen kann, eine besondere Werkstatt für diesen Fabrikationszweig zu errichten. Die Werkstatt hat auch bedeutende Schlosserarbeiten geliefert, namentlich für Rechnung des Rothschild'sehen Hospitals. Wir haben für dasselbe ein schönes Treppengeländer, 2 Balkons, eine Eingangsthür mit Aufsatz, eine Marquise und 18 Fenster ausgeführt. Gegenwärtig stellen wir 9 Balkons für das armenische Kloster fertig, Die Summe, welche unsere Arbeiten uns im Jahre 1893 einbrachten, beläuft sich auf 15,000 Frcs. Das Material kostete 11,200 Frcs. der Lohn der Lehrlinge betrug 1,100 Frcs. Wenn das Honorar des Meisters hinzugerechnet wird, beträgt das Defizit des Jahres 2,500 Frcs. Es ist dies ein günstiges Resultat, wenn man bedenkt, dass unsere wesentlichste Sorge darin besteht, Lehrlinge auszubilden und die Nutzenfrage erst in zweiter* Reihe kommt. Die Lehrlinge sind sämmtlich sehr thätig und machen schnelle Fortschritte in ihrem Handwerk. Der gute Fortgang der Werkstatt hat das Central-Comite veranlasst, im ganzen Orient einen Wettbewerb von Schmiedelehrlingen zu dem Zwecke zu eröffnen, die tüchtigsten unter ihnen nach Jerusalem zu schicken. Briefkasten. A. K. in 8t. I«. Ihre im September v. J. gesandten 17.52 31. waren in Nr. 507 der „Spenden- Verzeicbnisse“ veröffentlicht, welche Sie inzwischen auch erhalten haben werden. 8. W. in A. Selbstredend werden, Ihrer werthen Angabe gemäss, fünf von den erhaltenen zwanzig Mark für R. II verwendet werden, wenn dies anch bei der Specification in R. I nicht besonders bemerkt worden.

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